Neuausgabe von «Karriere eines konstruierten Gegensatzes» erschienen

Im Dezember 2014: Eben habe ich im Eisenherz-Buchladen, Motzstraße 23 in Berlin-Schöneberg (externer Link), die ersten Exemplare der Neuausgabe von Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001 bei der Edition Assemblage gesehen. Der ‹Klassiker› ist um ein aktuelles Nachwort des Herausgebers Koray Yılmaz-Günay erweitert, in den Angaben zu den Autor_innen auf den neuesten Stand gebracht und auf besserem Papier gedruckt worden. Das Buch macht nun im Regal deutlich ‹mehr her› und wird so hoffentlich noch zusätzliche Leser_innen ansprechen. Doch schon im ersten Anlauf – «im September 2011 in einer gewagt hohen Auflage im Selbstverlag erschienen» (Yılmaz-Günay) und ohne ISBN verbreitet – fand es den Weg in die Bibliotheken von zahlreichen Aktivist_innen und wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland und wird bis heute vielfach zitiert. Ich bin nach wie vor stolz darauf, durch Texte und redaktionelle Mitarbeit zu diesem Band beigetragen zu haben. Schön, dass er nun auch über den Buchhandel zu beziehen ist! Passend zur Neuausgabe veröffentlichte das Blog Die Freiheitsliebe ein Interview mit mir: »Progressive Queerpolitik muss antirassistisch sein« (externer Link). Salih Alexander Wolter

Dieser Reader «führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen». Mädchenblog (externer Link)

«Kritisiert wird die Tendenz von Teilen der Schwulenbewegung, einerseits unverhohlen rassistisch zu sein, gleichzeitig aber durch die ‹Zurschaustellung› von ‹dunkelhäutig-exotischen› Liebhabern Weltoffenheit zu demonstrieren. Andere Texte setzen sich mit der Islamfeindlichkeit als ‹Elitendiskurs› auseinander – also mit dem Phänomen, dass [durch] das Abheben auf die angebliche Homophobie der ‹Anderen› Rassismus auch in aufgeklärt intellektuellen Szenen quasi salonfähig wird.» Antje Schrupp (externer Link)

Der Band bietet «eine verlässliche, wissenschaftlich fundierte und politisch orientierte Analyse, in der facettenreich und vielstimmig die Entwicklungen der letzten zehn Jahre ausgewertet, regional zugespitzt und international eingebunden werden». Heinz-Jürgen Voß auf kritisch-lesen.de (externer Link)

Karriere eines konstruierten Gegensatzes Cover neu● Koray Yılmaz-Günay (Hg.): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001. Neuausgabe: Münster, Dezember 2014: Edition Assemblage, 216 Seiten, broschiert, 18,00 €, ISBN 978-3-942885-53-9 (Erstausgabe: Berlin, September 2011: Selbstverlag). Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier. Ein Klick auf das Buchcover oben öffnet das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung des Herausgebers (externe Links).

Der Sammelband enthält Beiträge von Markus Bernhardt, Zülfukar Çetin, Esra Erdem, Jin Haritaworn, Andreas Hieronymus, Alexander King, Georg Klauda, Jennifer Petzen, Dirk Ruder, Saideh Saadat-Lendle, Hilal Sezgin, Yasemin Shooman, Tamsila Tauqir, Salih Alexander Wolter und Koray Yılmaz-Günay; dazu: ein Interview, das Deniz Utlu mit Jasbir K. Puar führte, Stellungnahmen von SUSPECT, Decolonize Queer, Lesbiennes of Color und eine Fotoserie von Aykan Safoğlu.

«An wenigen Wochenenden und sehr geballt ist hier Zusammenarbeit im besten Sinn praktiziert worden: freundschaftlich. Dr. Jin Haritaworn, Dr. Alexander King, Dr. Jennifer Petzen und vor allem Salih Alexander Wolter haben mit ihrem politischen Rat und ihrer tatkräftigen Unterstützung Großes geleistet. Sie sind wesentlich mehr als nur Autor_innen dieses Buchs.» (Koray Yılmaz-Günay)

Salih Alexander Wolter ist mit folgenden Texten vertreten:

Ist Krieg oder was? Queer Nation Building in Berlin-Schöneberg

«Sein ganzer Traum von Männlichkeit». Cem Yıldız sagt, wo es langgeht

mit Koray Yılmaz-Günay: Muslimische Erklärungen gegen Homophobie – Entstehung, Inhalt und Nutzbarkeit

Reader «Bildung mit links!» als freier Download

Hawel_Kalmring_Bildungs_mit_links• Marcus Hawel & Stefan Kalmring, Hg.: Bildung mit links! Gesellschaftskritik und emanzipatorische Lernprozesse im flexibilisierten Kapitalismus. Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hamburg 2014: VSA Verlag, 206 Seiten, broschiert, 16,80 €, ISBN 978-3-89965-597-1.

«Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft.» (Antonio Gramsci) Der Reader ist dem Politikwissenschaftler Dieter Schlönvoigt gewidmet, der die Rosa-Luxemburg-Stiftung entscheidend prägte. Geboten werden 14 Originalbeiträge, darunter der Text Intersektionalität in der Bildungsarbeit von Claudia de Coster, Salih [Alexander] Wolter und Koray Yılmaz-Günay. (S. 118-135). Heinz-Jürgen Voß – der den Band bei socialnet ausführlich rezensierte (externer Link) – schreibt über diesen Beitrag:

Neben einem knackigen Überblick über die – praktisch orientierte – Geschichte und Theorie, die hinter dem Begriff «Intersektionalität» stehen, erläutern sie die Notwendigkeit von intersektionalen Ansätzen für die Bildungsarbeit. Sie zeigen, dass Intersektionalität einem Denken in klaren und vermeintlich voneinander trennbaren Identitäten entgegenwirkt und beschreiben die «(Selbst-)Homogenisierung der Frauen- oder Schwulenbewegung» sowie den «Fokus vieler Gewerkschaften auf den weißen, eindeutig männlichen, heterosexuellen, nicht ‹behinderten› Facharbeiter» als Problem. Sie plädieren gegen einfache Konzepte von «Vielfalt» und «Diversity» in der Bildungsarbeit, die sich nicht den konkreten gesellschaftlichen Grundbedingungen zuwendeten. Vielmehr müsse reflektiert werden, «dass Bildung […] einer der wichtigsten Orte ist, an denen gesellschaftliche Ungleichheit produziert und reproduziert wird». Man dürfe damit «weder bei einem unkritischen Subjekt-Begriff noch bei einem unhinterfragten Begriff der Verschiedenheit stehenbleiben». Emanzipatorische Bildungsarbeit könne Anregungen aus Inklusions-Konzepten aufnehmen und müsse im Sinne eines «(Self-)Empowerment» und einer «(Selbst-)Organisierung» stattfinden. Eine solche Bildungsarbeit stehe aber auch vor Dilemmata: So benötigt der «Streit gegen eine Stigmatisierung […] die Bestätigung, dass es eine abgrenzbare Gruppe gebe, die ‹anders› ist.» Bildungsarbeit müsse damit gleichzeitig den Inhalt «der soziale[n] Konstruiertheit von Identitäten» und «die Notwendigkeit einer strategischen Identitätspolitik» aufnehmen, um erfolgreich zu sein. Es ergibt sich auch die Schwierigkeit, dass emanzipatorische Bildungsarbeit als «geschützter Rahmen und Raum» konzipiert sein sollte, aber in einer «gesellschaftlichen Umwelt statt[findet], die keine Schutzräume vorsieht».

Neben der Printversion gibt es das gesamte Buch auch zum freien Download hier (PDF-Volltext, externer Link). Für diese Veröffentlichung gelten die Bedingungen einer Creative Commons License: Creative Commons Attribution-Non-Commercial-NoDerivs 3.0 Germany License. Nach dieser Lizenz dürft ihr / dürfen Sie die Texte für nichtkommerzielle Zwecke vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen unter der Bedingung, dass die Namen der Autor_innen und der Buchtitel inkl. Verlag genannt werden, der Inhalt nicht bearbeitet, abgewandelt oder in anderer Weise verändert wird und ihr/Sie ihn unter vollständigem Abdruck dieses Lizenzhinweises weitergebt/weitergeben. Alle anderen Nutzungsformen, die nicht durch diese Creative Commons Lizenz oder das Urheberrecht gestattet sind, bleiben vorbehalten.

Die «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» in Wissenschaft und Medien

Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2016 (weitere Ergänzung zur wissenschaftlichen Rezeption)

Signale aus der MehrheitsgesellschaftDie Interventionen-Autoren Dr. Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter wurden im Rahmen des von Network Turkey organisierten und von Dr. Kerem Öktem von der Oxford University geleiteten Forschungsprojekts Signale aus der Mehrheitsgesellschaft ausführlich zur sogenannten Beschneidungsdebatte des  Jahres 2012 befragt. Die Studie, die am 19. September 2013 in der Berliner Humboldt-Universität mit einer von Dr. Yasemin Shooman von der Akademie des Jüdischen Museums Berlin moderierten Podiumsdiskussion vorgestellt wurde, ist hier zu lesen (PDF der 2., revidierten Fassung –  Text © Kerem Öktem 2013). Empfohlen sei auch ein Interview mit Dr. Öktem – mittlerweile Professor an der Universität Graz –, das die Jüdische Allgemeine am 31. Oktober 2013 veröffentlichte (externer Link zum Beitrag).

Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, Ordinarius für Religionsgeschichte und Literatur des Judentums am Zentrum für Jüdische Studien der Baseler Universität und Autor des (sehr empfehlenswerten!) ersten Buchs zum Thema – Haut ab! Die Juden in der deutschen Beschneidungsdebatte, erschienen im September 2012 im Göttinger Wallstein-Verlag –, bot im Herbst 2013 an der Universität Freiburg i. Br. das Seminar Brit Mila – Texte und Kontexte zur Beschneidung im Judentum an – das Buch von Çetin, Voß und Wolter war dabei vorgegebene Lektüre.

Zitiert werden die Interventionen auch in der von Dr. Michael Kohlstruck und Dr. Dr. Peter Ullrich / Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin verfassten Broschüre Antisemitismus als Problem und Symbol. Phänomene und Interventionen in Berlin, erschienen Anfang 2015 als Ausgabe 52 des Berliner Forum Gewaltprävention, hg. von der Berliner Landeskommission gegen Gewalt. Das Heft kann hier heruntergeladen werden (externer PDF-Link).

Weiterhin wird das Buch auf Mag. Armin Muftić‘ verdienstvoller Recherche-Seite Islamophobia Studies geführt (externer Link – das Buch findet sich unter «Monographies», der Beitrag von Çetin und Wolter noch einmal gesondert unter «Articles in edited volumes») und ebenso im aktuellen Einführungsband Antimuslimischer Rassismus am rechten Rand von Prof. Dr. Iman Attia, Dipl.-Sozialwiss. Alexander Häusler und Dr. Yasemin Shooman zitiert (Münster 2014: Unrast Verlag).

An politisch zentraler Stelle erscheinen die Interventionen in Prof. Dr. Fatima El-Tayebs (University of California – San Diego) Artikel Germany and Europe – Negotiating identity in a multicultural present im international wichtigen Referenzwerk The Routledge Handbook of German Politics and Culture, hg. von Sarah Colvin, Abingdon/England & New York 2015: Routledge, S. 285-300.

Mittlerweile wird das Buch auch in der katholischen religionswissenschaftlichen Diskussion wahrgenommen. Die Interventionen werden sowohl von Dr. António Luís Barata de Brito Carvalho Neves in seinem Buch A Circuncisão Religiosa como Tipo de Problema Jurídico-Penal (Coimbra 2014: Edições Almedina) zitiert als auch von Prof. Dr. Stefan Gatzhammer in seinem längeren Beitrag O debate de direito eclesiástico: A circuncisão por motivos religiosos e anova lei do Código Civil da Alemanha im Lissaboner Forum canonicum: revista do Instituto Superior de Direito Canónico, VIII (2013), 2, S. 129-139 (nachgedruckt als Einzelveröffentlichung in den Postprints der Universität Potsdam / Philosophische Reihe, Potsdam 2014), und in seinem Artikel Commento alla sentenza del Landgericht Köln del 7 maggio 2012 in tema di circoncisione e commento alla nuova normativa § 1631d del codice civile tedesco (BGB) in der römischen Fachzeitschrift Il Diritto Ecclesiastico, 124 (2013), S. 355–364.

«Die von der Bundesregierung beschlossene gesetzliche Klarstellung, dass eine für jüdische und muslimische Menschen zentrale Tradition nicht strafrechtlich zu verfolgen sei, ist ausdrücklich zu begrüßen. Die öffentliche und mediale Debatte hat jedoch ebenso deutliche antisemitische und antimuslimische Ressentiments abgebildet. Eine Analyse der Debatte zeigt, dass selbst säkular oder atheistisch verkleidete Positionen gegen die rituelle Beschneidung von antimuslimischen und antisemitischen Einstellungen geprägt sind», heißt es unter Berufung auf das Buch von Çetin, Voß und Wolter im Parallelbericht an den UN-Antirassismusausschuss zum 19.-22. Bericht der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 9 des Internationalen Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung. Das Dokument wurde im März 2015 unter dem Titel Rassistische Diskriminierung in Deutschland. Erscheinungsformen und menschenrechtliche Verpflichtungen zum Schutz vor rassistischer Diskriminierung von der Diakonie Deutschland e. V. als Broschüre veröffentlicht und kann hier auch als PDF heruntergeladen werden (externer Link zur Hirschfeld-Eddy-Stiftung; s. S. 18).

Mehrfach bezieht sich auch Prof. Dr. Gökçe Yurdakul von der Berliner Humboldt-Universität in ihrem wichtigen Beitrag Jüd/innen und Türk/innen in Deutschland: Inklusion von Immigrant/innen, politische Repräsentation und Minderheitenrechte, erschienen in dem von der Heinrich-Böll-Stiftung hg. Sammelband Inklusion: Wege in die Teilhabegesellschaft, Frankfurt a. M. & New York 2015: Campus Verlag, S. 363-377, auf das von Dr. Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter verfasste Kapitel der Interventionen sowie auf die Oxford-Studie (Link s. o.). Der Beitrag wurde erneut veröffentlicht in dem von Uwe Hunger und Nils Johann Schröder hg. Band Staat und Islam. Interdisziplinäre Perspektiven, Wiesbaden 2016: Springer VS, S. 245-282. Prof. Dr. Yurdakul zitiert das Kapitel von Çetin und Wolter ebenfalls ausführlich in ihrem Aufsatz Jews, Muslims and the Ritual Male Circumcision Debate: Religious Diversion and Social Inclusion in Germany, erschienen 2016 in der internationalen Fachzeitschrift Cogitatio, vol. 4, no. 2 – Social Inclusion -, S. 77-86 (externer Link zum Artikel).

Der von Lisa Krall geschriebene Artikel «Beschneidung» des Gender Glossar, das sich als «ein transdisziplinäres Online-Nachschlagewerk, das wissenschaftliche Beiträge zu Begriffen, Themen, Personen und Institutionen aus dem Bereich der Gender Studies beinhaltet», versteht (externer Link zum Artikel) zitiert sowohl die Interventionen von Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter als auch die Oxford-Studie von Prof. Dr. Kerem Öktem (Link s. o.).

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Aus wichtigen Rezensionen zu den Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte» (neuester Beitrag zuerst):

homepageImage_de_DEIn ihrer ausführlichen Besprechung in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien, Ausgabe vom Herbst 2013, schreibt Lisa Krall u. a.: «Çetin und Wolter kritisieren im Sinne der Dialektik der Aufklärung, dass Integration in der deutschen Beschneidungsdebatte als Möglichkeit dazu verstanden wird, sich den christlichen Traditionen anzupassen und die eigenen ‹Defizite› ablegen zu können. […] Voß kann […] zeigen, dass die Darstellungen der Zirkumzision als schwerwiegend, folgenreich oder traumatisierend nicht gerechtfertigt sind, und vermutet, dass das gesundheitliche Wohlempfinden der Beschnittenen viel mehr von den kulturellen Erwartungen und der Akzeptanz der Gesellschaft abhänge, als von den Eingriffen. […] Die Autor_innen legen insgesamt eine umfassende und tiefgehende Analyse der geführten Diskussion vor […] und ermöglichen so einen kritischen Überblick über alarmierende Positionen und Argumentationen. Bleibt zu hoffen, dass die Publikation des Buches weiterhin auf großes Interesse stößt und sich im Sinne der Autor_innen eine kritische und reflektierte Diskussion über die Fachkreise hinaus etabliert.» Zur vollständigen Rezension geht es hier (externer Link).

DieFreiheitsliebe_smallDas vielgelesene Blog Die Freiheitsliebe meint: «Das Buch ist eine wichtige Intervention in eine Debatte, die auch in fortschrittlichen Kreisen zu viel Verwirrung führte und bewusst oder auch unbewusst auch bei einigen fortschrittlichen ZeitgenössInnen rassistisches Gedankengut offenbarte. Die Intervention ist auch mehr als ein Jahr nach Beginn der Debatte noch sehr lesenswert, da sie viel darüber verrät wie Diskussionen in der Gesellschaft geführt werden und wie Medizin als Argument missbraucht wird.» 

logo_femina_politica«Hinsichtlich der Frage, wie die rassistischen Prämissen und Implikationen der bisherigen Beschneidungsdebatte mit Vorstellungen normativer Heterosexualität und rigider Zweigeschlechtlichkeit verknüpft sind, haben Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter mit ihrem Band ‹Interventionen gegen die deutsche Beschneidungsdebatte› (2012) bereits verschiedene interessante Vorschläge präsentiert. […] Neben einer Analyse der in der Debatte wirksamen rassistischen Subjekt- und Gesellschaftsideale und der Macht- und Herrschaftsinteressen beteiligter Subjekte liefert der Band auch pointierte geschlechterpolitische Verweise», hält Antke Engel in ihren Überlegungen zur ‹deutschen Beschneidungsdebatte› fest, die unter dem Titel «Okzidentalistische Überlegenheitsphantasien und heteronormatives Schweigen» in Heft 1/2013 von Femina Politica Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft erschienen. Das Heft kann hier bestellt werden (externer Link).

zag63ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension von Andreas Nowak, die nicht im Netz zugänglich ist. Sie widmet sich zum Schluss den «Beschneidungsgegner_innen» und fragt: «Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet.» Das Heft kann hier bestellt werden (externer Link).

header-uniqueUNIQUE – Das Magazin der Uni Wien brachte in Heft 4/2013 einen Beitrag von Hagen Blix. Ein Auszug: «Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‹Zivilisierungsmission› durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‹Wissenschaftlichkeit› der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.» (Externer Link zur Rezension hier.)

Initiative MinderheitenIn Nr. 86 der österreichischen Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten bespricht Petra M. Springer das Buch und fasst zusammen: «Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich antimuslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.»

Rosen auf den Weg gestreut«Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder», schreiben die Berliner Rosen auf den Weg gestreut  und finden: «Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen.» (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes.)

safe_image.phpIm Magazin MARX 21 war der Band im Februar 2013 «Buch des Monats». Die ausführliche Rezension von Christine Buchholz MdB (DIE LINKE) endet wie folgt: «Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente. Es ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es gezielt in die Debatte innerhalb der gesellschaftlichen Linken eingreift. Denn es gehört zu den Paradoxien der Beschneidungsdebatte, dass Politiker von CDU und FDP Ansichten im Sinne einer toleranten, multikulturellen Gesellschaft vertreten haben, während die Positionen, die praktisch die Religionsfreiheit infrage gestellt haben, aus den Reihen von SPD, Grünen und LINKEN kamen.»

Analyse-Kritik-Logo«Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war.  […]  Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert», meint Lisa Krall in analyse & kritik Zeitung für linke Debatte und Praxis, Ausgabe vom 15. Februar 2013. (Externer Link zur Rezension hier.)

taz Logo klein«Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter fragen, warum ausgerechnet jene, ‹die über einen mehrheitsdeutschen Hintergrund verfügen, unentwegt über den Verlust der Vorhaut klagen (können), die sie selbst in der Regel besitzen› […] Die Blindheit gegenüber einer Realität der Ausgrenzung, die eisern regelt, wer über was sprechen darf, entlarvt die Sprecher selbst als deren Nutznießer. Schließlich bewegen wir uns in einem Kontext, in dem die christlich säkularisierte Mehrheit die ‹jüdisch-christliche Tradition›, die sie nun aufkündigt, erst konstruiert hatte – um eine lange Tradition des Antisemitismus vergessen zu machen – in dem sich die antiislamische Kulturkampf-These etabliert hat», schreibt Sonja Vogel in der taz vom 26. Januar 2013. (Externer Link zur Rezension hier.)

Verqueert_Logo«Egal wie man in der Debatte steht, bietet der Band wichtige – und zudem wissenschaftlich fundierte! – Anregungen zum Weiterdenken. Er bietet zugleich die unabdingbare Grundlage, auf der man überhaupt nachdenken kann, wie emanzipatorische Religionskritik aussehen kann.» Ralf Buchterkirchen auf seinem Blog verqueert.de (externer Link zur Rezension).

Kritisch lesen LogoDie Beiträge in diesem Band sind «in vielerlei Hinsicht (aus-)wegweisend in einem Umfeld, das zunehmend die Rede über etwas mit dem Etwas selbst verwechselt», urteilt Koray Yılmaz-Günay auf kritisch-lesen.de, Ausgabe vom Januar 2013: «Es ist eine der größten Stärken der Analyse, den diskursiven Rahmen herauszuarbeiten, in dem die Opposition von Selbstbestimmung des Kindes versus dem Recht von Eltern zwar funktional ist, aber gewaltig in die Irre führt. Denn es geht darin um wesentlich mehr als um das Für und Wider einer Beschneidung von Jungen. […] Es ist ein Verdienst dieser ‹Interventionen›, vehement darauf hinzuweisen, dass sich ein Phänomen wie die Vorhautbeschneidung von Jungen nicht isoliert betrachten lässt, sondern dass es immer darum gehen muss, Gesellschaft in ihrer Komplexität und mit ihren ineinander verschränkten Machtasymmetrien zu denken. Und auch und immer wieder darauf, dass die Rede von einem ‹Wir› nicht ‹uns› alle meinen muss. Zu viel Gesagtes und vor allem Ungesagtes ist darin miteinander verwoben, zu viele Ungleichheiten beim Zugang zum Sprechen, aber auch sehr viel dekretiertes Schweigen. Mit dem Ritus soll wesentlich mehr verschwinden als ein vermeintlich überkommener Brauch.» (Externer Link zur Rezension hier.)

Muslimische Stimmen LogoDas Buch wurde am 2. Dezember 2012 in den schönen Räumen von Allmende e. V. – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur in Berlin-Kreuzberg vorgestellt. Yasemin Shooman befragte die Autoren und moderierte die anschließende Publikumsdiskussion. Eine zuverlässige Rekonstruktion der Positionen von Çetin, Voß und Wolter findet sich auf der Website von Muslimische Stimmen – Unabhängiges Projekt für Pluralismus und Austausch (externer Link zum Beitrag). 

MIGazin LogoBereits im Dezember 2012 gab das Fachportal MiGAZIN, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award, den «Buchtipp zum Wochenende»: die «Interventionen». Dort findet sich auch ein Auszug aus dem Buch (externer Link zum Beitrag).

Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter: Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte»

Zuletzt aktualisiert am 4. November 2016 (Nachtrag zur wissenschaftlichen Rezeption erweitert)

Ein Band, in dem «die Beschreibung gesellschaftlicher Verhältnisse stets um die Handlungsebene zur emanzipatorischen Entwicklung von Politik ergänzt» wird. Heinz-Jürgen Voß auf kritisch-lesen.de (externer Link)

«Bei der Auslagerung von Homophobie wie von Antisemitismus zu Menschen, die als migrantisch und/oder muslimisch identifiziert werden, spielen schwule Meinungsbildner seit den 1990er Jahren eine wichtige Rolle. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird nicht müde, auf die Gefahren des antimuslimischen Rassismus und auf gemeinsame Interessen hinzuweisen, wie etwa in den Debatten um das Kopftuch oder die Beschneidung von Jungen. Demgegenüber bedient sich die ‹Community› einer Rhetorik gemeinsamen Leids mit ‹den› Jüd_innen, um eine strukturell rassistische und antisemitische Dominanzgesellschaft in ihren Grundfesten zu bestätigen. Indem sich der deutsche Homonationalismus positiv auf das ‹geläuterte Deutschland› bezieht, bewirkt er – gewollt oder ungewollt – vor allem eine Deutschwaschung der schwulen Szenen.» Koray Yılmaz-Günay/Salih Alexander Wolter (Wer MACHT Demo_kratie?, S. 73)

Im Juni 2013 veröffentlichte die Edition Assemblage in Münster den Sammelband Wer MACHT Demo__kratie? Kritische Beiträge zu Migration und Machtverhältnissen, hg. von Duygu Gürsel,  Zülfukar Çetin & Allmende e. V. (256 Seiten, broschiert,  16.80 €, ISBN 978-3-942885-34-8).  Er enthält Beiträge von Martina Benz, Houria Bouteldja, Zülfukar Çetin, Safter Çınar, Juan Pablo Díaz & Pablo Hermann & OKK (Organ Kritischer Kunst), Gaston Ebua, Urmila Goel, Ramon Grosfoguel, Duygu Gürsel, Cağrı Kahveci, Christiane Mende, Stephen Sulimma, Vassilis Tsianos, Ulu Turgay, Women in Exile sowie Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter.

Der Essay Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte» von Yılmaz-Günay/Wolter ist auch online zu lesen (PDF mit dem vollständigen Text). Eine gekürzte Fassung erschien vorab in ZAG Antirassistische Zeitschrift, Heft 63 (externer Link zum Beitrag). Am 17. August 2013 fand beim Berliner Festival gegen Rassismus ein gut besuchter Workshop zum Buch mit Herausgeber Zülfukar Çetin und den Autoren Safter Çınar, Turgay Ulu und Salih Alexander Wolter statt. Die erste Würdigung des Sammelbands, dem es in besonderer Weise gelingt,  «Aktivismus und theoretische Reflexion miteinander zu verbinden», gab es auf dem Mädchenblog (externer Link zur Rezension). Für kritisch-lesen.de besprach Heinz-Jürgen Voß das Buch und ging dabei ausführlich auf die Beiträge von Vassilis Tsianos und Yılmaz-Günay/Wolter ein, die jeweils die Beteiligung von weißen «Mittelschichts-Schwulen an rassistisch und klassistisch ausgrenzender Politik» analysieren (s. Link am Anfang dieses Artikels).

Nachtrag zur Rezeption von Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte»: Der Text wird u. a. in folgenden wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen zitiert: Zülfukar Çetin & Savaş Taş: Kontinuitäten einer Kooperation: Antimuslimischer Rassismus in Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Staat, in: Farid Hafez (Hg.): Jahrbuch für Islamophobieforschung 2014, Wien 2014: New Academic Press, S. 19-41; Heinz-Jürgen Voß: Homosexualität in den Naturwissenschaften, in: Florian Mildenberger u. a. (Hg.): Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Perspektiven, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 345-373; Heinz-Jürgen Voß: Zwischen Wissenschaft und Bewegung. Hirschfeld zu geschlechtlichen Zwischenstufen – und das Abbrechen mit der Nazi-Zeit, in: Rüdiger Lautmann (Hg.): Capricen. Momente schwuler Geschichte, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 87-108; Friederike Schmidt & Anne-Christin Schondelmayer: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – (k)ein pädagogisches Thema?, in: dies. & Ute B. Schröder (Hg.): Selbstbestimmung und Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Lebenswirklichkeiten, Forschungsergebnisse und Bildungsbausteine, Wiesbaden 2015 (das Buch lag bereits im Herbst 2014 vor): Springer VS, S. 223-240); Zülfukar Çetin: Der Schwulenkiez. Homonationalismus und Dominanzgesellschaft, in: Iman Attia u. a. (Hg.): Dominanzkultur reloaded. Neue Texte zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ihren Wechselwirkungen, Bielefeld 2015: Transcript Verlag, S. 35-46); Jin Haritaworn: Queer Lovers and Hateful Others: Regenerating Violent Times and Places, London 2015: Pluto Press (Vertrieb in den USA durch die University of Chicago Press); Zülfukar Çetin & Heinz-Jürgen Voß: Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität. Kritische Perspektiven, Gießen 2016: Psychosozial-Verlag.

Freitext 20: überschreiten …

In der neuen Ausgabe des Kultur- und Gesellschaftsmagazins Freitext finden sich wieder literarische Übersetzungen von Koray Yılmaz-Günay (externer Link). Die Kurzgeschichten aus dem Türkischen sind von Arzu Alkan Ateş (Das Spiel), Ahmet Büke (Sie lebten von Hund in Knochenbrühe und von Träumen), Yavuz Ekinci (Nennt mich İsmail) und Aykut Ertuğrul (Das Keyfekader-Café). Salih Alexander Wolter hat drübergelesen. Das Magazin aus Berlin-Schöneberg macht es sich seit jetzt zehn Jahren zur Aufgabe, mit Aufsätzen, Gedichten, Theaterstücken und Romanauszügen, mit Bildern und Gesprächen eine transkulturelle Perspektive auf die Kulturproduktion in Deutschland zu etablieren. Im Jubiläumsheft finden sich Herausgeber Deniz Utlu, die Redaktionsmitglieder Marianna Salzmann und Mutlu Ergün (a.k.a. Sesperado Lyrical Guerilla Berlin) sowie als Gastautor_innen Jin Haritaworn, Zülfukar Çetin u. v. a.

Freitext 19: Neue türkische Literatur

Das neue Heft des Kultur- und Gesellschaftsmagazins Freitext (externer Link) wird am Freitag, dem 20. April 2012, im Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg gefeiert. Ab 21 Uhr tragen Mutlu Ergün (a.k.a. Sesperado Lyrical Guerilla Berlin), Moona Moon, die Angry Birds u. a. dort ihre «gesammelten Kopfschmerzen» vor. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Literaturreihe «Vibrationshintergrund» statt, die von dem Schriftsteller Deniz Utlu kuratiert wird. Utlu, bekannt für seine «Minimals» und als Mitautor des Bestsellers Manifest der Vielen, ist zugleich Herausgeber der zweimal jährlich erscheinenden Zeitschrift, die versucht, «eine transkulturelle Perspektive auf die Kulturproduktion in Deutschland zu etablieren». Die aktuelle Ausgabe bietet u. a. einen Einblick in die Gegenwartsliteratur der Tükei: Die Erzählungen von Karin Karakaşlı, Menekşe Toprak, Serkan Türk und Güray Süngü wurden von Koray Yılmaz-Günay übersetzt. Salih Alexander Wolter hat drübergelesen.

Anti-Homofobı Kitabı 3 (International Meeting against Homophobia)

Aktualisiert am 9. Mai 2014

AntihomofobikitabiErschienen in Ankara im November 2011 bei KAOS GL, hg. von Ali Erol, 271 S., enthält u. a. den folgenden Beitrag von Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’daki Müslüman Örgütlerin Homofobi Karşıtı Açıklamaları (externer Link/Volltext-PDF, s. S. 101-107 – bakınız s. 101-107).

Infoseiten zum Buch gibt es in türkischer und englischer Sprache (externe Links).

S. a. Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’da «Müslüman» Kimliği ve Homofobi, gedruckt in KAOS GL (Ankara), Ausgabe November/Dezember 2010 (externer Link).

«Weil du kein Deutscher bist»

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Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter:
Wer darf Deutscher sein?

Ob es den Deutschen nicht auffalle, dass keine andere Nation «so häufig sich darauf beruft, eine zu sein», fragte sich Karl Kraus nach 1933. In Die dritte Walpurgisnacht mokierte er sich über «immer neue Begriffsbestimmungen» der NS-Propaganda: « ‹Der deutsche Mensch›, ‹der deutsche Arbeitsmensch›, das Staatsvolk, der Reichsbürger, der dem Reichsvolk zugehört, und dergleichen mehr, womit sich der Armut keine Stulle belegt.» Gegenwärtig macht zwar die «Nation», von der es hierzulande nie eine breit akzeptierte vernünftige Idee gab, noch immer etwas zurückhaltender von sich reden als damals, und schon gar nicht bekennt sie sich offen zu der «Volksgemeinschaft», als die sie sich unter dem deutschen Faschismus definierte. Aber die Vorstellung davon sitzt tief, und die «Lautsprecher von Natur», denen wir uns nach Kraus ausgeliefert haben, rufen sie unter anderem Titel nicht zufällig jetzt wach, da der von oben aufgekündigte «Sozialstaatskompromiss» niemanden mehr über gesellschaftliche Verhältnisse zu täuschen vermag und Alternativen gefragt wären. Das gelang nicht erst mit dem beispiellosen Medienhype um Sarrazins rassistisches Pamphlet, sondern die alte, im einschlägigen NS-Schrifttum angestachelte Angst vor der «Entnordung des deutschen Volkes» steckt auch hinter scheinbar viel rationaleren Beiträgen zur sogenannten Integrationsdebatte. Das zeigt sich in einem neuen Zweig der Wissenschaft: der Jugendliche-mit-Migrationshintergrund-Forschung.

Dabei ist das «Deutschland», das sich laut Sarrazin abschafft, nicht die real existierende Bundesrepublik. Es ist vielmehr die Halluzination, die auch die NPD meinte, als sie dem schwarzen Nationalspieler Asamoah bei der Weltmeisterschaft 2006 attestierte: «Nein Gerald, du bist nicht Deutschland. Du bist BRD!»Denn äußere Grenzen, die Verfassung oder die tatsächliche Zusammensetzung der Bevölkerung spielen beim Appell an das hegemoniale «Wir» keine Rolle: Deutsch ist, wer von Deutschen abstammt, die Staatsangehörigkeit ändert daran nichts. So steht es einerseits Menschen, die niemals zu irgendeinem Deutschland gehörten, auch nach dem im Jahr 2000 reformierten Staatsbürgerschaftsrecht frei, aufgrund mythischer Blutsbande einzuwandern, während andererseits Generationen von hier geborenen Menschen im eigenen Land außen vor bleiben. Das Begriffspaar «Deutsche und Juden» bezeugt es ebenso wie die verbreitete Annahme, Schwarze oder Roma könnten keine «Deutschen» sein. Denn Deutsche sind weiß, Deutsche sind sesshaft, Deutsche sind christlich.

Dennoch lässt sich nicht mehr leugnen, dass das Land zur Migrationsgesellschaft geworden ist. In den 1980er Jahren, als prozentual mehr Menschen aus anderen Ländern nach Westdeutschland als nach Kanada oder Australien «zu»wanderten (wie es im verdrucksten CDU-Jargon heißt, der in die Amtssprache übernommen wurde), verdrängten die Bundesregierungen unter Kohl diese Realität und boten Rückkehrprämien an. Und heute, da es mehr Auswanderer aus Deutschland als Neuankömmlinge gibt und die Rhetorik vom Boot, das voll sei, nicht mehr zieht, drückt sich in der allgegenwärtigen Klage über «Integrationsdefizite» vor allem die fortgesetzte Verweigerungshaltung der maßgeblichen Institutionen von Staat und Gesellschaft aus. Doch in vielen Großstädten sind die Jugendlichen «mit Migrationshintergrund» längst die Mehrzahl in ihrer Altersgruppe – Tendenz steigend.

Wer diese jungen Menschen sind, will eine im Juni veröffentlichte Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer nicht herausfinden – sie setzt dieses Wissen voraus: ein Vor-Wissen. Beantworten sollen sie Fragen wie diese: «Wie oft wurdest du in den letzten zwölf Monaten, weil du kein Deutscher bist, unhöflich behandelt?» Weil du kein Deutscher bist. Wer durchgehend so adressiert wird und schließlich bei Frage 90 des Bogens für «Nicht-Deutsche» ankreuzt, dass er sich «Deutschland verbunden» fühlt, muss etwas begriffsstutzig sein – offenbar ein Indikator für gelingende Integration. Und immerhin 21,6 Prozent der als «muslimisch» identifizierten 14- bis 16-Jährigen unter den 45.000 Jugendlichen, die das von Pfeiffer geleitete Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen 2007/2008 bundesweit befragte, nehmen sich selbst als Deutsche wahr. Bei den «christlichen» Teenagern nicht-deutscher» Herkunft sind es sogar 57,4 Prozent – was daran liegen mag, daß ihnen «nicht tagtäglich von den Leitmedien «der Islam» als das ganz Andere gepredigt wird, zu dem sie angeblich gehören. Im Übrigen verträgt sich Pfeiffers Einschätzung, wie ernst es jemand mit dem Glauben meint, gut mit dem zeitgenössischen christlichen Selbstverständnis, dem schon als «sehr religiös» unangenehm auffällt, wer nicht bloß zu Weihnachten in die Kirche geht. Dagegen wird hier noch der laue Muslim, der nur eins der fünf täglichen Pflichtgebete seiner Religion hält, als Eiferer erfasst.

So bestätigt, was bei dieser Erhebung über den vermuteten Zusammenhang von Religiosität und Delinquenz herauskommt, noch stets die Vorgaben, nach denen sie angestellt wurde: Unsere Gesellschaft teilt sich in Deutsche und Nicht-Deutsche, Erstere sind die Norm, Letztere das Problem. Damit man beide besser vergleichen kann, bekommen sie, je nach biologischer Abstammung, unterschiedliche Fragebögen: Ein «nicht-deutsches» leibliches Elternteil macht auch ein Kind der dritten Einwanderer-Generation zum «Ausländer». Weil sich solche Wissenschaft für Sozialisation nicht interessiert, gibt es auch keine Ausnahme für Adoptierte. Dafür dürfen sich die jungen Probandinnen und Probanden selbst in der Zuordnung von Menschen nach phänotypischen Merkmalen üben. So werden beispielsweise Opfer von Gewalttaten aufgefordert, die vermutete Nationalität des Täters oder der Täterin anzugeben. Andererseits werden ihnen zusätzliche Kompetenzen als Mangel ausgelegt: Wer etwa perfekt Deutsch kann, aber im Familienkreis Türkisch spricht, dem fehlt es nach Pfeiffer an «kognitiver Integration». Und erst recht nicht integriert sind «nicht-deutsche» Jugendliche, die – aus welchen Gründen auch immer – nach der Schulzeit lieber arbeiten gehen würden, statt das Abitur zu machen.

In der rechtspopulistischen Welle, die ganz Europa ergriffen hat, ist überall das antimuslimische Ressentiment wirksam. Aber im biologistischen Rassismus, wie er auch die «Pfeiffer-Studie» kennzeichnet, auf die sich Kanzlerin Merkel schon berufen hat – während sie Sarrazins Machwerk bekanntlich «nicht hilfreich» findet –, lebt die besondere deutsche Spielart des allgemeinen Wahns beängstigend wieder auf.

Ossietzky, Ausgabe vom 13. November 2010
[Auch auf der Ossietzky-Website veröffentlicht (Direktlink).]

Dossier «Homo-Antagonismus und antimuslimischer Rassismus» (2008-2010)

Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2016

Salih Alexander Wolter: «Ein Faktum, das dem Menschsein als solchem entspringt». Georg Klaudas notwendige Kritik des schwulen Islam-Diskurses (interner Link), gedruckt in Rosige Zeiten, Ausgabe Dezember 2008/Januar 2009, im Oktober 2008 vorab veröffentlicht auf www.schwule-seite.de (externe Links).

Noch im November 2008 sah Dirk Ruder in Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation «die Debatte über das wichtigste Szene-Sachbuch seit langem [nämlich Die Vertreibung aus dem Serail. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt von Georg Klauda] in ziemlich weiter Ferne. Eine längere Rezension verfasste indes Salih Alexander Wolter für das kleine Oldenburger Magazin Rosige Zeiten, vorab online gestellt unter www.schwule-seite.de.» (Zu Ruders Artikel geht es hier – externer Link.)

GLADT_Fachtag2008 Einen Durchbruch im Kampf gegen antimuslimischen Rassismus im Namen von «Homorechten» brachte dann der von GLADT e. V. am 25. November 2008 im Auftrag des Senats von Berlin organisierte Fachtag «Homophobie in der Einwanderungsgesellschaft». Die Dokumentation der Veranstaltung ist als gedruckte Broschüre vergriffen, als PDF-Datei kann sie aber durch einen Klick auf das Cover rechts heruntergeladen werden. Enthalten ist u. a. der grundlegende Beitrag von Prof. Dr. María do Mar Castro Varela: «Migration, Begehren und Gewalt. Anmerkungen zu Rassismus und Homophobie». Diesen Text gibt es unter dem Titel «Göç, Arzu ve Şiddet» auch in einer türkischen Übersetzung von Dr. Zülfukar Çetin (externe Links).

Von Salih Alexander Wolter stammt die Vorlage zum GLADT-Dossier «Religion und Homosexualität im Kontext von Rassismus», das im September 2009 veröffentlicht wurde (PDF – interner Link). Auf diesem Text wiederum basiert der folgende:

Salih Wolter & Koray Yılmaz-Günay: "Muslimische" Jugendliche und Homophobie - braucht es eine zielgruppenspezifische Pädagogik? (im IDA-Reader "Facebook, Fun und Ramadan. Lebenswelten muslimischer Jugendlicher")Salih [Alexander] Wolter & Koray Yılmaz-Günay: «Muslimische» Jugendliche und Homophobie – braucht es eine zielgruppenspezifische Pädagogik?, erschienen im Reader «Facebook, Fun und Ramadan – Lebenswelten muslimischer Jugendlicher» des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA), hg. von Stephan Bundschuh, Birgit Jagusch & Hanna Mai, Düsseldorf 2009 (interner Link). Dieser Aufsatz wird auch in wissenschaftlicher Literatur zitiert.1 Eine weitere Fortschreibung ist: Salih Alexander Wolter & Koray Yılmaz-Günay: Muslimische Erklärungen gegen Homophobie – Entstehung, Inhalt und Nutzbarkeit, erschienen 2011 in dem von Yılmaz-Günay herausgegebenen Reader Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001. Dieser Text ist online nicht verfügbar, aber bei der Edition Assemblage gibt es seit Dezember 2014 eine Neuausgabe des Bandes (mehr hier  – interner Link).

• GLADT u. a. im Juli 2010:

Berlin, Montag, 19. Juli 2010, vor dem Rathaus Schöneberg. GLADT damals zu diesem Foto: «Liebe Freund_innen, trotz einiger durch Polizeigewalt leicht und mittelschwer verletzter Mitglieder blicken wir mit Stolz auf den vergangenen Samstag zurück, wo wir mit vielen weiteren Organisationen und Einzelpersonen eine beachtliche Protestkundgebung gegen die rechtspopulistische so genannte ‹Bürgerbewegung› pro Deutschland organisiert haben. Heute Morgen haben wir schließlich gemeinsam mit unseren Freund_innen von Harmonie und Huzur das Rathaus Schöneberg gesäubert, damit es wieder wird, was es sein soll: Ein öffentlicher Ort, an dem Rassismus keinen Platz hat!»
Berlin, Montag, 19. Juli 2010, vor dem Rathaus Schöneberg. GLADT damals zu diesem Foto:
«Liebe Freund_innen,
trotz einiger durch Polizeigewalt leicht und mittelschwer verletzter Mitglieder blicken wir mit Stolz auf den vergangenen Samstag zurück, wo wir mit vielen weiteren Organisationen und Einzelpersonen eine beachtliche Protestkundgebung gegen die rechtspopulistische so genannte ‹Bürgerbewegung› pro Deutschland organisiert haben.
Heute Morgen haben wir schließlich gemeinsam mit unseren Freund_innen von Harmonie und Huzur das Rathaus Schöneberg gesäubert, damit es wieder wird, was es sein soll: Ein öffentlicher Ort, an dem Rassismus keinen Platz hat!»

Salih Alexander Wolter: Die Komplizenschaft verweigern (Nachlese zur Diskussion um Judith Butlers Ablehnung des «Zivilcourage-Preises» beim Berliner CSD  interner Link), gedruckt in Red & Queer 17, erschienen im September 2010, und im Internet nach wie vor auch zugänglich auf www.schwule-seite.de (externer Link).

Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’da «Müslüman» Kimliği ve Homofobi (interner Link), gedruckt in KAOS GL (Ankara), Ausgabe November/Dezember 2010 (externer Link). Eine überarbeitete Fassung des Textes ist: Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’daki Müslüman Örgütlerin Homofobi Karşıtı Açıklamaları, erschienen 2011 in dem von Ali Erol (KAOS GL, Ankara) herausgegebenen Sammelband Antihomofobi Kitabı 3: Heteroseksizme Karşı Gökkuşağı. Dieser Beitrag ist auch hier zu lesen (externer Link/Volltext-PDF, s. S. 101-107).

  1. U. a. von: Fatima El-Tayeb (University of California, San Diego): «Gays who cannot properly be gay»: Queer Muslims in the Neoliberal European City, in: European Journal of Women´s Studies 2012 (Abstract s. hier – externer Link; die Buchfassung dieses Aufsatzes erschien in: Matt Cook and Jennifer V. Evans [eds.]: Queer Cities, Queer Cultures: Europe since 1945, London/New York 2014: Bloomsbury Academic, p. 263-281); von Zülfukar Çetin (s. Alice Salomon Hochschule Berlin – externer Link): Homophobie und Islamophobie. Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin, Bielefeld 2012: [transcript] Verlag für Kultur, Kommunikation und soziale Praxis; ders.: Rassistische Heteronormativität – Heteronormativer Rassismus, in: Journal für Psychologie, Jg. 21 (2013) / Ausgabe 1 [unter dem Titel Zusammen- und Wechselwirkungen von Heteronormativität und (antimuslimischem) Rassismus in veränderter Form erneut veröffentlicht in: Friederike Schmidt und Anne-Christin Schondelmayer (Hg.): Selbstbestimmung und Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Lebenswirklichkeiten, Forschungsergebnisse und Bildungsbausteine, Wiesbaden 2015 (das Buch lag bereits im Herbst 2014 vor): Springer VS, S. 45-61]; von Yasmin Kassar und Patricia Piberger (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus / KIgA e. V.): Selbstbewusstsein stärken, Reflexionsfähigkeit fördern – Eine schulische Seminarreihe zur Islamismusprävention für die Sekundarstufe I, in: Aycan Demirel und Mirko Niehoff (Hg. im Auftrag von KIgA e. V.): ZusammenDenken. Reflexionen, Thesen und Konzepte zu politischer Bildung im Kontext von Demokratie, Rassismus und Islamismus – ein Projekthandbuch, Berlin 2013, S. 42-75; von Saideh Saadat-Lendle (Lesbenberatung Berlin LesMigraS) und Zülfukar Çetin: Forschung und soziale Arbeit zu Queer mit Rassismuserfahrungen, in: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.): Forschung im Queerformat. Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer und Geschlechterforschung, Bielefeld 2014: [transcript] Verlag / Reihe Queer Studies, Band 6, S. 233-250. [zurück]

Almanya’da «Müslüman» Kimliği ve Homofobi

Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter:
Almanya’da «Müslüman» Kimliği ve Homofobi

Almanya’da «İslam»’dan ya da «Müslümanlar»’dan bahsedildiğinde gündeme gelen konular, öncelikle şiddet/terörist saldırılar ve hemen sonra cinsiyet(çilik) ve (eş)cinsellik konularıdır.1 Bir kadının başörtüsü kullanmasının ne anlama geldiği, «namus» cinayetlerinin, eşcinsel düşmanı ya da aile içi şiddetin nasıl önlenebileceği, zorunlu evlilikler ve benzeri konular, Almanya’da hiçbir konunun ele alınmadığı kadar sıkça ve geniş bir platformda ele alınıyor. Medya, siyaset, devlet, bilim ve sivil toplum gibi önemi küçümsenemeyecek tartışma ortamlarının hepsinde hemen göze çarpan özellik ise, bu konuların kendini «Müslüman» olarak tanımlayan insanlarla değil, bu insanlar üzerine konuşarak işlenmesi.

Kabaca özetleyecek olursak: Bir insanın cinsiyet kimliği ve cinsel yönelimi üzerine özerkçe karar verebilme hakkı Almanya’nın temel taşlarından biri. Bunun ne zaman nerede kararlaştırıldığını bilmek, görmek – yani bunun ne kadar doğru olduğunu sorgulamak – gerekmiyor. Kırk kere söylersen öyle olur misali, eşitlik söylemi sürekli ve her yerde tekrarlanırken, fiilen gayet mevcut olan kadın-erkek eşitsizliği, heteroseksüel-eşcinsel eşitsizliği, trans kimlikli insanları görmeme «geleneği» kayboluveriyor. Yeter ki, sorana vereceğin cevabı bil. Özgürlük ve özerklik söylemine evet diyenin, 21. yüzyılın Almanya’sında aynı iş için kadınların hâlâ erkeklere oranla %30 daha az kazandığını sürekli hatırlaması gerekmiyor. Özgürlük ve özerklik söylemine evet diyenin, her yıl, etnik kökenine ya da dinine bakmaksızın toplumun her kesiminden erkek şiddetine maruz kalan on binlerce kadının sığınma evlerine kaçmaktan başka perspektifi kalmadığını bilmesi gerekmiyor. Ailesine açılan eşcinsel gencin ya da net bir «kadın»/«erkek» kimliğine uymayan herkesin okulunda, işyerinde, mahallesinde yaşadığı ayrımcılığın ve şiddetin ne derece azalmadığını her gün, her yerde anımsamak zor geliyor birçok insana. Yazılı basında, online forumlarda ve panel tartışmalarında görülen o ki, toplumun «biz» ve «onlar»’a ayrılmışlığı din ve mezhep sınırları tanımıyor. Kime sorsanız sorun, «bizim» değerlerimiz farklı «onların» değerleri farklı. Biz Almanız, onlar «göçmen».

Geçtiğimiz üç yılda homofobiyle ilgili haber sayısı özellikle eşcinsel olmayan medyada artarken aynı zamanda şu da ortaya çıkıyordu: Homofobiyi gittikçe sokaktaki saldırıyla eşdeğerleştiren bir algı, eşcinsel düşmanlığının haber niteliği failin kimliğine göre artıyordu. «Sıradan» denecek beyaz Almanlardan kaynaklanan şiddet vakaları gazetelere neredeyse hiç yansımazken ve aşırı sağcı saldırılarda yaralanan eşcinseller sadece arada bir haber olurken failin kimliği «Müslüman» ya da «göçmen» olarak «teşhis» edildiğinde kusursuz demokrat ve hür toplumumuzun tümüne saldırılmış olunuyordu… Fiilen (beyaz Almanlar tarafından işlenen) aşırı sağcı saldırılar çoğunluktayken ve gözle görülmeyen, yani fiziksel şiddete dönüşmeyen – sözüm ona «meşru» – eşcinsel düşmanlığı had safhadayken toplumsal homofobi anlayışının niteliğinin bu kadar banalleşmesi kısmen de «acı gerçekler» üzerinden prim yapmaya çalışan eşcinsel örgütlerinden bizzat kaynaklanıyor.

«Göçmenlerden» bahsederken, aslında kimden bahsedildiğini söylemekte fayda var. «Göçmen» kelimesi, siyasette, bilimde, anaakım medyada ve sivil toplumda son on yıldır Almanya’ya göç eden insanların sadece bazılarını tanımlamak için kullanılıyor. Hangi ülkeden gelindiğinin önemi görmezden gelinirken, ait olunan «kültür» ya da «din», her şeyi açıklayan bir anahtar olarak yüceltiliyor… Almanya bağlamında bu demek oluyor ki, «göçmen» eşittir Türkiyeli ya da Arap/Bosnalı. Fakat bu terminoloji, gelinen ülkeyi anlatmak için değil çoğunluk toplumu açısından «biz» ve «onlar» arasındaki netliği vurgulamak için kullanılıyor. «Göçmenlik» kılıfı (yani, kılık, kıyafet, ten veya saç rengi vs. itibariyle yakıştırılan «Müslümanlık»), aynı zamanda yüzyıllardır bu topraklarda yaşayan Romanlara ve Siyah Almanlara da uygun görülebiliyor.

Bu bağlamda, «çoğunluk toplumu» ise göçmenlik geçmişi olmayan, Hıristiyan geleneğinden gelen, toplumun normlarını belirleyen ve güç ilişkilerinde belirleyici taraf olan beyaz Almanlar oluyor. Romanlar, Yahudiler, siyah Almanlar, göçmenler ya da göçmen ailelerinin çocukları, fevkalade Alman vatandaşı olabilirler; fakat bu, beyaz Almanların imtiyazlarına sahip oldukları anlamına gelmiyor. Türkiye’de de olduğu gibi, vatandaşlık eşit hak anlamına gelmiyor Almanya’da. Hiç gelmedi, gelmemeye devam ediyor.

Çoğunluğu Müslüman olan ülkelerden ya da bölgelerden gelen göçmenler ve onların çocukları Müslümanlaştırılırken, Almanya’daki çoğunluk toplum da Hıristiyanlaştırılıyor aynı hamlede. Global çerçevede olup bitenleri «medeniyetler çatışması» olarak görmek isteyen zihniyet bu çatışmanın uzantılarını tabii ki kendi ülkesinde de arayacaktır. Kutuplaşmış medeniyet bloklarının içinde Müslüman olmayan Kürtün, Hıristiyan olan Arabın ya da Müslümanlığa dönmüş beyaz Almanın ya da – nereli olursa olsun – ateistin yeri olabilir mi? Eskiden «kültürler arası» yapılan diyaloglara «dinler arası» diyaloglar eklendi, bu diyaloglara katılanlara kimse, «Burada laik Türk’ün ya da sosyalist kökenden gelen Doğu Almanın ne işi var?» diye sormuyor. Almanya’da artık (varsayılan) din, (varsayılan) etnik kökenin yerini almak üzere. Etnik kökende olduğu gibi, bu «dini» kimlikler gerçekliklerle ilgili değil. Eskiden, Türkiye’den gelen herkes «Türk» oluyordu, şimdi Türkiye’den gelen herkes «Müslüman».

Özellikle eşcinsel erkeklere yönelik şiddeti takiben çıkan gazete haberlerine bakılırsa kutuplar bugüne kadar hiç olmadığı kadar uzak birbirine. Bunun sebebi, kamusal alanda genellikle genç erkekler tarafından uygulanan şiddetin yanı sıra özellikle yayınlanan iki makalede aranabilir: Almanya’da görece önemsiz Ahmediye Müslüman Cemaati’ne ait ve özellikle gençlere yönelik bir İnternet sayfasında eşcinsellik, bir hastalık olarak, domuz eti yemekle açıklanırken, 2008 yılının yaz aylarında Berlin’de yayınlanan ve bedava dağıtılan reklam dergisi «al-Salam»’da çıkan eşcinsel (erkek) düşmanı bir makale dalgaları yükseltmişti; «İslam ve homofobi» bir konu olarak, «Müslüman» gençler ise birer potansiyel fail olarak eşcinsel medyada ve günlük gazetelerde yerini bulmuştu. Bu bağlamda vatandaşlık, oturma izni, etnik köken, din ve/veya dinine bağlılık derecesi, yaş, dil bilme ya da bilmeme, eğitim seviyesi, sınıfsal konum vs. gibi etkenler tamamen gözardı edilirken, bu «şiddet kaynağı» genç erkeklerin ırkçı ayrımcılık ve bizzat yaşadığı şiddet deneyimleri de kayboluveriyordu… İster Hamburg olsun, ister Berlin, isterse Münih ya da Köln, Almanya’nın her büyük kentinde (erkek) eşcinsel camiayı en çok meşgul eden konulardan birisi: «Göçmenlerde» homofobinin dini ve/veya kültürel kaynakları. «İslam’ın eşcinsellikle ilgili daha çoook yol alması gerekiyor…»

Almanya’da Eşcinsellik ve Homofobi

Bütün kazanımlara rağmen halen Almanya’da eşcinsellik ve eşcinseller «normal» denen durumun bir parçası değil. Okullarda biyoloji dersinin dışında konu ele alınırsa, devlet memuru olmayan eğitmenler tarafından verilen ve zorunlu olmayan vicdan dersinde ancak yer bulabiliyor. Eşcinsellik, toplumsal bir olgu olarak değil, tıbbı, psikolojik ya da en temelinde biyolojik bir olgu olarak var olmaya devam ediyor, devletin okulundan mezun olan çocukların kafalarında. Teneffüslerde her geçen yıl artan homofobik küfürlerle mücadele edilip edilmemesinin getirilerini ve götürülerini düşünmek zorunda hisseden öğretmenler, işe alınmama ya da işten atılma riskiyle karşı karşıya kalmamak için meslek eğitimi ve iş piyasasında açılamayan translar, mahallelerde saklanmayı gerektiren heteroseksist egemenlik… Genç eşcinsellerde hâlâ ilk ve tek olma hissinin ne kadar yaygın olduğunu; intihara teşebbüs vakalarının bu gençlerde heteroseksüel gençlere oranla küçümsenemeyecek kadar yüksek olduğunu; aileleri tarafından sokağa itilen gençlerin evsizler arasındaki eşcinseller oranının ortalamanın çok üstüne tırmanmasına sebep olduğunu, yapılan araştırmalar gösteriyor. Cinsiyet kimliğinin ve cinsel yönelimin henüz şekillendiği bu yaş grubuyla sorumlu bir şekilde çalışabilecek eleman yok denecek kadar az. Öğretmenler, genel anlamda cinsellik konusunu nasıl ele alabileceklerini bilmezken, gençlerin okuldan sonra takıldığı birçok yerde başka konular sözüm ona daha önemli oluyor. Devlet ve egemen siyasetçiler, kadın-erkek evliliklere tanınan ayrıcalıkları «aile» olan herkese açmak konusunda hiç hevesli değil. Bu ilişki tipi en azından şehirlerde yok olurken, uzun vadeli, üreme odaklı monogam heteroseksüel ilişkiler ulaşılması gereken bir ideal olarak toplumun ve devletin neredeyse her alanında hâkim olmaya devam ediyor. Yasalara ya da televizyondaki dizilere ve reklamlara bakıldığında; arkadaş ortamında, okulda, işyerinde ya da bakkalda edilen muhabbete kulak verildiğinde; stadyumda edilen küfürlerin bize neler öğrettiği düşünüldüğünde, acı bir tablo çıkıyor ortaya… Her şey bize, eşcinselliğin doğal ya da olağan olan bir hayatın ve bunun dışında kalan, yani «normal» olmayan bir cinsel yönelim olduğunu gösteriyor. Yılda bir yapılan büyük etkinliklerin dışında kendini karanlık çöktükten sonra var eden bir camia, maalesef bunu sineye çekmiş durumda.

Neredeyse sadece «Müslümanlar» üzerinde yürütülen argüman, «onlar» (heteroseksüel «Müslümanlar») ve «bizler» (beyaz Alman eşcinseller) gibi bir ayrımı «gerektiriyor». Bu durum, azınlık konumunda bulunan grupları birleştireceğine gereksiz ve hatta zararlı bir kutuplaşmaya yol açıyor. Oysa, ismi, görünümü, dil seviyesi ya da başka sebeplerden dolayı «azınlık» olarak kategorize edilen birçok eşcinsel var. Bunların bir kısmı kendisi göç edenlerden oluşurken, Almanya’da doğmuş büyümüş birçok insan, 1980’lerden kalan kimlik kategorilerinin ne kadar ilkel olduğunu gayet net ortaya koyuyor… Göçmen, Siyah Alman, Roman ya da Yahudi eşcinsellerin salt mevcudiyeti bile, homofobinin cinsiyetçilikle ve özellikle ırkçılıkla ne kadar çok içli-dışlı bir görüngü olduğunu gösterirken, sokaktaki, bardaki, medyadaki, siyasetteki ve hatta eşcinsel örgütteki muhabbet homofobiyi ayrıştırıp tek başına halledilebilecek bir fenomen olarak algılamaya devam ediyor…

Sözde «Müslümanlar»

Almanya’daki «Müslümanların» kim olduğu sorusuna dair bir yanıt yok. Fransa’ya Kuzey Afrika’dan, İngiltere’ye ise Güney Asya’dan gelen birçok insan için dinin ve dindarlığın önemi yüksek ve bir sosyal kimlik olarak «Müslüman olmak» gayet doğal iken Almanya’ya gelen en büyük göçmen grubu için bu hiç de doğal değil. Buraya göç eden ve burada kalan en büyük grup, dini sosyal kimlik olarak yaşamayan ve söz konusu doğallığı benimsemeyen Türkiyelilerden oluşuyor. Birçok alanda Almanya’dan daha laik olan Türkiye’den gelen ya da Türkiyeli bir ailede doğan insanların büyük bir kısmı dini ve dindarlığı devletle ve toplumla ilişkilenirken «özel mesele» olarak tanımlamayı tercih ediyor. Birçok cami derneğinden ve cemaatten oluşan «community» bundandır ki, çok dağınık ve kendi içinde bölünmüş. Göçmenler, «Kürtlük», «İranlılık» ya da «Filistinlilik» üzerinden örgütlenmeyi tercih ediyor çünkü. Bu, hiyerarşik ve tekil kilise örgütlerine alışık olan devleti zorladığı için uzun vadede «İslam»’ın da tek adresi ve telefon numarası olmasını isteyen büyük bir kesim var. Ne var ki, onlarca farklı ülkeden gelen, ruhani ve cismani hayatları birbirine hiçbir şekilde benzemeyen farklı toplulukları bu şekilde biraraya getirmek mümkün olmuyor ve olmayacaktır da. Çünkü çoğunluğun Müslüman olmadığı Almanya’da, özellikle siyasal İslam’a ilgi duymayan kesimler, tek bir cemaat gibi davranmıyor ve örgütlenme biçimleri de kilise(ler)in örgütlenme biçimine benzemiyor.

Tekilleştirilen «İslam»’ın, Kuran’ın ve/veya sorumlu ilan edilen imamın eşcinsellik ya da eşcinseller konularındaki fikirleri ön plana çıkarıldığında aslında cinsiyet, yaş, sınıf vs. gibi önemi asla küçümsenemeyecek etkenler yok ediliyor. Toplumun her kesiminde olduğu gibi, tabii ki göçmen ailelerde de dinin öncesinde ve ötesinde bambaşka konular gündeme geliyor birey ailesine açıldığında. Komşular ne diyecek? Deden/ninen öğrenirse ne olacak vs. Daha sonra, önem sırasına göre bayağı sonra, belki de, «Ha, dinimiz de caiz bulmuyor» gibi bir argümanla karşılaşmak elbette mümkün. Oryantalizmin başını alıp gittiği bir ortamda sıralamadaki bu önemli ayrıntı gözden kaçırılıyor birçok kez…

Homofobi insana doğumunda hediye edilmiyor, sonradan zembille de inmiyor. Eşcinsel düşmanlığı Allah’ın vergisi, doğanın kanunu ya da tesadüf değildir. Gençlere, yetişkinler tarafından öğretilen homofobi, nesilden nesle geçiyor. Fakat homofobik bir yapıya sahip olmak, otomatikman şiddet uygulamaya götürmüyor insanı aynı zamanda. Yoksa her gün her yerde homofobik saldırı görüyor olmamız gerekirdi. Dolayısıyla homofobiyi yenmek için yetişkinleri (de) hedef kitlesi olarak tanımlamak gerekiyor; özellikle spor kulüplerine, meslek gruplarına, derneklere ve dini cemaatlere düşen bir sorumluluk var burada.

İlahi Pozisyonlar

Almanya’daki Müslüman anaakımın algısı bugün eşcinselliği bir günah ya da zararlı bir şey olarak adlandırmayı tercih ediyor. Bu algıyı kutsamak için günümüzden hadislere ve hatta Kuran’a varan bir tarihçe kurgulanıyor, sanki her zamanda ve her yerde insanlar bugünün anlamında cinsel yönelimler üzerine kafa yorup bugünün anlamında bunu nasıl ele alacaklarını düşünmüşler gibi… Almanya’da günümüzde dominant olan yorumlardan yola çıkacak olursak eşcinsellik bir günah olmakla kalmıyor, en azından erkek eşcinsellerin belirli şekillerde cezalandırılması da gerekiyor. Kuran’daki Lut hikâyesi aynen Musevilikte ve Hıristiyanlıkta olduğu gibi algılanıyor, yani «livat» günümüze ait olan «eşcinsellikle» özdeşleştiriliyor. Bunun ne kadar yersiz olduğunu görmek için tarihe bakmak gerekmiyor. Ama tarihe bakmanın faydaları da olabiliyor…

İslam hukukçuları hemcinsler arasında yaşanan ilişkileri ve cinselliği doğal bir gerçeklik olarak algılarken, sanayi toplumlarının metropollerinde 19’uncu yüzyılın ortalarından itibaren bambaşka bir şey çıkıyor ortaya: birer sosyal kimlik olan «lezbiyenlik» ve «geylik». Bu etiketler üzerinden cinsiyet kimliklerinin «normalliğini» gittikçe büyüyen bir başarıyla savunan geyler ve lezbiyenler ise, çok yakın tarihimizde «trans» kimliklerin ortaya çıkmasını zorlar.2 Dolayısıyla, «İslam ‹eşcinselliği› lanetliyor ve yasaklıyor» demek, «İslam ‹eşcinselliği› kabul ediyor» demek kadar sakıncalı. İnsanların cinsel yönelimlerine göre «heteroseksüeller» ve «eşcinseller» olarak ayrılması yer ve zaman olarak sadece bazı yerlere ve zamanlara tekabül ediyor – ve söz konusu toplumun sadece bir kısmını etkiliyor. Önemli olan, «İslam» değil, Müslümanlar ve bu Müslümanların pratikte yaptıkları ya da yapmadıkları.

Dünyevi Açıklamalar

Bu bağlamda, Almanya’daki bazı Müslüman dernekleri tarafından yapılan iki açıklamanın oldukça büyük bir önemi var. Almanya Müslümanlar Merkez Konseyi’nin genel sekreterinin açıklaması:

«İslam dininin eşcinselliğe bakış açısını Kuran belirler. Kuran, eşcinselliği İslam’ın doğa ve insanlık anlayışına uygunsuz bulur fakat dünyada bir cezalandırma öngörmez.

Özellikle altını çizeriz ki: Eşcinsellere karşı şiddet ve ayrımcılık olmamalı! 20 Şubat 2002 tarihli «İslam Şartı»’nda ve Müslüman çatı kuruluşlarının imzaladığı diğer belgelerde de açıkladığımız gibi, biz Müslümanlar, Almanya’nın Anayasasını kabul etmekteyiz. Hareketlerimizi bu belirler; dinlerin, azınlıkların ve grupların – bunlar arasında eşcinsellerin de – ayrımcılığa maruz kalmasını kınarız.»3

Bunun dışında, bazı Berlinli Müslüman dernekleri (ve ulusal çapta çalışan derneklerin Berlin temsilcilikleri)4 dinden kaynaklanan homofobik pozisyonlarla ilgili bir açıklamada bulunmuştu:

«Bu yılın [2008] Nisan ayında bir yazar, Arapça yayınlanan reklam dergisi al-Salam’da çıkan bir makalesinde eşcinsellikle ve eşcinselliğin götürüleriyle ilgili kişisel homofobik görüşlerine yer vermiştir. Bu makaleye karşı kamunun reaksiyonu haklı olarak hiddet olmuştur, anlayış gösterilmemiştir. Yazar her ne kadar yalnızca kendi fikirlerini beyan etmişse de bu makalenin yayınlanmasından sonra Almanya’daki Müslümanların, eşcinselliğe bakış açısıyla ilgi geniş bir tartışma çıkmıştır.

Kuran’ın tutumundan yola çıkarak Müslüman bilginler arasında bir fikir birliği vardır; eşcinsel davranışlar ilahi anlamda günah olarak ele alınır. Bilindiği üzere aynısı alkol tüketimi ve evlilik dışı ilişkiler için de geçerlidir. İslami ilahiyattan yola çıkarak günah olarak algılanan davranışları tasvip etmemiz mümkün değildir.

Fakat aynı zamanda çok eminiz ki, cinsel yönelim, alkol tüketimi ve İslam ilahiyatında günah olarak ele alınan her şey kişinin özel meselesidir. Bizim bir şeyi tasvip etmemiz ya da etmememiz, hiç kimsenin kişisel özgürlüğünü kısıtlayamaz, kısıtlamamalı da. Her insan kendisinden ve davranışlarından sorumludur ve ahrette yaratanı önünde bunların hepsi için hesap verecektir. Bu, İslami inancımızın vazgeçilmez bir öğesidir.

Her ne kadar eşcinselliği eşcinsellik olarak tasvip etmesek de, eşcinsellerin maruz kaldığı her türlü kovuşturmayı ve hatta şiddeti kınıyoruz. Büyük bir kararlılıkla herhangi bir toplumsal grubun karşılaştığı her türlü ayrımcılığa karşı çıkıyoruz; bu gruplara eşcinseller de dâhildir.

Son olarak söylemek isteriz ki, adı geçen makalenin yayınlanmasından sonra bazı yazarlar, dolaylı ya da dolaysız olarak eşcinselliğin günah olarak algılanmasını eleştirmektedirler. Böylece, bu anlayışın homofobinin kaynağı olduğunu ima ediliyor. Oysa homofobinin sebebi dini inanışlar değil bireysel özgürlük anlayışının az gelişmişliğidir. Müslümanlar, inanışlarını ve ahlak anlayışlarını eleştirerek bireysel özgürlük mücadelesi için kazanılamayacaktır, belki de tam tersi bile olacaktır. Belirleyici olan, hür düşünen insanların, kendi düşüncelerinden bağımsız olarak, bireyin ve ötekinin çoğulcu özgürlüğünü daha iyi kavramaktır.»5

Bu örgütler «Müslümanların» tümünü temsil etmediği gibi «İslam»’ı da temsil etmiyor. Fakat yine de toplumsal bir sorun olarak homofobiye karşı yaptıkları bu açıklamalar olumludur. – Her iki açıklama da eşcinselliğin bir günah olduğunu ama aynı zamanda bu günahın yargılanması ancak ahrette olabileceğini savunmaktadır. Dünyada, bugün ve burada, şiddet uygulanmasına karşı olmakla kalmayıp üstünde durarak bireysel hak ve özgürlükleri desteklemektedirler.

İmzalayanlar arasında üye sayısı itibariyle Almanya’daki en büyük Müslüman örgüt olan DİTİB (Diyanet İşleri Türk İslam Birliği) de yer alıyor. Dini inanışlarının temelindeki «fikir birliği»’nden bahseden örgütler, aynı zamanda bireysel iradenin de altını çiziyor. Böylece Almanya’nın bireysel özgürlüğü koruyan hukuk düzeninin gereksinimlerini yerine getiren kuruluşlar aynı zamanda kendilerine karşı kullanılan en güçlü tezlerin birisini – «bizden geri kalmış, bizden daha ataerkil, bizden daha homofobik» – görece çürütmüş oluyor…

Değerlendirme

Hem siyasal İslam hem de beyaz Almanlardan oluşan kamu, çoğunluğu Müslüman olan ülkelerden gelen insanları (tekrardan) Müslümanlaştırmak ve tekil bir Müslümanlığı toplumsal kimlik olarak meydana getirmek istediği için, bu tür açıklamaları dikkatle okuyup dikkatle değerlendirmek gerekiyor. Kökünden ırkçı bir yapıya sahip olan Almanya’da birazcık eşitlik için aklı selim herhangi Müslüman grup herhangi açıklamayı yapacak durumda bulunuyor, maalesef. Sürekli potansiyel terörist muamelesi gören dernekler, cemaatler ve kişiler, bu durumda stratejik karar alıyor olabilir, bu da gayet anlaşılırdır. Ama onun dışında, Papa’ya veya Protestan Piskoposlara benzer bir otorite merkezine zaten sahip değil İslam. Dolayısıyla, toplumsal arenada bu tür açıklamaların ne kadar değerli olacağını kestirmek o kadar da kolay değil.

Ama her nasıl olursa olsun, homofobiye karşı yapılan bu açıklamalar manzarayı renklendiren, olumlu birer başlangıç da teşkil ediyor. Almanya’da ne eşcinsellerin ne de transseksüellerin temel hak ve özgürlükleri somut gerçekler olarak var. Tam tersine, medeniyet öncesi ya da ötesi, kolektivist birer topluluk olarak görülen göçmenler sayesinde ve sadece soyut olarak var ediliyorlar. «Biz», aydın, eşitlikçi vs. Avrupalılar olarak tabii ki «lezbiyenleri ve geyleri» modernitemizin birer simgesi olarak el üstünde tutuyoruz… Asıl bu «biz»’leri irdelemek gerekiyor. «Biz» Almanlar, «onları» (göçmenleri ve/veya diğer ötekileri) gerektiriyoruz, çünkü onları gereksiniyoruz. Sadece «onlar» varsa biz, «biz» oluyoruz çünkü…

Bu açıklamalar özellikle anti-Müslüman ırkçılığa karşı mücadele etmek için yarıyor, anlaşılan. Homofobiye karşı mücadele için önemleri o kadar da büyük görünmüyor. Bu açıklamaları yapan dernekler, çatı kuruluşları vs. şimdiye kadar homofobik açıklama yapmıyordu, dolayısıyla yaptıkları anti-homofobi açıklamalar da önemli bulunması gerekmiyor. Görece laik bir anlayış sergileyen adı geçen Berlinli ve Almanyalı örgütlerden Katolik kilisenin özellikle İtalya ve İspanya’da gerçekleştirdiği şekilde büyük eşcinsel düşmanı kampanyaları beklemenin bir manası da yok ama. Bu olumludur, çünkü cemaatler içinde gizli ya da açık yaşayan lezbiyenleri ve geyleri biraz da olsa güçlendirecektir. Belki de mutabakat gibi görünen o günah konusunda sağlanan fikir birliği günün sonunda o kadar da katı değildir… 6

KAOS GL 115, kasım 2010
[İnternet adresi: http://www.kaosgl.com/sayfa.php?id=6024.]

  1. Bu makalenin Almancası, Mayıs 2010’da Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) Derneğinin Facebook, Fun & Ramadan. Lebenswelten muslimischer Jugendlicher adlı broşüründe yayınlanmıştır. Türkçe çevirisi ufak değişikliklerle makaleyi yazanlar tarafından KAOS GL için hazırlanmıştır. Broşürün Almanca kopyasına http://www.idaev.de/cms/upload/PDF/Publikationen/IDA_Facebook_Fun_und_Ramadan.pdf adresinden ulaşılabilir. [zurück]
  2. İslam bilginlerinin tarih boyunca eşcinsellik üzerine görüşleri için bkz.: Georg Klauda: Die Vertreibung aus dem Serail. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt, Hamburg 2008 (bkz.: eleştiri [Almanca].) [zurück]
  3. Almancası: «Die Haltung der Religion des Islam zur Homosexualität wird von Aussagen des Koran bestimmt; darin verurteilt der Koran Homosexualität als vom islamischen Natur- und Menschenbild abweichend, knüpft daran jedoch keine konkrete Strafe im Leben. / Ausdrücklich betonen wir an dieser Stelle: Keine Gewalt und Diskriminierung gegen Homosexuelle! Wie dies unter anderem in der Islamischen Charta vom 20. Feb. 2002 und anderen Dokumenten der muslimischen Spitzen- und Dachverbände zum Ausdruck kommt, stehen die Muslime auf der Grundlage des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Danach verhalten wir uns und handeln wir auch und verurteilen jegliche Verfolgung und Diskriminierung von Religionen, Minderheiten und Gruppen, darunter auch Homosexuelle.» [zurück]
  4. Açıklamayı imzalayan dernekler: Deutschsprachiger Muslimkreis (DMK), DİTİB, İnssan, İnterkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung (İZDB), İslamisches Kultur- und Erziehungszentrum (İKEZ), Muslimische Jugend, Neuköllner Begegnungsstätte (NBS). [zurück]
  5. Almancası: «Im April dieses Jahres [2008] ist im arabisch-sprachigen Anzeigenblatt al-Salam ein Artikel erschienen, in dem der Autor seine persönlichen und homophoben Ansichten zu Homosexualität und ihren Konsequenzen darlegt. Die Reaktion der Öffentlichkeit auf diesen Artikel war zu Recht Empörung und Unverständnis. Auch wenn der Autor nur für sich selbst sprechen kann, entwickelte sich eine breite Debatte über die Einstellungen von Muslimen in Deutschland zu Homosexualität. / Ausgehend von den Aussagen des Korans gibt es unter muslimischen Gelehrten den Konsens, dass homosexuelle Handlungen theologisch als Sünde zu betrachten sind. Ähnliches gilt – bekanntlich – auch für das Trinken von Alkohol oder außereheliche Beziehungen. Handlungen, die islamisch-theologisch als Sünde betrachtet werden, können wir aus unserem Glauben heraus nicht gutheißen. / Gleichzeitig sind wir der festen Überzeugung, dass die sexuelle Orientierung, der Konsum von Alkohol, oder was auch immer in der islamischen Theologie als Sünde betrachtet wird, Privatsache ist. Ob wir etwas gutheißen oder nicht, wird und kann die Freiheit des Einzelnen in keiner Weise beschränken. Für uns handelt hier jeder Mensch eigenverantwortlich und wird im Jenseits – dies ist fester Bestandteil unserer islamischen Glaubensvorstellung – vor seinem Schöpfer für sein gesamtes Handeln Rechenschaft ablegen müssen. / Auch wenn wir Homosexualität als solche nicht gutheißen, verurteilen wir jegliche Form der Verfolgung oder gar Gewaltanwendung gegen Homosexuelle. Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Form der Diskriminierung und Verfolgung irgendwelcher gesellschaftlicher Gruppen einschließlich der Homosexuellen. / Zum Schluss sei angemerkt, dass in der aktuellen Berichterstattung über den oben genannten Artikel manche Autoren direkt oder auch indirekt die Vorstellung bzw. Aussage kritisieren, dass Homosexualität eine Sünde ist. Hierdurch erwecken sie den Eindruck, dass dies eine Ursache von Homophobie sei. Nicht die Glaubensvorstellung führt zu Homophobie, sondern vielmehr ein mangelndes Verständnis über die Freiheit des Einzelnen. Muslime – und nicht nur sie – wird man für den Kampf für individuelle Freiheit nicht gewinnen können, indem man Glaubens- und Moralvorstellungen kritisiert. Stattdessen erreicht man das Gegenteil. Entscheidend ist vielmehr die Vermittlung eines richtigen Verständnisses für die vielfältige Freiheit des Einzelnen bzw. des Anderen unabhängig von den eigenen Überzeugungen, die jeder Mensch wiederum für sich frei wählen kann.» [zurück]
  6. ABD’de ve Britanya’da eşcinsel Müslümanların kurduğu örgütler mevcutken Almanya’da bu tür örgütlenmeler bugüne kadar başarılı olamadı. Bu, göç alınan ülkelerin farklılıklarıyla ilgili olabilir, aynı zamanda, Almanya’da oluşan göçmen kültürünün farklı şekillerde sosyalleşmeyi sağlayabilmesiyle de. Almanya bağlamı için cemaat içi çalışmaları olan Müslüman bir eşcinselin perspektifleri için bkz.: http://home.arcor.de/yadgar/mohr/islam_homo2.html (Almanca). [zurück]