«Zwischen Bewegung und Wissenschaft». Glückwunsch, Professor Heinz-Jürgen Voß!

Aktualisiert am 30. April 2017 (Nachtrag)

Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin
Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin

Heinz-Jürgen Voß gehört seit gut zwölf Jahren zu meinen engsten Freund_innen. Gerade mal 34 Jahre alt, kann der diplomierte Biologe und promovierte Sozialwissenschaftler bereits eine ganze Reihe viel diskutierter Fachbücher vorweisen: von Making Sex Revisited (2010) über Geschlecht – Wider die Natürlichkeit (2011) bis zu Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (2012) und Biologie und Homosexualität (2013). Dazu zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Sammelbänden – erst vor wenigen Tagen erschien der von seinem Doktorvater Rüdiger Lautmann herausgegebene Reader Capricen. Momente schwuler Geschichte mit Heinzis Beitrag über Magnus Hirschfeld (externer Link zum Verlag). Der Titel dieses Aufsatzes – «Zwischen Bewegung und Wissenschaft» – könnte auch über seiner eigenen Arbeit stehen, wovon zum Beispiel unser aktuelles gemeinsames Buch Queer und (Anti-) Kapitalismus zeugt. Jetzt gibt es etwas zu feiern: Dr. Heinz-Jürgen Voß wurde von der Hochschule Merseburg zum Mai 2014 auf die Professur «Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung» berufen. Ganz herzlichen Glückwunsch!

Salih Alexander Wolter

Nachtrag am 30. April 2017: Gut drei Jahre nach diesem Blogpost empfehle ich ein ausführliches aktuelles Interview mit Heinz-Jürgen Voß. Der Journalist Peter Haffner führte es für das Monatsmagazin NZZ Folio der Neuen Zürcher Zeitung, Ausgabe vom Mai 2017: «Was wir begehren. Asexualität, Neosexualität und mehr als zwei Geschlechter: Bringt die Sexualwissenschaft Ordnung in Sex und Gender?» (externer Link).

«Eine gelungene Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität». Aus Rezensionen zu «Queer und (Anti-) Kapitalismus»

Zuletzt aktualisiert am 24. April 2017 (weitere Nachträge zur wissenschaftlichen Rezeption)

Am 28. August 2013 veröffentlichte der Schmetterling Verlag Queer und (Anti-) Kapitalismus von Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter, die 2., durchgesehene Auflage erschien im Juli 2015. Inzwischen wird das Buch auch schon in einer Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen zitiert – Hinweise dazu gibt es am Ende dieses Beitrags. Hier zunächst eine Auswahl aus den Rezensionen (neueste zuerst):

Queer und (Anti-) Kapitalismus Buch des Monats«[E]in auch für Einsteiger_innen gut lesbarer Überblick», schreibt Hans Reuter in Critica – das linke Magazin für Studierende über das «Buch des Monats» Oktober 2014. Der Beitrag –  der am Jahresende auch auf dem vielgelesenen Blog Die Freiheitsliebe veröffentlicht wurde (externe Links zur Rezension) – weist besonders auf «ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Überblickstexten» hin: «die konsequente Einbeziehung eines diefreiheitsliebepostkolonialen, antirassistischen Standpunktes. Dabei wird insbesondere auf die Theorieproduktion Betroffener Bezug genommen und offengelegt, dass auch in emanzipatorischen Kämpfen immer wieder Ausschlüsse marginalisierter Gruppen (wie People of Colour und transgender) stattgefunden haben. Gerade die schwule Szene in Deutschland täte gut daran, selbstkritisch die von Voß und Wolter angesprochenen Entsolidarisierungen und Ausschlüsse zu reflektieren.»

Frigga Haug rezensiert Voß/Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus (Das Argument, Heft 307)Eine ausführliche Besprechung verfasste Frigga Haug für die von ihr mit herausgegebene Zeitschrift Das Argument, Heft 307 (externer Link zum Inhaltsverzeichnis). Sie unterstreicht, dass Voß und Wolter «auch die BRD ‹als postkoloniales Gebilde› in der ‹neokolonialen Ordnung kritisch ins Visier› [nehmen], an der alle (auch alternative weiße prekarisierte queers) teilhaben ‹als Komplizen›». Weiter heißt es in dem Artikel u. a.: «Die Analyse von Nord und Süd als globale Perspektive gewinnt zugleich eine klarere Sicht auf die Lage der Frauen in der Welt, die (wieder mit Spivak) noch ‹keine Sprache haben›, und auf Migration und Ausbeutung.»

Lambda_Heft 2_2014«Dass queer-feministische Positionen und politische Praxis sowie antikapitalistisches und antirassistisches Engagement sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern untrennbar miteinander verbunden sind, führen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter detailreich, theoretisch fundiert und politisch streitbar aus», schreibt Gudrun Hauer in den Wiener Lambda-Nachrichten, Ausgabe Mai/Juni 2014 (Link zum externen PDF-Volltext, s. S. 48). Die «spannende Studie» liefere «zahlreiche Einsichten in blinde theoretische und politisch-praktische Flecken von uns weißen politischen AktivistInnen in ökonomisch privilegierten Staaten».

pw_portal logo«Diesem ‹Homonationalismus› und dessen Protagonisten aus dem ‹weißen schwulen Establishment›  begegnen die Autoren mit einer gelungenen Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität, der Theorie mehrdimensionaler Diskriminierung. […] Wolter und Voß demonstrieren, warum Diskriminierung als Normalzustand eben nicht nur rassistisch, klassistisch, sexistisch oder homophob ist, sondern manchmal auch alles in einem. Sie begründen so, warum es dem Queerfeminismus nach wie vor ‹ums Ganze› gehen müsse.» Florian Geisler auf dem Portal für Politikwissenschaft der  Hamburger Stiftung Wissenschaft und Demokratie (externer Link zur Rezension)

Queerulant_in Logo«Die Autor*innen argumentieren streng historisch und verweisen […] auf queere Geschichte selbst», hebt die Queerulant_in, Heft 6 (Januar 2014), hervor. Genau dies sei «eine große Stärke des Buchs […]: queere Geschichte mit marxistischer Theorie zu vereinen und darzustellen».

MALMOE Logo

«Queer und (Anti-) Kapitalismus ist ein Buch, das Perspektiven eröffnet. Die Autoren* […] geben den Anstoß, intersektionale und antikapitalistische Analysen konsequent zusammenzudenken», heißt es in der österreichischen Zeitschrift Malmoe«Der Kampf um die Befreiung von Unterdrückung muss […] multidimensional gedacht und gemacht werden, wenn er wirkungsvoll sein soll.» (Externer Link zur Rezension.)

SINa Logo Voß und Wolter belegen «nachdrücklich […], wie die weiße Frauen- und Queerbewegung People of Color (PoC), deren Bedeutung in der Bewegungsgeschichte und deren Belange (systematisch) […] ausblenden», stellt Katja Krolzik-Matthei im sexualwissenschaftlichen SINA-Newsletter fest und urteilt: «Das Buch bewegt sich auf einem theoretisch höchst anspruchsvollen Niveau und weist eine sehr hohe Dichte an faktenbasierter Information auf. Dennoch: Die Lektüre von Queer und (Anti-) Kapitalismus kann dazu verhelfen, Maßstäbe und Ziele von queer-feministischem Aktivismus zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten und zu formulieren.» (PDF-Volltext, s. S. 8/9 – © 2013 Gesellschaft für Sexualwissenschaft e. V.)

Siegessaeule LogoDas Buch bietet einen «Überblick, vom Marxismus hin zum Poststrukturalismus, zu queeren und postkolonialen Theorien. Ein großes Unterfangen, das die beiden mittels kleiner, leicht lesbarer Formate gut meistern». Siegessäule, Ausgabe Dezember 2013.

frn_logo_text_klein«Ja, wann kommt denn jetzt die Kapitalismuskritik? Hier kommt sie:» Auf Coloradio führt Antje Meichsner engagiert in «dieses wunderbare Buch»  ein und stellt dabei besonders «das konsequente Featuren der Literatur von Personen of Color» heraus. Sie empfiehlt: «Diese spannende Argumentation solltet ihr in voller Länge lesend genießen.» (Externer Link zu Podcast und Textfassung auf dem Audioportal Freier Radios.)

header-uniqueDie Autoren verstehen sich darauf, «Debatten zuzuspitzen und zugleich zu versachlichen», schreibt Kübra Atasoy im Wiener Hochschulmagazin UNIQUE. «Statt sich auf starre Erklärungsmuster zu versteifen, stellen Wolter und Voß Fragen: Sie zeigen auf, was ‹Ökonomiekritik› mit Kapitalismus nicht mehr zu tun hat und wie Kämpfe, die ihren Kern nicht benennen können, zahnlos werden.» (Externer Link zur Rezension.)

akduell_logo«Ist der Kampf für die Rechte und Interessen von Lesben, Schwulen und anderen Queers eine im Grunde unpolitische Lobby-Arbeit oder steht er im Zusammenhang mit anderen ungerechten Verhältnissen, wie Rassismus und Kapitalismus? Die Autoren des neu erschienenen Bandes Queer und (Anti-)Kapitalismus vertreten entschieden letzteren Anspruch und versuchen die vermeintlichen Ein-Punkt-Bewegungen entgegen dem schwul-lesbischen Mainstream zu verbinden. Dabei argumentiert das Buch vor allem bewegungsgeschichtlich und keinesfalls theoretisch abgehoben», heißt es in ak[due]ll Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet  (externer Link zum Artikel).

logo_farbe_queer.de_01«Seit Werner Hinzpeters Schöne schwule Welt (1997) und Eike Stedefeldts Schwule Macht (1998) hat niemand mehr so konkret die Akteure der schwul-lesbischen Szene – wie etwa LSVD und Queer Nations – analysiert und kritisiert. Man darf gespannt sein, ob als Reaktion wieder nur beleidigte Abwehr kommt oder – man soll die Hoffnung nie aufgeben – ein Umdenken erfolgt.» Ulrike Kümel auf queer.de (externer Link zur Rezension).

Analyse-Kritik-Logo«Die LeserInnen tauchen direkt ein in die vielschichtigen Zusammenhänge der Entstehung eines globalen Kapitalismus, historischer Kolonialisierung und aktueller Migrationspolitik sowie sich wandelnder Geschlechter- und sexueller Verhältnisse.» Lisa Krall in Analyse und Kritik (externer Link zur Rezension).

Logo MM_end«[…] eine tiefgehende Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht.» Mädchenmannschaft (externer Link zur Rezension).

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Nachtrag zur wissenschaftlichen Rezeption, zuletzt ergänzt am 24. April 2017: Queer und (Anti-) Kapitalismus wird u. a. in den folgenden aktuellen wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen zitiert (Reihenfolge des Erscheinens): Volker Woltersdorff: Homosexualitätsforschung und Queerstudien, in: Florian Mildenberger, Jennifer Evans, Rüdiger Lautmann & Jakob Pastötter (Hg.): Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Perspektiven, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 205-239; Gudrun Perko & Dorothea Kitschke: Kompetenzmessung in der Hochschullehre? Eine Studie über die Vermittlung und Einschätzung von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen für soziale Berufe im Hochschulkontext, Weinheim & Basel 2014: Beltz Juventa; Manfred Prisching: Wissens- und Deutungsprobleme beim öffentlichen Vortrag, in: Ronald Hitzler (Hg.): Hermeneutik als Lebenspraxis. Ein Vorschlag von Hans-Georg Soeffner, Weinheim & Basel 2015: Beltz Juventa, S. 214-230; Thomas K. Gugler: New Media, Neosexual Activism and Diversifying Sex Worlds in Post-Liberalization India, in: Nadja-Christina Schneider & Fritzi-Marie Titzmann (Hg.): Studying Youth, Media and Gender in Post-Liberalisation India. Focus on and about the «Delhi Gang Rape», Berlin 2015: Frank & Timme / Reihe Kommunikationswissenschaft, Bd. 6, S. 143-166; Ole Norhausen: Soziale Arbeit als Ort der Postwachstumsgesellschaft. Care, Commons und sozial-nachhaltige Ökonomie, Berlin 2015: Wissenschaftlicher Verlag; Rüdiger Lautmann: Sexuelle Vielfalt oder Ein Ende der Klassifikationen?, in: Sven Lewandowski & Cornelia Koppetsch (Hg.): Sexuelle Vielfalt und die UnOrdnung der Geschlechter. Beiträge zur Soziologie der Sexualität, Bielefeld 2015: Transcript, S. 29-66; Johannes Kohaupt: Rockmusik. Eine hermeneutische Untersuchung. Volume II: Gegenkulturen von Gothic-Rock bis Emocore, Hamburg 2015: Tredition; Patrick Helber: Dancehall und Homophobie: Postkoloniale Perspektiven auf die Geschichte und Kultur Jamaikas, Bielefeld 2015: Transcript; Gudrun Perko: Das «Social Justice und Diversity Concept» zugunsten einer politisierten pädagogischen Praxis, in: Sarah Huch & Martin Lücke (Hg.): Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule: Konzepte aus Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik, Bielefeld 2015: Transcript, S. 69-92; Christine Riegel: Bildung, Intersektionalität, Othering. Pädagogisches Handeln in widersprüchlichen Verhältnissen, Bielefeld 2016: Transcript; Marion Thuswald: Diversity Studies. Theorie und Forschung zu Differenzen und Diversität, in: Elke Gaugele & Jens Kastner (Hg.): Critical Studies. Kultur- und Sozialtheorie im Kunstfeld, Wiesbaden 2016: VS Springer, S. 263-290; Antje Neumann: Geschlechterverhältnisse verändern. Formen queer-feministischer Interventionsstrategien, Hamburg 2016: Marta Press; Sophie Vögele & Karin Hostettler: Gender and Sexuality. Place/s of Imperialism? Thinking Europe as Post_colonial, in: Murat Ates, James Garrison, Georg Stenger & Franz Martin Wimmer (Hg.): Orte des Denkens – Places of Thinking, Freiburg & München 2016: Verlag Karl Alber in der Verlag Herder GmbH, S. 321-335; Peter-Paul Bänziger & Zülfukar Çetin: Die Normalisierung eines Ausnahmezustands? Geschichten der Aids- und der Drogenthematik in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1980er Jahren, in: Hannah Ahlheim (Hg.): Gewalt, Zurichtung, Befreiung? Individuelle «Ausnahmezustände» im 20. Jahrhundert, Göttingen 2017: Wallstein Verlag, S. 117-140.– Außerdem empfiehlt Diana Demiel Queer und (Anti-) Kapitalismus in dem von Anne Allex hg. Band Stop Trans*-Pathologisierung: Berliner Positionen zur internationalen Kampagne, 3., wesentl. erw. Auflage, Neu-Ulm 2014: AG SPAK Bücher, S. 177f (das Buch erschien im Januar 2015).

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Aktualisiert am 10. Juni 2015

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus  • Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus, Stuttgart 2013 (2., durchgesehene Auflage 2015): Schmetterling Verlag, 160 Seiten, broschiert, 12,80 €, ISBN 3-89657-081-1. Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier (dort sind auch das Inhaltsverzeichnis, die ersten Seiten des Buches und der Anfang des Abschnitts «Stonewall revisited» zu finden). Rezensionen und Hinweise zur wissenschaftlichen Rezeption finden sich hier. Und so lautet der Klappentext:

Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‹Einsatz für Frauen- und Homorechte› als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln. 
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‹Eine-Welt›-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Einen einführenden Vortrag zum Thema «Queer und Kapitalismuskritik», den Heinz-Jürgen Voß im Juni 2013 beim e*camp – gegen Kapitalismus und sein Geschlechterverhältnis hielt, gibt es hier zu hören (extern: Infotext mit Links zu den mp3-Dateien).

«In bester Foucault’scher Tradition». Heinz-Jürgen Voß’ neues Buch über Biologie und Homosexualität

Zuletzt aktualisiert am 13. Mai 2014

«In bester Foucault’scher Tradition», urteilt Susanne Billig auf Deutschlandradio Kultur über das neue Buch von Heinz-Jürgen Voß. Fazit:  «Was Menschen tun und wer sie sind, im Bett und anderswo, kann auf so viele Weisen gedacht und interpretiert werden, wie es Kulturen auf der Erde gibt. Homo, hetero, bi – diese und andere starre Zuschreibungen werden eines Tages ebenso von kulturellen Wandlungsprozessen verschlungen werden, wie sie daraus hervorgegangen sind.» (externer Link zur Textfassung der Rezension)

«Voß liefert ein anschauliches Buch, in dem er schildert, wie manche BiologInnen unter dem Deckmantel der Neutralität homo- und transphobe Forschungspraktiken vorangetrieben haben. Dabei zeigt er auf, wie Menschenversuche über die NS-Zeit hinaus weitergeführt wurden. Das Schreckensbild, das er zeichnet, reicht bis in die Gegenwart, wo Forschende immer noch nach dem ‹schwulen Gen› suchen – und nach der Möglichkeit, es auszumerzen.» Siegessäule, Ausgabe August 2013

«Der Autor versteht es, wie schon in seinen bisher erschienenen Büchern […], komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge gut verständlich und kompakt darzustellen. Er ist eine wichtige Stimme im ‹emanzipatorischen Streiten›.» aep-informationen, 2/2013

«Die Darstellung ist für Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen besonders wertvoll, da sie zum Beispiel dazu anregt, darüber zu reflektieren, wie stark die Arbeiten nationalsozialistischer Forschender in die internationale Forschungswelt eingeflossenen sind und diese bis heute prägen», heißt es in der Rezension, die Diana Schellenberg unter dem Titel «Ist Heteronormativität denn nun heilbar?» auf querelles-net.de veröffentlichte (externer Link).

«Ein absolut lesenswertes Buch», lautet das das Fazit von Christian Ganske auf dem Blog der Jugendkulturen (externer Link).

Voß Biologie & Homosexualität• Heinz-Jürgen Voß: Biologie & Homosexualität – Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext, Lektorat: Salih Alexander Wolter, Münster 2013: Unrast Verlag, 87 Seiten, broschiert, 7.80 €. ISBN 978-3-89771-122-8. Zur Verlagsseite für das Buch geht es hier (externer Link).

Ankündigungstext:

Das Konzept «Homosexualität» entstand im 19. Jahrhundert und ist eng mit Biologie und Medizin verwoben.

Vor dem Hintergrund der massiven staatlichen Verfolgung gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen in europäischen Ländern argumentierten Menschen, die für Straffreiheit stritten, mit der «Natürlichkeit» gleichgeschlechtlichen sexuellen Tuns. «Von Natur aus» gleichgeschlechtlich begehrend, dürften die so handelnden Menschen nicht bestraft werden. Auch die Gegenseite argumentierte biologisch-medizinisch. Beide Richtungen trugen damit dazu bei, dass «Homosexualität» als Konzept etabliert und Biologie und Medizin zu bestimmenden Instanzen über die Legitimität sexuellen Handelns wurden.

Ausgehend von der Genese des Homosexualitäts-Diskurses erläutert der Biologe Heinz-Jürgen Voß die damit verbundenen biologischen Theorien. Dabei stehen Theorien der Keimdrüsen- und Hormonforschung, der Genetik, Neurobiologie und Evolutionsbiologie sowie ihre jeweiligen Methoden im Fokus. Der Autor arbeitet heraus, dass die Forschung vielfach von dem Ziel geleitet war, gleichgeschlechtliches sexuelles Begehren auszulöschen. Die Grenzen zu Menschenexperimenten wurden dabei auch noch nach 1945 überschritten.

Da Homosexualität 1991 aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) gestrichen wurde, bietet sich aktuell das Potenzial, auch die Forschung neu – ohne diskriminierende Vorannahmen – auszurichten.

Heinz-Jürgen Voß: «Intersexualität – Intersex: Eine Intervention»

Zuletzt aktualisiert am 22. August 2013

«Voß ist einer der leider raren Geschlechterforscher, bei dem die inhaltliche Kritik an der vereinnahmenden Ausblendung der Menschenrechtsverletzungen an Zwittern offensichtlich nicht nur zum einen Ohr rein und zum andern flugs wieder raus ging, sondern der die Argumente und Quellen auch zur Kenntnis nahm und seither immer mal wieder beweist, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anliegen der Überlebenden von kosmetischen Genitaloperationen ernst nimmt», schreibt die Selbstorganisation von Inters* zwischengeschlecht.org (externer Link).

Eine «Streitschrift, die sich unbedingt eignet, die Auseinandersetzung um die Menschenrechte auch für intergeschlechtliche Menschen zu bereichern. […] Es bleibt die Hoffnung, dass das Bändchen auch von betreffenden Politiker_innen entscheidender Ausschüsse gesehen wird.» Mädchenblog (externer Link)

«Eine Ethik nämlich, die ihrem Namen gerecht würde, müsste sich radikal für das Selbstbestimmungsrecht der Intersexe einsetzen und deren Maximalforderungen bedingungslos umsetzen. Sie sind es schließlich, die die eigentliche Expertise besitzen […] Die von Voß vorgelegte Intervention […] stützt wissenschaftlich diesen Expert_innenstatus.» kritisch-lesen.de (externer Link)

«Mit der ebenso seltenen wie fruchtbaren Kombination aus biologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive entlarvt Voß das Konstrukt  der Zweigeschlechtlichkeit vielmehr als gesellschaftliches Produkt denn als medizinischen Fakt.» Missy Magazine (externer Link)

«Dieses Buch enthält alles, was mensch für den Kampf gegen die halbherzige ‹Empfehlung des Ethikrates› benötigt. […] kompakt und für alle leicht verständlich und nachvollziehbar. […] Das liest sich spannend!» queer.de (externer Link)

«Ein sehr gut lesbares Buch, das die neue Entwicklung der Intersex-Diskussion nicht nur darstellt, sondern auch konkrete Hilfestellungen gibt, den Kampf gegen die Empfehlung des Ethikrates wieder anzufachen.» Rosige Zeiten.

«Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. […] Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen.» querelles-net (Direktlink zur Rezension)

• Heinz-Jürgen Voß: Intersexualität – Intersex: Eine Intervention, Lektorat: Salih Alexander Wolter, Münster 2012: Unrast Verlag, 80 Seiten, broschiert, 7.80 €. ISBN 978-3-89771-119-8.  Weitere Informationen zum Buch sowie Klappentext und Einleitung auf Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht (externer Link). «Das medizinische Einschneiden in den Körper sowie sein physisches und physiologisches Verändern erweisen sich […] als direkte Fortsetzung zweigeschlechtlicher gesellschaftlicher Norm.»

 

Queer Theory & Marxismus? (Eingriffe in theoretische Auseinandersetzungen 2009-2011)

HP_UmschlagRoZ_128Salih Alexander Wolter: Verqueerte Verhältnisse (Direktlink zum Text), gedruckt veröffentlicht in Rosige Zeiten, Ausgabe Dezember 2009/Januar 2010, im Internet auch unter www.schwule-seite.de.

Salih Alexander Wolter: Queerfeministische Ökonomiekritik? Eine Randnotiz zum Ende des Kapitalismus (Direktlink zum Text), mehrfach veröffentlicht, gedruckt in Red & Queer 16, erschienen im Mai 2010 (PDF), und in Rosige Zeiten, Ausgabe Juni/Juli 2010, leicht zugänglich auch unter www.arranca.org im Anhang zu dem Artikel von Kathrin Ganz & Do. Gerbig, auf den sich die Polemik bezieht, und unter www.schwule-seite.de.

Salih Alexander Wolter: Weder Gott noch Gen. Heinz-Jürgen Voß᾽ «Geschlecht – Wider die Natürlichkeit» (Direktlink zum Text), veröffentlicht in Red & Queer 19, erschienen im Januar 2011 (PDF), und in uz – Sozialistische Wochenzeitung, Ausgabe vom 18. Februar 2011.

Heinz-Jürgen Voß: «Making Sex Revisited» + «Geschlecht – Wider die Natürlichkeit»

Zuletzt aktualisiert am 30. April 2017

Vorab ein Zitat aus Nils Wilkinsons Essay Ordering Darwin: Evolution and Normativity, veröffentlicht in dem empfehlenswerten Sammelband Reflecting on Darwin, hg. von Eckart Voigts, Barbara Schaff & Monika Pietrzak-Franger bei Ashgate, Farnham/England & Burlington/Vermont 2014, S. 165:

«The complexity of specializations within science leads to unbridgeable gaps between scientists who then resort to simplifications so as to be able to at least communicate some of the dense knowledge acquired over a long period of time. This problem appears even more striking when we consider the distortions of scientific insights in the arts and science pages of the popular press. Here, an uncritical reader with only surface knowledge of biological science may be led to think that biology actually holds the answer to the question of what human nature is (look out for sentences that start with ‹scientists now have found the key to…›), rather than showing that nature is a malleable, ongoing process of becoming. For example, if we look into Heinz-Jürgen Voß’s work on the history of not only medical theories of sex, we see that constructivist notions have long been part of such inquiries and that they are not a symptom of the two cultures of hard vs. soft science.»

Heinz-Jürgen Voß: Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive, Bielefeld 2010 (3., unveränderte Auflage 2011): [transcript] Verlag für Kultur, Kommunikation und soziale Praxis. Lektorat: Salih Alexander Wolter. Für weitere Informationen zum Buch und zur wissenschaftlichen und sexualpolitischen Arbeit von Heinz-Jürgen Voß wärmstens zu empfehlen: sein Blog Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht. Hinweis: Seit Oktober 2016 ist das Werk auch als OPEN-ACCESS verfügbar, z. B. hier (Volltext-PDF auf dem Blog des Autors externer Link) und hier (DOI bei DeGruyter externer Link).

«Salih Alexander Wolter danke ich für seine Freundschaft, für Anregungen zu philosophischen Problemen und die gründliche Durchsicht des Manuskripts. Die lebhaften Diskussionen mit ihm brachten mich zu vielen neuen Gedanken, sein Widerspruch regte mich zur Lektüre zahlreicher schöner Bücher an, sein Zuspruch half mir über schwierige Phasen der Dissertation hinweg.» (Heinz-Jürgen Voß)

Geschlecht - Wider die Natürlichkeit

Heinz-Jürgen Voß: Geschlecht – Wider die Natürlichkeit, Stuttgart 2011 (3., unveränderte Auflage 2013): Schmetterling Verlag/Reihe theorie.org. Lektorat: Salih Alexander Wolter.

S. a. die Rezension von Salih Alexander Wolter: Weder Gott noch Gen. Heinz-Jürgen Voß᾽ «Geschlecht – Wider die Natürlichkeit».

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Zur Einführung empfohlen:

«Beträchtlicher Mehrwert an Erkenntnis». Professor Rüdiger Lautmann im Juli 2012 in der Zeitschrift für Sexualforschung über Heinz-Jürgen Voß’ «Making Sex Revisited«» und «Geschlecht – Wider die Natürlichkeit«  (externer Link)

außerdem ein aktuelles Interviews mit und zwei Pressebeiträge von Heinz-Jürgen Voß:

Interview von Peter Haffner mit Heinz-Jürgen Voß im Monatsmagazin NZZ Folio der Neuen Zürcher Zeitung, Ausgabe vom Mai 2017: «Was wir begehren. Asexualität, Neosexualität und mehr als zwei Geschlechter: Bringt die Sexualwissenschaft Ordnung in Sex und Gender?» (externer Link)

Beitrag von Heinz-Jürgen Voß auf dem Queerspiegel-Blog des Tagesspiegel, veröffentlicht am 25. April 2016: «Geschlecht machen: Gender-Ideologie in Deutschland» (externer Link)

Beitrag von Heinz-Jürgen Voß im Tagesspiegel,  veröffentlicht am 31. März 2016: «Geschlecht in der Biologie: Es gibt mehr als zwei Geschlechter» (externer Link)

Heinz-Jürgen Voßʾ «Geschlecht – Wider die Natürlichkeit»

Aktualisiert am 3. September 2013: Das Buch erscheint jetzt in der 3., unveränderten Auflage. Herzlichen Glückwunsch! S. W.

Salih Alexander Wolter:
Weder Gott noch Gen. Heinz-Jürgen Voßʾ Geschlecht – Wider die Natürlichkeit

Vorweg: Unvoreingenommen kann ich dieses Buch1 nicht besprechen. Ich bin mit seinem Autor (Foto links) seit langem eng befreundet, habe ihn darin bestärkt, es zu schreiben, und selbst gern das Lektorat übernommen – honorarfrei, versteht sich. Denn ich hoffe, dass es zu einer fruchtbaren Diskussion über das Verhältnis von Queer Theory und Marxismus beitragen wird. Mögliche Anschlüsse bietet eine Einsicht, die Robert Steigerwald bereits 1987 im «Blauen Heft» formulierte, das auf www.dkp-queer.de verfügbar ist: «Im Menschen wirkt kein Dualismus von biologisch angeborenen Verhaltensweisen einerseits und gesellschaftlichen andererseits, sondern Gesellschaftlichkeit wurde zu unserer Natur und bestimmt sämtliche unserer Verhaltensweisen.»

Heinz-Jürgen Voß, eben 31 geworden, gebürtiger Thüringer, aufgewachsen in Sachsen und in der queer-politischen Szene seit Jahren als quirliger linker Aktivist bundesweit bekannt, ist Diplom-Biologe und promovierte im vorletzten Dezember summa cum laude bei dem Sexualwissenschaftler Rüdiger Lautmann in Bremen. Diese Dissertation – unter dem Titel Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive vor Jahresfrist veröffentlicht – wird seither ungewöhnlich breit und kontrovers rezipiert und geht demnächst in die dritte Auflage. Geschlecht – Wider die Natürlichkeit stellt einerseits eine auch für Nicht-Fachleute gut verständliche Zusammenfassung der Studie dar und nimmt andererseits die laufende Debatte auf, in der sich Voß gegen die verbreitete Tendenz stellt, «subversives» queeres Denken mit der kapitalistischen Ordnung zu versöhnen. Dabei ist seine inzwischen deutlich marxistische Positionierung seinem wissenschaftlichen Anspruch geschuldet: Statt sich mit den gängigen «Eindeutschungen angloamerikanischer Herrschaftskritiken, die zu praxisfreien Denkmodellen umgemodelt wurden», zu begnügen, zeigt er – wie ein Fach-Rezensent des Erstlings lobte – «klar und deutlich, wie Wege der Erkenntnis in Zukunft zu beschreiten sind: nicht vereinfachend, sondern komplex, multikausale Ursachen erwägen, materielle Aspekte nicht vergessen, stets die Frage ‹Cui bono?›».

Entsprechend erkundet Voß – der dazu ohne Scheu auf die «abgewickelte» DDR-Sozialforschung zurückgreift, wo der heute akzeptierte akademische Kanon Leerstellen aufweist – immer auch die ökonomischen Bedingungen, die das Geschlechtsleben ebenso mitbestimmen, wie sie das wechselnde Interesse beeinflussen, mit dem es betrachtet wird. So hat 1990 Judith Butlers Gender Trouble (deutsch Das Unbehagen der Geschlechter), ein Grundwerk der Queer Theory, die bis dahin gesichert geglaubte Erkenntnis, dass es eben Männer und Frauen gebe, nachhaltig erschüttert. Was unter aufgeklärten Menschen für das «gesellschaftliche Geschlecht» (englisch gender) – also die «Geschlechterrollen» – spätestens seit Simone de Beauvoir galt: dass es sich dabei nämlich um bloße Zuweisungen handelt, die zur Disposition gestellt werden können, behauptete Butler nun auch für den «vermeintlichen festen, ‹natürlichen› – vorgegebenen und unabänderlichen – Kern», das «biologische Geschlecht» (englisch sex). Ebenfalls 1990 erschien Making Sex von Thomas Laqueur, der zu zeigen suchte, dass es im Zeitalter der Aufklärung zum Bruch zwischen einem seit der Antike tradierten «Ein-Geschlechter-Modell» und der heute üblichen binären, das heißt auf Zweigeschlechtlichkeit fixierten, Sicht gekommen sei. Seither werden allenthalben postmoderne Diskurstheorien gegen die zeitgenössische Naturwissenschaft ausgespielt, die einer emanzipatorischen gesellschaftlichen Entwicklung angeblich entgegensteht. Dagegen belegt Voß durch ebenso sorgfältige wie umfangreiche Quellenarbeit, dass Laqueurs These historisch unhaltbar ist, und diskutiert zugleich den aktuellen Forschungsstand aus Systembiologie und Epigenetik, nach dem sowohl eine Vielzahl von Geschlechtern denkbar ist als auch – dass es «Geschlecht» letztlich gar nicht gibt. Die damit eröffnete Möglichkeit, «eine gesellschaftliche Utopie von Geschlecht zu entwickeln», verführt Voß aber nicht dazu, im bei bürgerlichen Jung-Intellektuellen so beliebten «Gender-Diskurs» einen Ersatz für den notwendigen Kampf um eine gerechte Gesellschaftsordnung zu sehen – weiß er doch, dass der gemachte Geschlechtsunterschied, etwa bei der hierzulande besonders krass ungleichen Entlohnung von Männern und Frauen, nur allzu real ist.

Die so plausibel erscheinende Vorannahme einer Geschlechter-Dichotomie – oder neuerdings auch wieder von «rassischen» Besonderheiten – verstärkt wiederum eine populärwissenschaftliche Interpretation genetischer Erkenntnisse, die der Biologie eine ähnliche Macht über das Schicksal des Menschen andichtet, wie sie in früheren Zeiten der göttliche Schöpfungsplan haben sollte: So reproduzieren sich in der Ideologie der Natürlichkeit die bestehenden Verhältnisse. Theorien, die sich angesichts dessen von der Naturwissenschaft abwenden und von einem auf wirkliche Veränderungen zielenden Engagement ablenken, unterstützen diese Entwicklung noch. Dagegen verweist Voß auf Marx, der uns lehrt, «zu verstehen, dass der Mensch stets ein gesellschaftliches Wesen ist – und warum uns das Verständnis für diese Gesellschaftlichkeit so schnell entgleitet».

Red & Queer 19, erschienen im Januar 2011
uz – Sozialistische Wochenzeitung, Ausgabe vom 18. Februar 2011

[PDF der Red & Queer 19 hier. Im online-Archiv der uz findet sich der Artikel hier.]

  1. Heinz-Jürgen Voß: Geschlecht – Wider die Natürlichkeit, Stuttgart 2011 (3. Auflage 2013): Schmetterling Verlag/Reihe theorie.org (s. auch hier). [zurück]

Queerfeministische Ökonomiekritik? Eine Randnotiz zum Ende des Kapitalismus

Salih Alexander Wolter:
Queerfeministische Ökonomiekritik? Eine Randnotiz zum Ende des Kapitalismus

Ein kleines Aufmerken verdient es doch, dass sie den Kapitalismus jetzt auch endlich – nein, nicht weggehauen, sondern dekonstruiert haben. Kathrin Ganz und Do. Gerbig nämlich, die so was natürlich am PC erledigen. Was sie in der arranca! 41 unter dem üppigen Titel Diverser leben, arbeiten und Widerstand leisten: Queerende Perspektiven auf ökonomische Praxen der Transformation veröffentlicht haben, nennen sie einen Beitrag zur «queerfeministischen Ökonomiekritik». Aber in dem Aufsatz wird bloß Diversity-Lyrik, wie sie artiger nicht einmal deutsche Großbanken vorzutragen verstehen, mit dem «subversiven» Gedankengut der Saison gestreckt – und unversehens hat der Kapitalismus fertig.

Dabei machen Ganz und Gerbig in der Einleitung noch in verbaler Street-Credibility : «Alles beginnt für uns damit, die Norm des Kapitalismus […] anzugreifen.» Klingt das nicht nach «Systemfrage stellen»? So lautete bündig die Überschrift einer Vorschau auf die zahlreichen Veranstaltungen, bei denen in diesem Jahr zum 8. März und noch Wochen danach überall in Deutschland junge Linke «Forderungen der ‹traditionellen› antikapitalistischen Frauenbewegung» aufnehmen und erweitern wollten. Denn in den Horizont einer umfassenden Gesellschaftskritik gehören längst auch intersektionale Ansätze, wie sie hierzulande vor allem von Schwarzen Lesben und migrantischen Queer- Aktivist_innen aus ihren spezifischen Erfahrungen von Mehrfachdiskriminierung heraus erarbeitet werden. Entsprechend wandten sich die linken Frauen gegen «einen Feminismus, ‹der sich nicht mit der Verschränkung verschiedener Herrschaftsstrukturen wie Rassismus, Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzt und sich nur um die Belange einer weißen Mittelschicht bemüht›». Sie lehnten also ausdrücklich einen Mainstream ab, «der individualistisch oder sogar an traditionellen Vorstellungen orientiert sei», und bezogen sich dazu teilweise gleichfalls auf queerfeministische Ökonomiekritik (Zitate aus junge welt vom 5. März 2010). Doch was Kathrin Ganz und Do. Gerbig unter diesem Stichwort abliefern, erscheint wie das Gegenprogramm, mit dem ein komplizierter gewordenes Leben gleichsam wieder zum Ponyhof verklärt wird. Die «Intersektionalitätsdebatte» dient ihnen dabei lediglich als Vorwand, das Kapitalverhältnis nicht länger so wichtig nehmen zu müssen – und genau deshalb können sie auch nicht an emanzipatorische Traditionen anknüpfen oder diese gar fortentwickeln. Clara Zetkin und Simone de Beauvoir waren bereits viel weiter.

Indes wollen Ganz und Gerbig, ähnlich «wie Judith Butler es für Geschlechtsidentität vorgeschlagen hat, […] das Konzept ‹Kapitalismus› als eine regulatorische Fiktion» begreifen – also gar nicht. Denn wer mit Geschlechtsidentität argumentiert, behauptet, dass die gesellschaftlich bedingte Ungleichheit von Menschen naturgegeben sei. Umgekehrt wird als Kapitalismus gerade das Gesellschaftssystem hinter den ungerechten herrschenden Verhältnissen erkennbar – und kann damit verändert werden –, die ihre Apologeten gern so darstellen, als wären sie quasi in einer von der Geschichte unabhängigen natürlichen Ordnung begründet. Folglich nennen sich Kapitalisten eher selten selbst so. Aber Kathrin Ganz und Do. Gerbig finden schnell heraus, wem das Konzept gehört: Durch ihre Sorte Queer-Theorie könnten, wie sie meinen – und das ist doch mal ein Angebot in einer Zeitschrift, die sich für ganz links erklärt –, «ausgrenzende Identitätsformen, wie beispielsweise die gewerkschaftlich repräsentierte Arbeiterklasse, […] destabilisiert» werden. Und wenn dann der Kapitalismus aufgehört hat, weil es endlich keine Gewerkschaften mehr gibt, bleibt allein die Wirtschaft übrig, von der die bürgerlichen Ökonomen stets gesagt haben, dass ihre Gesetze zeitlos gültig seien, und in der laut Ganz und Gerbig schon jetzt so vieles möglich ist, was der «binäre Code» des Klassengegensatzes bloß beharrlich verdecke. «Manchmal tauschen wir Güter und Dienstleistungen mit unseren Liebsten auch direkt», überlegen sie, und es fällt ihnen – wenn es darum gehen soll, «Gegen-Narrative zum kapitalozentrischen Denken jenseits kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse» zu schaffen (sic!) – allen Ernstes «der männliche ‹Normalarbeiter›» ein, «der in seiner Freizeit fischen geht und in einem ökonomischen Austauschprozess mit seiner reproduktionsarbeitenden Ehefrau steht. Wir glauben, dass diese dekonstruktivistische Perspektive auf sexuelle und ökonomische Identitäten transformatorische Praxen voranbringen kann.»

Das glaube ich leider auch – und wer weiß, bei der Hingabe, mit der in gewissen Zirkeln an der eigenen Verblödung gearbeitet wird, trägt eines Tages vielleicht auch ein kleines Vermögen Zinsen. Erst recht, wenn zu solchem Schwulst noch die von Antke Engel übernommene These kommt, «dass ökonomische Verwertungsinteressen nicht-normativen und hybriden Identitäten nicht mehr per se entgegenstehen, sondern diese geradezu befördern». Gehöre doch – ein wirklich schlagender Beweis – «das Vorhandensein von schwulen Szenevierteln» zu den entscheidenden «Standortfaktoren, wenn es darum geht, die ‹kreative Klasse› in eine Stadt zu locken». Wenigstens diese «Klasse» scheint also noch gebraucht zu werden – wofür auch immer. So haben wir also alle unsere «Freiräume», und ob wir nun dem malochenden Ehemann einen Fisch braten oder uns im Homokiez verwerten lassen dürfen: Wir «weichen lustvoll ab». Aber wovon denn noch?

Red & Queer 16, erschienen im Mai 2010
Rosige Zeiten, Ausgabe 128 (Juni/Juli 2010)

[PDF der Red & Queer 16 hier.]

Verqueerte Verhältnisse

Salih Alexander Wolter:
Verqueerte Verhältnisse

Verqueerte Verhältnisse betitelt die AG Queer Studies der Hamburger Universität den vor kurzem erschienenen zweiten Sammelband zu ihrer Vorlesungsreihe «Jenseits der Geschlechtergrenzen».1 Dieses queer-feministische wissenschaftliche Angebot, hervorgegangen aus einem 1990 mit schwulem Schwerpunkt begründeten Projekt, ist umso bemerkenswerter, als in der Bundesrepublik insgesamt – sehr zurückhaltend formuliert – «Rückschritte bezüglich der Anerkennung und Einschreibung von geschlechter- und sexualitätenpolitischen Themen in das akademische Feld zu beobachten sind» (S. 31f). Offenbar soll bald kein informierter Einspruch mehr das Publikum gelegentlich irritieren – und schon gar nicht soll die lästige Machtfrage gestellt werden -, wenn beispielsweise «rassistische Feminismen» à la «Alice Schwarzer und der Kreis um die Zeitschrift Emma» (S. 11) ihr borniertes «Wissen» über Migrant_innen auf sämtlichen verfügbaren Kanälen verbreiten. Das wäre dann, im Wortsinn, dumm gelaufen – wie so vieles, seit man sich an hiesigen Hochschulen dem verschreibt, was Wirtschaft und herrschende Politik für «Exzellenz» halten. Dabei ließe sich im heute angesagten Sprech doch auch bedauern, dass «Deutschland» darauf verzichtet, sich um internationale Wettbewerbsfähigkeit auf einem zukunftsweisenden Gebiet der Sozialwissenschaften zu bemühen.

Dem Tunnelblick des heimischen Mainstream setzt der aktuelle Band, acht Jahre nach dem viel beachteten Erstling, Elemente eines pluralen widerständigen Denkens entgegen, das noch da, wo es mir dem hegemonialen Diskurs auf den Leim zu gehen scheint, zumindest wichtige Fragen aufwirft. Der Titel nimmt einerseits Bezug auf die wachsende Komplexität von Macht- und Herrschaftsverhältnissen, die dringend erfordert, «Sexualität und Geschlecht […] in ihrer Verwobenheit mit anderen gesellschaftlichen Normsystemen wie ‹Rasse›, Ethnizität, Klasse, Behinderung oder Alter und vor dem Hintergrund der derzeitigen kapitalistischen/neoliberalen Vergesellschaftung» zu analysieren (S. 17). Entsprechend öffnen sich auch hierzulande Wissenschaftler_innen «intersektionalen» Ansätzen und suchen erfreulicherweise vor allem Anschluss an die im angelsächsischen Raum florierenden Postcolonial Studies – die wiederum in der Bundesrepublik, abgesehen von María do Mar Castro Varelas Professur an der Berliner Alice-Salomon-Fachhochschule, «bisher kaum eine Institutionalisierung an den Universitäten erfahren» (S. 20). Allgemein wird angesichts der «sich vertiefenden Spaltung der Gesellschaft, zunehmender ökonomischer Ungleichheit und der Entstehung eines neuen Prekariats […] das Begehren nach Kapitalismuskritik innerhalb der Queer Studies intensiver» (S. 24f). So klingt andererseits im Wort von den «verqueerten Verhältnissen» Utopie mit an. Es verweist auch auf das, was die Herausgeber_innen intendieren mögen, wenn Queer für sie «insbesondere eine kritische Forschungsperspektive bedeutet» (S. 9): Jacques Derrida hat es einmal – nicht von ungefähr mit Blick auf Karl Marx – eine «performative Interpretation» genannt, «das heißt eine Interpretation, die das, was sie interpretiert, zugleich verändert».

Von hier aus wird verständlich, dass die AG im Lauf der Arbeit an dem Band – der sehr ausführlichen und streckenweise etwas selbstquälerisch anmutenden Einleitung zufolge – immer wieder auf das Problem zurückkam, wie sich die Beziehung von Theorie und Praxis «queer denken» lässt. Sind «unsere Ringvorlesung und dieses Buch auch eine politische Intervention in die heteronormative Ordnung von Universität und Wissenschaft, oder vereinnahmen wir damit politische Kämpfe durch die zugangsbeschränkte akademische Theorieproduktion?» (S. 12). Den meisten Beiträgen gelingt es aber gut, die gesellschaftskritische Relevanz von Theoremen aufzuzeigen, die auf Anhieb eher gesucht schwierig wirken könnten – haben Schlagworte wie «brüchige Identität» oder «nomadische Subjektivität» doch oft den leicht faden Beigeschmack von Befindlichkeitsstörungen höherer Töchter und Söhne. Aber im Gegensatz dazu wird hier – etwa, wenn sich eine Autorin auf das Netzwerk Kanak Attak und die AG 1-o-1 (one ´o one) intersex einlässt – deutlich, dass gerade solche Begrifflichkeit eine die Individuen prägende soziale Realität, für die rassistische Diskriminierung und Zwangs-Zweigeschlechtlichkeit ebenso bestimmend sind wie die Klassenverhältnisse, beschreiben kann, ohne dabei eine Ebene auf die andere zu reduzieren. Und umgekehrt bedienen sich die zitierten Aktivist_innen ihrerseits gern aus dem poststrukturalistischen Werkzeugkasten, wenn sich dort etwas für ihre «agency» – oder Handlungsfähigkeit – Brauchbares findet (s. den Text von Do. Gerbig, S. 151-164).

Wirklich verqueert wird das Theorie-Praxis-Verhältnis – und der Buchtitel vielleicht erst damit in seiner vollen Bedeutung erfasst – bei Jin Haritaworn. Hier bilden beide, vereint wie die gleichzeitig angeschlagenen Töne eines Akkords, ein Ineinander, statt nebeneinander herzulaufen. In diesem Sinn bezeugt seine Intervention Kiss-ins und Dragqueens. Sexuelle Spektakel von Kiez und Nation (S. 41-65) die Möglichkeit von «performativer Interpretation» auch gegen die offensichtlichen Aporien von Judith «Butlers Begriff der Performativität als Zitatförmigkeit» (S. 152). Jin ist, als queerer Aktivist in verschiedenen Ländern unterwegs, durchaus praktisch orientiert und aufmerksam für jedes lokale Detail – so habe ich ihn, passend zum Thema seines Textes, in diesem Sommer als Mitstreiter in Berlin erlebt, als GLADT gegen die Gewalt an migrantischen Trans*-Sexarbeiterinnen in Schöneberg mobilisierte (die äußerst brutalen Vorfälle hatten – und das passt leider ebenfalls – in der Community viel weniger Empörung ausgelöst als der Rausschmiss eines knutschenden Lesbenpaares aus einer Eisdiele ein paar Straßenecken weiter). Aber zugleich gehört Haritaworn, neben Jasbir K. Puar, zu den international meist diskutierten Queer-Theoretiker_innen: In Großbritannien gibt es gegenwärtig eine heftige öffentliche Kontroverse um seine Kritik am gay imperialism – dem Beitrag des schwulen weißen Establishments zum ansteigenden Rassismus in den westlichen Staaten und zur ideologischen Rechtfertigung ihrer Kriege gegen die sogenannte «islamische Welt». An eine frühere Studie von Jennifer Petzen – u. a. zur Rolle des LSVD im Islamophobie-Business – anknüpfend, sensibilisiert das vorliegende Stück für den auch in manchen intersektionalen Überlegungen festzustellenden «‹implizit vergegenständlichenden Effekt der Anrufung durch Kategorien›» (S. 16).

Letzterem wird es geschuldet sein, dass sich die Kultur, die dem Kapitalismus «Stütze und Widerspruch» in einem bietet, wie Fernand Braudel einmal bemerkte, nach Protestbekundungen «doch fast immer erneut schützend vor die herrschende Ordnung» stellt, «ein Vorgang, aus dem der Kapitalismus einen Teil seiner Sicherheit zieht». Fragwürdig erscheint mir aber der Versuch, nun die Ökonomie durch «kulturwissenschaftliche Analysen» zu begreifen, wie es Antke Engel – quasi in Umkehrung der zurückgewiesenen ökonomistischen Verkürzung eines vergangenen Traditionsmarxismus (vgl. S. 24) – vorschlägt, und hier, in Anlehnung an Thesen von Butler, vorzugsweise «ein Interventionsfeld kultureller Politiken» zu sehen (S. 106). Mir jedenfalls wollen «Umarbeitungen neoliberaler Macht- und Herrschaftseffekte», wie sie beispielsweise «im SM-Rollenspiel […] erfolgen» können (S. 105), keineswegs genügen. Darum möchte ich zum Abschluss daran erinnern, dass für Derrida die «Dekonstruktion […] immer nur Sinn und Interesse gehabt» hat «als eine Radikalisierung des Marxismus».

Bleibt noch nachzutragen, dass eine in der Einleitung beklagte «Leerstelle» demnächst geschlossen wird: Heinz-Jürgen Voß leistet mit seinem Buch Making Sex Revisited, das Anfang 2010 bei Transcript veröffentlicht wird, die ausstehende «Zusammenführung queer-theoretischer Ansätze mit naturwissenschaftskritischen Zugängen» (S. 30).

Rosige Zeiten, Ausgabe 125 (Dezember 2009/Januar 2010)

  1. Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen, hg. von der AG Queer Studies, Hamburg 2009: Männerschwarm Verlag. [zurück]