Türkisch lernen mit Juan Goytisolo

Überarbeitete und erweiterte Fassung vom 18. August 2014

Salih Alexander Wolter:
Türkisch lernen mit Juan Goytisolo

«Da ich mich in dieses Viertel vollkommen integriert fühle…»

Einer meiner Lieblingssätze von Juan Goytisolo steht in keinem seiner Bücher, sondern in dem Band Die brennende Bibliothek des US-amerikanischen Autors Edmund White, der ihn in den 1980er Jahren für ein Interview im zentralen Pariser Viertel Le Sentier besuchte.

Der zweite Band von Juan Goytisolos Autobiographie (spanische Erstausgabe 1986) erschien unter dem Titel «Die Häutung der Schlange. Ein Leben im Exil» in der deutschen Übersetzung von Eugen Helmlé 1995 gebunden im Hanser Verlag, zwei Jahre später gab es die Taschenbuchausgabe bei Fischer – beide sind leider nur noch antiquarisch erhältlich. Das Coverfoto zeigt Juan Goytisolo (links) im Gespräch mit Jean Genet.
Der zweite Band von Juan Goytisolos Autobiographie (spanische Erstausgabe 1986) erschien unter dem Titel «Die Häutung der Schlange. Ein Leben im Exil» in der deutschen Übersetzung von Eugen Helmlé 1995 gebunden im Hanser Verlag, zwei Jahre später gab es die Taschenbuchausgabe bei Fischer – beide sind leider nur noch antiquarisch erhältlich. Das Coverfoto zeigt Juan Goytisolo (links) im Gespräch mit Jean Genet.

Dies ist für den in Barcelona 1931 in einer großbürgerlichen Familie geborenen Erzähler und Essayisten, der als einer der bedeutendsten Schriftsteller spanischer Sprache gilt, «die Definition von Großstadt schlechthin».1 Dort war er – mochte er zuletzt auch immer ausgedehntere Reisen in die sogenannte ‹islamische Welt› unternehmen – jahrzehntelang zu Hause: seit er 1956 Francos Spanien verließ, dessen noch vom Bürgerkrieg traumatisierte Gesellschaft und orientierungslose Jugend unter dem falangistischen Regime er in seinen sozialrealistischen frühen Romanen schilderte, die auf Anhieb internationalen Erfolg hatten. Er zog bei Monique Lange ein, die als Tochter jüdischer Intellektueller während der Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland in Indochina aufgewachsen war, sich in der Französischen Kommunistischen Partei engagierte und für den großen Verlag Gallimard arbeitete – wie dann bald auch er, der als Lektor besonders die junge lateinamerikanische Literatur förderte. Lange, die später selbst als Autorin hervortrat, machte ihren Gefährten mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir bekannt, führte ihn in den Kreis um Marguerite Duras ein und vermittelte ihm die für sein weiteres Leben entscheidende Freundschaft mit Jean Genet. Viele Jahre nachdem Goytisolo ihr offenbart hatte, «völlig, endgültig, unwiderruflich homosexuell» zu sein,2 heirateten sie, und erst nach ihrem Tod 1996 sollte er ganz nach Marrakesch übersiedeln.

Mit White sprach er über die vertraute Umgebung des Paars: «Nachdem so viele Türken in das Viertel gezogen waren, entdeckte ich eines Tages beim Spazierengehen, dass ich nicht verstand, was an die Wände geschrieben war.» Und es folgt dieser erstaunliche Satz, der wie beiläufig das genaue Gegenteil der bornierten Haltung ausdrückt, die in den europäischen Gesellschaften gemeinhin für selbstverständlich gilt: «Da ich mich in dieses Viertel vollkommen integriert fühle, beschloss ich, das zu tun, was notwendig war, nämlich Türkisch zu lernen.»3

«Ein heimlicher, intimer Faktor…»

Juan Goytisolo zeigt im zweiten Band seiner Autobiographie – Die Häutung der Schlange. Ein Leben im Exil (1986) –, wie hart er mit sich kämpfen, welche Abgründe in sich selbst er erkunden musste, um zu einer solchen Einstellung zu finden. Seine Leidenschaft für orientalische Philologien – «zunächst einmal maghrebinisches Arabisch und dann Türkisch» – erklärt er hier «aus dem hartnäckigen Wunsch und dem Willen heraus, mich einem physischen und kulturellen Körpermodell zu nähern, dessen Glanz und Glut mich wie ein Leuchtturm leitete».4

Er erzählt in dem Buch, wie zur Zeit des Algerienkriegs Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre mitten in Paris immer wieder nordafrikanische Arbeiter «mit Kolbenschlägen in die Gefangenenwagen getrieben wurden oder in dichten Bataillonen aneinandergereiht auf der Place de l’ Étoile standen, […] brutal angestrahlt von den Scheinwerferbündeln der Polizei». Monique Lange und er – dessen Vorfahren ihr Vermögen mit einer Zuckerrohrplantage auf Kuba gemacht hatten, wo sie Sklav_innen hielten – unterstützten den Kampf gegen den Kolonialismus und stellten der algerischen Befreiungsbewegung FLN ihre Wohnung als konspirative Adresse zur Verfügung. Aber er erinnert sich in der zweiten Person:

«Dein augenblickliches Mitgefühl mit ihnen entsprach nicht nur deiner natürlichen Sympathie für […] die Unterdrückten und hatte auch keine ausschließlich politischen Gründe. Ein heimlicher, intimer Faktor […] verband dich unlösbar mit ihnen.»5

Er war fasziniert von der virilen Schönheit der Maghrebiner, nahm bei ihnen – obgleich er doch Zeuge ihrer Entrechtung wurde – ein «herrisches» Aussehen wahr und fürchtete «ihre Macht über mich».6 Die gründete allein in dem Verlangen, mit dem er sie anschaute und bei ihnen «die Elemente, Attribute und Charakteristika einer kriegsgewohnten extremen Männlichkeit» ausmachte,7 die ihm ebenso bewundernswürdig wie niederschmetternd erschien.

Goytisolo spricht in seiner Autobiographie von einer «Ähnlichkeit der Erfahrungen, übersetzt in identische Bilder und Triebe», die er im Lauf der Zeit bei einigen christlichen und muslimischen Dichtern des Mittelalters ebenso wie beim Marquis de Sade und dem «düsteren Sacher-Masoch» entdeckte.8 Bei Letzterem empfindet der Ich-Erzähler der 1870 erschienenen Venus im Pelz unter dem «Tigerblick»9 des schönen muskulösen ‹Griechen›, der «auf den schwarzen Locken ein rotes Fez» trägt,10 «Scham seiner wilden Männlichkeit gegenüber […] Wie ich mich so recht als den verschraubten schwächlichen Geistesmenschen fühle!»11 Dem Gefühl tut es in diesem Roman keinen Abbruch, dass der «Apollo»12 mit den «glühenden schwarzen Augen»13 genauso akademisch gebildet ist wie sein ‹übersinnlicher› heimlicher Verehrer, den er schließlich auspeitschen wird, bis ihm, «Hieb für Hieb»,14 die falsche Poesie vergeht.15 Hatte dagegen Juan Goytisolo schon zuvor Sex «niemals, absolut niemals mit Tunten oder Heterosexuellen meines kulturellen und gesellschaftlichen Milieus», so erstreckte sich von nun an «dieses strenge, ausschließende Kriterium auch auf meine eigene ethnische Gruppe». Sein erotisches Interesse erregten nur noch «die wettergegerbten rauen Söhne der sotadischen Zone».16

Mit diesem Ausdruck bezeichnete im 19. Jahrhundert der britische Offizier, Forschungsreisende und Diplomat Sir Richard Burton – der unter anderem eine seinerzeit als ‹pornographisch› angesehene Ausgabe von Tausendundeine Nacht veröffentlichte – einen «fiktiven geographischen Streifen, der […] de facto nicht durch klimatische Bedingungen, sondern durch das Blühen ‹invertierter› Lüste demarkiert» war und vom Mittelmeerraum tief nach Afrika hineinreichte sowie Südamerika und weite Teile Asiens umfasste.17 Aber während Goytisolo somit das «geistige Bühnenbild» des Orientalismus aufruft, errmahnt er sich zugleich, «die kritische Sicht der Wirklichkeit von […] deiner Libido abzugrenzen».18

«In einem polysemen Akkord Sexualität und Schreiben miteinander vereinen»

Das bedeutet nun keineswegs, dass Juan Goytisolo  der bequemen Trennung zwischen einer vermeintlich ‹unschuldigen› sexuellen Phantasie, die sich an im Kern rassistischen Obsessionen entzündet, und einer politisch korrekten Haltung, wie man sie mit Blick auf die faktischen Herrschaftsverhältnisse gern für sich in Anspruch nimmt, das Wort reden würde. Ganz im Gegenteil, nach dem ‹Coming-out› gegenüber seiner Lebensgefährtin sucht Goytisolo – indem er mit dem Roman Identitätszeichen (1966) den ‹fotografischen Objektivismus› seiner ‹engagierten› literarischen Anfänge aufgibt19 und sich auf das Abenteuer eines gleichsam den ganzen Körper einbeziehenden Schreibens einlässt – die «vollständige Verbindung von Phantasie und Vernunft»20 auf dem sprachlich vermittelten, also gesellschaftlichen Grund, der beiden gemeinsam ist.

Unverkennbar ist im letzten Zitat der Anklang an Friedrich Nietzsche, der 1872 in seiner Geburt der Tragödie von der ‹dionysischen› Antike kündete, deren Geheimnis die Versöhnung «zwischen der Kunst des Bildners […] und der unbildlichen Kunst der Musik» gewesen sei.21 Entsprechend verachtete er den später aufgekommenen Roman als literarische Gattung,22 weil er die ‹Musik› echter Dichtung für «das eine große Cyklopenauge des Sokrates» geopfert habe, «in dem nie der holde Wahnsinn künstlerischer Begeisterung geglüht hat»23. Goytisolo erweist in dem Buch, an dem er in den nächsten Jahren wie um sein Leben schreiben und dabei aus dem ‹Roman› bis dahin Unerhörtes herausholen wird, Nietzsche einmal seine versteckte Reverenz:

«verbotene Leidenschaft, unerlaubtes Gefühl, funkelnder Verrat: schließ die Augen, zerschmettere den Bildschirm: sein finsteres Zyklopenauge will dich erstarren machen, eine blinde Statue wie Lots Weib».24

Doch erst musste er, wie er in der Häutung der Schlange berichtet, «zur nackten Wahrheit deines herben Gartens der Lüste […] gelangen».25 Der öffnete sich ihm zum ersten Mal in einer Absteige im Pariser Norden, in den Armen eines Bauhelfers aus dem Maghreb. Juan Goytisolo ist bemüht, sich nicht etwa als uneigennützig darzustellen, wenn er schildert, wie er damals das Vertrauen von zum Teil analphabetischen ‹Gastarbeitern› gewann, für die er nach dem Sex Briefe an Behörden, manchmal auch an Angehörige verfasste:

«[D]er Akt des Schreibens und des Wortergreifens an ihrer Stelle, der mit der gleichen Ausschließlichkeit geschah, mit der sie einige Stunden oder einige Minuten zuvor über meinen Körper verfügt hatten, sollte häufig das offensichtliche Wohlwollen des Schreibens mit dem geheimen Behagen der Erektion vermischen.»26

Immer öfter blitzte nun, während Goytisolo mit den anderen Linksintellektuellen der französischen Hauptstadt über Resolutionen diskutierte oder auf Partys plauderte, in seinem Innern die Metapher eines spanischen Barockdichters auf und mit ihr das Bild von ineinander verschlungenen Männerkörpern:

«Als ich die Soledades von Góngora las und auf die Proben, wild und feurig, jener Ringkämpfer stieß, die durch gegenseitige Schlingen aneinandergekettet / wie harte Ulmen in umgarnenden Reben, offenbarten mir die schlangenartige Schlüpfrigkeit des Satzes und die Kopulation des fleischgewordenen Wortes die tagtägliche Verwandlung der Begierde Góngoras im Destillierkolben seiner Poesie, seine fruchtbare Fähigkeit, in einem polysemen Akkord Sexualität und Schreiben miteinander zu vereinen.»27

Rückforderung des Conde don Julián

Durch das Beispiel seines Freundes Genet begriff Juan Goytisolo, dass sich von jedwedem ‹Vaterland› verabschieden muss, wer das «Territorium des Dichters» erreichen will.28

Als er 1965 von Tanger aus über die Meerenge hinweg die Umrisse Spaniens erblickte, wo sich die verhasste Diktatur von Kapital, Militär und Kirche auch die Sprache unterworfen hatte, imaginierte er sich in den historischen ‹Verräter› Julián hinein, durch den die Iberische Halbinsel im 8. Jahrhundert u. Z. dem arabischen Eroberer Tarik in die Hände fiel. Der wird bei Goytisolo zum Liebhaber Juliáns, beschrieben mit einer ‹verheißungsvollen› Reminiszenz an Leopold von Sacher-Masoch:

«eine stärkere Dosis Haschisch genügt: und eine warme kraftvolle Tierhaftigkeit: Tarik ist an deiner Seite, und in seinen Augen scheint der unbarmherzige Blick eines Tigers zu schimmern».29

Als die Reconquista nach mehr als 700 Jahren die – auch in erotischer Hinsicht – relativ tolerante muslimisch-jüdisch-christliche Zivilisation von Al Andalus endgültig besiegt hatte, breitete sich, auf den Terror der Inquisition gestützt, im Land ein besonders bigotter Katholizismus aus, und bald begannen die kolonialistischen Raubzüge in Südamerika. Juan Goytisolos furiose Rückforderung des Conde don Julián (1970) ist, wie der mexikanische Autor Carlos Fuentes in einem Nachwort schreibt, ein «Aufschrei […] gegen den Triumph all dessen, was die Verheißung der Freiheit und Liebe und Freude in Spanien auslöschte».30 Dieses wie eine Fuge komponierte Sprachkunstwerk, in dem sämtliche Klischees, die ein sexuell verklemmtes Abendland ‹dem› muslimischen Mann mit seiner mächtigen ‹Schlange› angedichtet hat, bis zur Kenntlichkeit parodiert werden – es ist auch der «Krieg», von dem Goytisolo sagt, dass er ihn gegen sich selbst führen musste:31 ein erlesenes sadomasochistisches Ritual, das bis «zu den Wurzeln des bürgerlichen Tods» getrieben wird, der ihm «zu leben erlaubt hat».32 So hat er diesen Krieg gewonnen – vielleicht, gegen seine erklärte Absicht, sogar für ‹sein› Land. Denn zwar konnten der «Conde und seine islamischen Kohorten», so Fuentes, «nur in der Vorstellung und mit Worten wieder in Spanien einfallen, aber Worte und Vorstellungen können eine explosive Gewalt besitzen, wenn sie gegen eine sich nach außen abschließende Gesellschaft eingesetzt werden, die die Erfindung einer anderen Wirklichkeit verbietet».33

Der ‹Anti-Orientalist›

Die New York Times porträtierte Juan Goytisolo vor einigen Jahren ausführlich unter dem treffenden Titel The Anti-Orientalist.34 Den hat er sich zu Recht erworben. Denn plante er zunächst vielleicht bloß, in der Nachfolge Friedrich Nietzsches, eine ‹Umwertung› der orientalistischen ‹Erkenntnisse›, um die ‹Anderen› der ‹christlich-abendländischen Tradition›, die in Westeuropa nach den faschistischen Massenmorden so gern beschworen wurde35, eins zu eins entgegenzusetzen – so stieß er im Lauf der Arbeit an seinem Meisterwerk auf weit Subversiveres. Er wurde zum großen Wiederentdecker des vielfach geplünderten, dabei entstellten, totgeschwiegenen oder eingefriedeten Erbes von Al Andalus, das er in seinen folgenden experimentellen Romanen Johann ohne Land (1975), Engel und Paria (1980), Reise zum Vogel Simurgh (1988), Quarantäne (1991) und Das Manuskript von Sarajevo (1995) – alle in ausgezeichneten Übersetzungen im Suhrkamp Verlag erhältlich – den Geflüchteten dieser Welt, den Trans* und überhaupt allen, die eine «ikonenhafte Identität»36 unterlaufen, als Bezugspunkt erschließen will.

Goytisolo hat sich in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem als Vorsitzender der UNESCO-Kommission zur Rettung des mündlichen Erbes der Menschheit und durch seinen Einsatz für die Rechte von Refugees in der EU als Humanist erwiesen. Er hat sich, angesichts des ‹globalisierten› Kapitalismus und der neuen imperialistischen Kriege, nach 1989 wieder verstärkt für marxistische Positionen interessiert – davon zeugt sein Roman Die Marx-Saga  (1993) – und mit Essaybänden wie Kibla – Reisen in die Welt des Islam (deutsch 2000) und Gläserne Grenzen. Einwände und Anstöße (deutsch 2004) sowie mit zahlreichen Artikeln für die größte spanische Tageszeitung El País versucht, zu einem tieferen Verständnis für die im ‹Westen› verleumdeten Muslim_innen beizutragen. Indes vertraue ich vor allem auf die politische Wirksamkeit seiner Literatur, die auf die tradierten Formen des Engagements verzichtet und stattdessen ganz auf «aus uralter Knechtschaft befreites Wort» setzt, wie es in der Rückforderung des Conde don Julián  heißt.37

Dort hat Goytisolo einen «Doppelraum von Bürger und Buch» aufgetan, wie ihn das Du im Roman Landschaften nach der Schlacht (1982), der im Pariser Sentier beginnt, schließlich auch im «turkoberlinischen Kreuzberg» entdeckt, wo es bummeln, sich verlaufen – oder eben selbst «labyrinthische Strecken erfinden» kann.38 So ist Literatur, wie Juan Goytisolo sie in der Häutung der Schlange gültig definiert, Widerstand gegen das, «was unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten einschränkt oder betäubt, uns kulturell, ideologisch oder sexuell bedingt, uns der Gehirnwäsche unterzieht und unsere Sinne betäubt: der Gegendiskurs zum Diskurs».39

Zum herrschenden ‹Integrations›-Diskurs zum Beispiel.

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Zitatnachweise/Anmerkungen:

1 White (1996 [1994]): 355.
2 Goytisolo (1997 [1986]): 283.
3 White (1996 [1994]): 355.
4 Goytisolo (1997 [1986]): 265.
5 Ebd.: 75.
6 Ebd.: 253f.
7 Ebd.: 259.
8 Ebd.: 359.
9 Sacher-Masoch (2006 [1870]): 135.
10 Ebd.: 44.
11 Ebd.: 114.
12 Ebd.: 113.
13 Ebd.: 93.
14 Ebd.: 136.
15 Ich schließe mich der Deutung von Helmut Strutzmann (1985: 197) an, wonach es in Sacher-Masochs Roman vor allem um die Suche nach dem «zum Orgasmus und Liebesglück peitschenden Mann» geht. Gilles Deleuze (in: Sacher-Masoch (2006 [1870]): 216) interpretiert ihn dagegen konventioneller: Das «männliche […] Gesicht bezeichnet das Ende der masochistischen Phantasien und Praktiken: als der Grieche die Peitsche ergreift und Severin schlägt, löst sich der übersinnliche Reiz schnell».
16 Goytisolo (1997 [1986]): 259.
17 Klauda (2007).
18 Goytisolo (1997 [1986]): 75.
19 Vgl. Asholt (1986): 388.
20 Goytisolo (1997 [1986]): 357.
21 Nietzsche (2004 [1872]): 19.
22 Vgl. ebd.: 88.
23 Ebd.: 86.
24 Goytisolo (1986 [1970]): 118.
25 Goytisolo (1997 [1986]): 355.
26 Ebd.: 268.
27 Goytisolo (1997 [1986]): 137.
28 Ebd.: 147.
29 Goytisolo (1986 [1970]): 127.
30 In: 230.
31 Goytisolo (1997 [1986]): 356.
32 Ebd.: 357.
33 In: Goytisolo (1986 [1970]): 235.
34 Eberstadt (2006).
35 Ich danke Koray Yılmaz-Günay dafür, dass er mir seinen unveröffentlichten Text Antichrist = Muselmann? Zur Funktion des ‹Islam› im Werk Friedrich Nietzsches zur Verfügung gestellt und mich auch auf die sehr empfehlenswerten kritischen Arbeiten von Ian Anderson zum Thema hingewiesen hat.
36 Goytisolo (2004): 76.
37 Goytisolo (1986 [1970]): 118.
38 Goytisolo (1990 [1982]): 173.
39 Goytisolo (1997 [1986]): 134.
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Quellen:

Asholt, Wolfgang (1986): Juan Goytisolo: «Señas de identidad». In: Roloff, Volker/Wentzlaff-Eggebert, Harald (Hg.): Der spanische Roman vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Düsseldorf: Schwann-Bagel, S. 379-397.

Eberstadt, Fernanda (2006): The Anti-Orientalist. In: The New York Times Magazine, Ausgabe vom 16. April 2006. Online: http://www.nytimes.com/2006/04/16/magazine/16goytisolo.html?pagewanted=all&_r=0 (Zugriff: 16. Juli 2014).

Goytisolo, Juan (1986 [mexikan. EA 1970]): Rückforderung des Conde don Julián. Roman. Mit einem Nachwort von Carlos Fuentes. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch.

Goytisolo, Juan (1990 [span. EA 1982]): Landschaften nach der Schlacht. Roman. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Goytisolo, Juan (1997 [span. EA 1986]): Die Häutung der Schlange. Ein Leben im Exil. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch.

Goytisolo, Juan (2004): Gläserne Grenzen. Einwände und Anstöße. Frankfurt a. M.: Suhrkamp Taschenbuch.

Klauda, Georg (2007): Sotadic Love – ein Orientalist sortiert die Welt. Online: http://fqueer.blogsport.de/?p=62 (Zugriff: 16. Juli 2014).

Nietzsche, Friedrich (2004 [EA 1872]): Die Geburt der Tragödie. Stuttgart: Reclam Universal Bibliothek.

Sacher-Masoch, Leopold von (2006 [EA 1870]): Venus im Pelz. Roman. Mit einer Studie von Gilles Deleuze über den Masochismus. Frankfurt a. M.: Insel Taschenbuch.

Strutzmann, Helmut (1985): Nachwort. In: Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz und andere Erzählungen, hg. v. Helmut Strutzmann. Wien: Christian Brandstätter, S. 179-206.

White, Edmund (1996 [US-amerik. EA 1994]): Die brennende Bibliothek. Essays. München: Kindler.

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Hinweis: Dies ist die überarbeitete und erweiterte Fassung eines Beitrags, der zuerst unter dem Titel Ein schwuler ‹Anti-Orientalist›. Der spanische Autor Juan Goytisolo wird 80 in der Zeitschrift Rosige Zeiten, Ausgabe 131 (Januar/Februar 2011), S. 29-31, erschienen ist.

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