«Eine gelungene Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität». Aus Rezensionen zu «Queer und (Anti-) Kapitalismus»

Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2016 (Nachträge zur wissenschaftlichen Rezeption)

Am 28. August 2013 veröffentlichte der Schmetterling Verlag Queer und (Anti-) Kapitalismus von Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter, die 2., durchgesehene Auflage erschien im Juli 2015. Inzwischen wird das Buch auch schon in einer Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen zitiert – Hinweise dazu gibt es am Ende dieses Beitrags. Hier zunächst eine Auswahl aus den Rezensionen (neueste zuerst):

Queer und (Anti-) Kapitalismus Buch des Monats«[E]in auch für Einsteiger_innen gut lesbarer Überblick», schreibt Hans Reuter in Critica – das linke Magazin für Studierende über das «Buch des Monats» Oktober 2014. Der Beitrag –  der am Jahresende auch auf dem vielgelesenen Blog Die Freiheitsliebe veröffentlicht wurde (externe Links zur Rezension) – weist besonders auf «ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Überblickstexten» hin: «die konsequente Einbeziehung eines diefreiheitsliebepostkolonialen, antirassistischen Standpunktes. Dabei wird insbesondere auf die Theorieproduktion Betroffener Bezug genommen und offengelegt, dass auch in emanzipatorischen Kämpfen immer wieder Ausschlüsse marginalisierter Gruppen (wie People of Colour und transgender) stattgefunden haben. Gerade die schwule Szene in Deutschland täte gut daran, selbstkritisch die von Voß und Wolter angesprochenen Entsolidarisierungen und Ausschlüsse zu reflektieren.»

Frigga Haug rezensiert Voß/Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus (Das Argument, Heft 307)Eine ausführliche Besprechung verfasste Frigga Haug für die von ihr mit herausgegebene Zeitschrift Das Argument, Heft 307 (externer Link zum Inhaltsverzeichnis). Sie unterstreicht, dass Voß und Wolter «auch die BRD ‹als postkoloniales Gebilde› in der ‹neokolonialen Ordnung kritisch ins Visier› [nehmen], an der alle (auch alternative weiße prekarisierte queers) teilhaben ‹als Komplizen›». Weiter heißt es in dem Artikel u. a.: «Die Analyse von Nord und Süd als globale Perspektive gewinnt zugleich eine klarere Sicht auf die Lage der Frauen in der Welt, die (wieder mit Spivak) noch ‹keine Sprache haben›, und auf Migration und Ausbeutung.»

Lambda_Heft 2_2014«Dass queer-feministische Positionen und politische Praxis sowie antikapitalistisches und antirassistisches Engagement sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern untrennbar miteinander verbunden sind, führen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter detailreich, theoretisch fundiert und politisch streitbar aus», schreibt Gudrun Hauer in den Wiener Lambda-Nachrichten, Ausgabe Mai/Juni 2014 (Link zum externen PDF-Volltext, s. S. 48). Die «spannende Studie» liefere «zahlreiche Einsichten in blinde theoretische und politisch-praktische Flecken von uns weißen politischen AktivistInnen in ökonomisch privilegierten Staaten».

pw_portal logo«Diesem ‹Homonationalismus› und dessen Protagonisten aus dem ‹weißen schwulen Establishment›  begegnen die Autoren mit einer gelungenen Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität, der Theorie mehrdimensionaler Diskriminierung. […] Wolter und Voß demonstrieren, warum Diskriminierung als Normalzustand eben nicht nur rassistisch, klassistisch, sexistisch oder homophob ist, sondern manchmal auch alles in einem. Sie begründen so, warum es dem Queerfeminismus nach wie vor ‹ums Ganze› gehen müsse.» Florian Geisler auf dem Portal für Politikwissenschaft der  Hamburger Stiftung Wissenschaft und Demokratie (externer Link zur Rezension)

Queerulant_in Logo«Die Autor*innen argumentieren streng historisch und verweisen […] auf queere Geschichte selbst», hebt die Queerulant_in, Heft 6 (Januar 2014), hervor. Genau dies sei «eine große Stärke des Buchs […]: queere Geschichte mit marxistischer Theorie zu vereinen und darzustellen».

MALMOE Logo

«Queer und (Anti-) Kapitalismus ist ein Buch, das Perspektiven eröffnet. Die Autoren* […] geben den Anstoß, intersektionale und antikapitalistische Analysen konsequent zusammenzudenken», heißt es in der österreichischen Zeitschrift Malmoe«Der Kampf um die Befreiung von Unterdrückung muss […] multidimensional gedacht und gemacht werden, wenn er wirkungsvoll sein soll.» (Externer Link zur Rezension.)

SINa Logo Voß und Wolter belegen «nachdrücklich […], wie die weiße Frauen- und Queerbewegung People of Color (PoC), deren Bedeutung in der Bewegungsgeschichte und deren Belange (systematisch) […] ausblenden», stellt Katja Krolzik-Matthei im sexualwissenschaftlichen SINA-Newsletter fest und urteilt: «Das Buch bewegt sich auf einem theoretisch höchst anspruchsvollen Niveau und weist eine sehr hohe Dichte an faktenbasierter Information auf. Dennoch: Die Lektüre von Queer und (Anti-) Kapitalismus kann dazu verhelfen, Maßstäbe und Ziele von queer-feministischem Aktivismus zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten und zu formulieren.» (PDF-Volltext, s. S. 8/9 – © 2013 Gesellschaft für Sexualwissenschaft e. V.)

Siegessaeule LogoDas Buch bietet einen «Überblick, vom Marxismus hin zum Poststrukturalismus, zu queeren und postkolonialen Theorien. Ein großes Unterfangen, das die beiden mittels kleiner, leicht lesbarer Formate gut meistern». Siegessäule, Ausgabe Dezember 2013.

frn_logo_text_klein«Ja, wann kommt denn jetzt die Kapitalismuskritik? Hier kommt sie:» Auf Coloradio führt Antje Meichsner engagiert in «dieses wunderbare Buch»  ein und stellt dabei besonders «das konsequente Featuren der Literatur von Personen of Color» heraus. Sie empfiehlt: «Diese spannende Argumentation solltet ihr in voller Länge lesend genießen.» (Externer Link zu Podcast und Textfassung auf dem Audioportal Freier Radios.)

header-uniqueDie Autoren verstehen sich darauf, «Debatten zuzuspitzen und zugleich zu versachlichen», schreibt Kübra Atasoy im Wiener Hochschulmagazin UNIQUE. «Statt sich auf starre Erklärungsmuster zu versteifen, stellen Wolter und Voß Fragen: Sie zeigen auf, was ‹Ökonomiekritik› mit Kapitalismus nicht mehr zu tun hat und wie Kämpfe, die ihren Kern nicht benennen können, zahnlos werden.» (Externer Link zur Rezension.)

akduell_logo«Ist der Kampf für die Rechte und Interessen von Lesben, Schwulen und anderen Queers eine im Grunde unpolitische Lobby-Arbeit oder steht er im Zusammenhang mit anderen ungerechten Verhältnissen, wie Rassismus und Kapitalismus? Die Autoren des neu erschienenen Bandes Queer und (Anti-)Kapitalismus vertreten entschieden letzteren Anspruch und versuchen die vermeintlichen Ein-Punkt-Bewegungen entgegen dem schwul-lesbischen Mainstream zu verbinden. Dabei argumentiert das Buch vor allem bewegungsgeschichtlich und keinesfalls theoretisch abgehoben», heißt es in ak[due]ll Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet  (externer Link zum Artikel).

logo_farbe_queer.de_01«Seit Werner Hinzpeters Schöne schwule Welt (1997) und Eike Stedefeldts Schwule Macht (1998) hat niemand mehr so konkret die Akteure der schwul-lesbischen Szene – wie etwa LSVD und Queer Nations – analysiert und kritisiert. Man darf gespannt sein, ob als Reaktion wieder nur beleidigte Abwehr kommt oder – man soll die Hoffnung nie aufgeben – ein Umdenken erfolgt.» Ulrike Kümel auf queer.de (externer Link zur Rezension).

Analyse-Kritik-Logo«Die LeserInnen tauchen direkt ein in die vielschichtigen Zusammenhänge der Entstehung eines globalen Kapitalismus, historischer Kolonialisierung und aktueller Migrationspolitik sowie sich wandelnder Geschlechter- und sexueller Verhältnisse.» Lisa Krall in Analyse und Kritik (externer Link zur Rezension).

Logo MM_end«[…] eine tiefgehende Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht.» Mädchenmannschaft (externer Link zur Rezension).

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Nachtrag zur wissenschaftlichen Rezeption, zuletzt ergänzt am 28. Mai 2016: Queer und (Anti-) Kapitalismus wird u. a. in den folgenden aktuellen wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen zitiert (Reihenfolge des Erscheinens): Volker Woltersdorff: Homosexualitätsforschung und Queerstudien, in: Florian Mildenberger, Jennifer Evans, Rüdiger Lautmann & Jakob Pastötter (Hg.): Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Perspektiven, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 205-239; Gudrun Perko & Dorothea Kitschke: Kompetenzmessung in der Hochschullehre? Eine Studie über die Vermittlung und Einschätzung von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen für soziale Berufe im Hochschulkontext, Weinheim & Basel 2014: Beltz Juventa; Manfred Prisching: Wissens- und Deutungsprobleme beim öffentlichen Vortrag, in: Ronald Hitzler (Hg.): Hermeneutik als Lebenspraxis. Ein Vorschlag von Hans-Georg Soeffner, Weinheim & Basel 2015: Beltz Juventa, S. 214-230; Thomas K. Gugler: New Media, Neosexual Activism and Diversifying Sex Worlds in Post-Liberalization India, in: Nadja-Christina Schneider & Fritzi-Marie Titzmann (Hg.): Studying Youth, Media and Gender in Post-Liberalisation India. Focus on and about the «Delhi Gang Rape», Berlin 2015: Frank & Timme / Reihe Kommunikationswissenschaft, Bd. 6, S. 143-166; Ole Norhausen: Soziale Arbeit als Ort der Postwachstumsgesellschaft. Care, Commons und sozial-nachhaltige Ökonomie, Berlin 2015: Wissenschaftlicher Verlag; Rüdiger Lautmann: Sexuelle Vielfalt oder Ein Ende der Klassifikationen?, in: Sven Lewandowski & Cornelia Koppetsch (Hg.): Sexuelle Vielfalt und die UnOrdnung der Geschlechter. Beiträge zur Soziologie der Sexualität, Bielefeld 2015: Transcript, S. 29-66; Patrick Helber: Dancehall und Homophobie: Postkoloniale Perspektiven auf die Geschichte und Kultur Jamaikas, Bielefeld 2015: Transcript; Gudrun Perko: Das «Social Justice und Diversity Concept» zugunsten einer politisierten pädagogischen Praxis, in: Sarah Huch & Martin Lücke (Hg.): Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule: Konzepte aus Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik, Bielefeld 2015: Transcript, S. 69-92; Christine Riegel: Bildung, Intersektionalität, Othering. Pädagogisches Handeln in widersprüchlichen Verhältnissen, Bielefeld 2016: Transcript; Marion Thuswald: Diversity Studies. Theorie und Forschung zu Differenzen und Diversität, in: Elke Gaugele & Jens Kastner (Hg.): Critical Studies. Kultur- und Sozialtheorie im Kunstfeld, Wiesbaden 2016: VS Springer, S. 263-290: – Außerdem empfiehlt Diana Demiel Queer und (Anti-) Kapitalismus in dem von Anne Allex hg. Band Stop Trans*-Pathologisierung: Berliner Positionen zur internationalen Kampagne, 3., wesentl. erw. Auflage, Neu-Ulm 2014: AG SPAK Bücher, S. 177f (das Buch erschien im Januar 2015).

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