Neuausgabe von «Karriere eines konstruierten Gegensatzes» erschienen

Im Dezember 2014: Eben habe ich im Eisenherz-Buchladen, Motzstraße 23 in Berlin-Schöneberg (externer Link), die ersten Exemplare der Neuausgabe von Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001 bei der Edition Assemblage gesehen. Der ‹Klassiker› ist um ein aktuelles Nachwort des Herausgebers Koray Yılmaz-Günay erweitert, in den Angaben zu den Autor_innen auf den neuesten Stand gebracht und auf besserem Papier gedruckt worden. Das Buch macht nun im Regal deutlich ‹mehr her› und wird so hoffentlich noch zusätzliche Leser_innen ansprechen. Doch schon im ersten Anlauf – «im September 2011 in einer gewagt hohen Auflage im Selbstverlag erschienen» (Yılmaz-Günay) und ohne ISBN verbreitet – fand es den Weg in die Bibliotheken von zahlreichen Aktivist_innen und wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland und wird bis heute vielfach zitiert. Ich bin nach wie vor stolz darauf, durch Texte und redaktionelle Mitarbeit zu diesem Band beigetragen zu haben. Schön, dass er nun auch über den Buchhandel zu beziehen ist! Passend zur Neuausgabe veröffentlichte das Blog Die Freiheitsliebe ein Interview mit mir: »Progressive Queerpolitik muss antirassistisch sein« (externer Link). Salih Alexander Wolter

Dieser Reader «führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen». Mädchenblog (externer Link)

«Kritisiert wird die Tendenz von Teilen der Schwulenbewegung, einerseits unverhohlen rassistisch zu sein, gleichzeitig aber durch die ‹Zurschaustellung› von ‹dunkelhäutig-exotischen› Liebhabern Weltoffenheit zu demonstrieren. Andere Texte setzen sich mit der Islamfeindlichkeit als ‹Elitendiskurs› auseinander – also mit dem Phänomen, dass [durch] das Abheben auf die angebliche Homophobie der ‹Anderen› Rassismus auch in aufgeklärt intellektuellen Szenen quasi salonfähig wird.» Antje Schrupp (externer Link)

Der Band bietet «eine verlässliche, wissenschaftlich fundierte und politisch orientierte Analyse, in der facettenreich und vielstimmig die Entwicklungen der letzten zehn Jahre ausgewertet, regional zugespitzt und international eingebunden werden». Heinz-Jürgen Voß auf kritisch-lesen.de (externer Link)

Karriere eines konstruierten Gegensatzes Cover neu● Koray Yılmaz-Günay (Hg.): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001. Neuausgabe: Münster, Dezember 2014: Edition Assemblage, 216 Seiten, broschiert, 18,00 €, ISBN 978-3-942885-53-9 (Erstausgabe: Berlin, September 2011: Selbstverlag). Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier. Ein Klick auf das Buchcover oben öffnet das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung des Herausgebers (externe Links).

Der Sammelband enthält Beiträge von Markus Bernhardt, Zülfukar Çetin, Esra Erdem, Jin Haritaworn, Andreas Hieronymus, Alexander King, Georg Klauda, Jennifer Petzen, Dirk Ruder, Saideh Saadat-Lendle, Hilal Sezgin, Yasemin Shooman, Tamsila Tauqir, Salih Alexander Wolter und Koray Yılmaz-Günay; dazu: ein Interview, das Deniz Utlu mit Jasbir K. Puar führte, Stellungnahmen von SUSPECT, Decolonize Queer, Lesbiennes of Color und eine Fotoserie von Aykan Safoğlu.

«An wenigen Wochenenden und sehr geballt ist hier Zusammenarbeit im besten Sinn praktiziert worden: freundschaftlich. Dr. Jin Haritaworn, Dr. Alexander King, Dr. Jennifer Petzen und vor allem Salih Alexander Wolter haben mit ihrem politischen Rat und ihrer tatkräftigen Unterstützung Großes geleistet. Sie sind wesentlich mehr als nur Autor_innen dieses Buchs.» (Koray Yılmaz-Günay)

Salih Alexander Wolter ist mit folgenden Texten vertreten:

Ist Krieg oder was? Queer Nation Building in Berlin-Schöneberg

«Sein ganzer Traum von Männlichkeit». Cem Yıldız sagt, wo es langgeht

mit Koray Yılmaz-Günay: Muslimische Erklärungen gegen Homophobie – Entstehung, Inhalt und Nutzbarkeit

Reader «Bildung mit links!» als freier Download

Hawel_Kalmring_Bildungs_mit_links• Marcus Hawel & Stefan Kalmring, Hg.: Bildung mit links! Gesellschaftskritik und emanzipatorische Lernprozesse im flexibilisierten Kapitalismus. Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hamburg 2014: VSA Verlag, 206 Seiten, broschiert, 16,80 €, ISBN 978-3-89965-597-1.

«Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft.» (Antonio Gramsci) Der Reader ist dem Politikwissenschaftler Dieter Schlönvoigt gewidmet, der die Rosa-Luxemburg-Stiftung entscheidend prägte. Geboten werden 14 Originalbeiträge, darunter der Text Intersektionalität in der Bildungsarbeit von Claudia de Coster, Salih [Alexander] Wolter und Koray Yılmaz-Günay. (S. 118-135). Heinz-Jürgen Voß – der den Band bei socialnet ausführlich rezensierte (externer Link) – schreibt über diesen Beitrag:

Neben einem knackigen Überblick über die – praktisch orientierte – Geschichte und Theorie, die hinter dem Begriff «Intersektionalität» stehen, erläutern sie die Notwendigkeit von intersektionalen Ansätzen für die Bildungsarbeit. Sie zeigen, dass Intersektionalität einem Denken in klaren und vermeintlich voneinander trennbaren Identitäten entgegenwirkt und beschreiben die «(Selbst-)Homogenisierung der Frauen- oder Schwulenbewegung» sowie den «Fokus vieler Gewerkschaften auf den weißen, eindeutig männlichen, heterosexuellen, nicht ‹behinderten› Facharbeiter» als Problem. Sie plädieren gegen einfache Konzepte von «Vielfalt» und «Diversity» in der Bildungsarbeit, die sich nicht den konkreten gesellschaftlichen Grundbedingungen zuwendeten. Vielmehr müsse reflektiert werden, «dass Bildung […] einer der wichtigsten Orte ist, an denen gesellschaftliche Ungleichheit produziert und reproduziert wird». Man dürfe damit «weder bei einem unkritischen Subjekt-Begriff noch bei einem unhinterfragten Begriff der Verschiedenheit stehenbleiben». Emanzipatorische Bildungsarbeit könne Anregungen aus Inklusions-Konzepten aufnehmen und müsse im Sinne eines «(Self-)Empowerment» und einer «(Selbst-)Organisierung» stattfinden. Eine solche Bildungsarbeit stehe aber auch vor Dilemmata: So benötigt der «Streit gegen eine Stigmatisierung […] die Bestätigung, dass es eine abgrenzbare Gruppe gebe, die ‹anders› ist.» Bildungsarbeit müsse damit gleichzeitig den Inhalt «der soziale[n] Konstruiertheit von Identitäten» und «die Notwendigkeit einer strategischen Identitätspolitik» aufnehmen, um erfolgreich zu sein. Es ergibt sich auch die Schwierigkeit, dass emanzipatorische Bildungsarbeit als «geschützter Rahmen und Raum» konzipiert sein sollte, aber in einer «gesellschaftlichen Umwelt statt[findet], die keine Schutzräume vorsieht».

Neben der Printversion gibt es das gesamte Buch auch zum freien Download hier (PDF-Volltext, externer Link). Für diese Veröffentlichung gelten die Bedingungen einer Creative Commons License: Creative Commons Attribution-Non-Commercial-NoDerivs 3.0 Germany License. Nach dieser Lizenz dürft ihr / dürfen Sie die Texte für nichtkommerzielle Zwecke vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen unter der Bedingung, dass die Namen der Autor_innen und der Buchtitel inkl. Verlag genannt werden, der Inhalt nicht bearbeitet, abgewandelt oder in anderer Weise verändert wird und ihr/Sie ihn unter vollständigem Abdruck dieses Lizenzhinweises weitergebt/weitergeben. Alle anderen Nutzungsformen, die nicht durch diese Creative Commons Lizenz oder das Urheberrecht gestattet sind, bleiben vorbehalten.

«Zwischen Bewegung und Wissenschaft». Glückwunsch, Professor Heinz-Jürgen Voß!

Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin
Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin

Heinz-Jürgen Voß gehört seit gut zwölf Jahren zu meinen engsten Freund_innen. Gerade mal 34 Jahre alt, kann der diplomierte Biologe und promovierte Sozialwissenschaftler bereits eine ganze Reihe viel diskutierter Fachbücher vorweisen: von Making Sex Revisited (2010) über Geschlecht – Wider die Natürlichkeit (2011) bis zu Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (2012) und Biologie und Homosexualität (2013). Dazu zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Sammelbänden – erst vor wenigen Tagen erschien der von seinem Doktorvater Rüdiger Lautmann herausgegebene Reader Capricen. Momente schwuler Geschichte mit Heinzis Beitrag über Magnus Hirschfeld (externer Link zum Verlag). Der Titel dieses Aufsatzes – «Zwischen Bewegung und Wissenschaft» – könnte auch über seiner eigenen Arbeit stehen, wovon zum Beispiel unser aktuelles gemeinsames Buch Queer und (Anti-) Kapitalismus zeugt. Jetzt gibt es etwas zu feiern: Dr. Heinz-Jürgen Voß wurde von der Hochschule Merseburg zum Mai 2014 auf die Professur «Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung» berufen. Ganz herzlichen Glückwunsch!

Salih Alexander Wolter

«Eine gelungene Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität». Aus Rezensionen zu «Queer und (Anti-) Kapitalismus»

Zuletzt aktualisiert am 3. November 2016 (Nachträge zur wissenschaftlichen Rezeption)

Am 28. August 2013 veröffentlichte der Schmetterling Verlag Queer und (Anti-) Kapitalismus von Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter, die 2., durchgesehene Auflage erschien im Juli 2015. Inzwischen wird das Buch auch schon in einer Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen zitiert – Hinweise dazu gibt es am Ende dieses Beitrags. Hier zunächst eine Auswahl aus den Rezensionen (neueste zuerst):

Queer und (Anti-) Kapitalismus Buch des Monats«[E]in auch für Einsteiger_innen gut lesbarer Überblick», schreibt Hans Reuter in Critica – das linke Magazin für Studierende über das «Buch des Monats» Oktober 2014. Der Beitrag –  der am Jahresende auch auf dem vielgelesenen Blog Die Freiheitsliebe veröffentlicht wurde (externe Links zur Rezension) – weist besonders auf «ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Überblickstexten» hin: «die konsequente Einbeziehung eines diefreiheitsliebepostkolonialen, antirassistischen Standpunktes. Dabei wird insbesondere auf die Theorieproduktion Betroffener Bezug genommen und offengelegt, dass auch in emanzipatorischen Kämpfen immer wieder Ausschlüsse marginalisierter Gruppen (wie People of Colour und transgender) stattgefunden haben. Gerade die schwule Szene in Deutschland täte gut daran, selbstkritisch die von Voß und Wolter angesprochenen Entsolidarisierungen und Ausschlüsse zu reflektieren.»

Frigga Haug rezensiert Voß/Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus (Das Argument, Heft 307)Eine ausführliche Besprechung verfasste Frigga Haug für die von ihr mit herausgegebene Zeitschrift Das Argument, Heft 307 (externer Link zum Inhaltsverzeichnis). Sie unterstreicht, dass Voß und Wolter «auch die BRD ‹als postkoloniales Gebilde› in der ‹neokolonialen Ordnung kritisch ins Visier› [nehmen], an der alle (auch alternative weiße prekarisierte queers) teilhaben ‹als Komplizen›». Weiter heißt es in dem Artikel u. a.: «Die Analyse von Nord und Süd als globale Perspektive gewinnt zugleich eine klarere Sicht auf die Lage der Frauen in der Welt, die (wieder mit Spivak) noch ‹keine Sprache haben›, und auf Migration und Ausbeutung.»

Lambda_Heft 2_2014«Dass queer-feministische Positionen und politische Praxis sowie antikapitalistisches und antirassistisches Engagement sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern untrennbar miteinander verbunden sind, führen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter detailreich, theoretisch fundiert und politisch streitbar aus», schreibt Gudrun Hauer in den Wiener Lambda-Nachrichten, Ausgabe Mai/Juni 2014 (Link zum externen PDF-Volltext, s. S. 48). Die «spannende Studie» liefere «zahlreiche Einsichten in blinde theoretische und politisch-praktische Flecken von uns weißen politischen AktivistInnen in ökonomisch privilegierten Staaten».

pw_portal logo«Diesem ‹Homonationalismus› und dessen Protagonisten aus dem ‹weißen schwulen Establishment›  begegnen die Autoren mit einer gelungenen Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität, der Theorie mehrdimensionaler Diskriminierung. […] Wolter und Voß demonstrieren, warum Diskriminierung als Normalzustand eben nicht nur rassistisch, klassistisch, sexistisch oder homophob ist, sondern manchmal auch alles in einem. Sie begründen so, warum es dem Queerfeminismus nach wie vor ‹ums Ganze› gehen müsse.» Florian Geisler auf dem Portal für Politikwissenschaft der  Hamburger Stiftung Wissenschaft und Demokratie (externer Link zur Rezension)

Queerulant_in Logo«Die Autor*innen argumentieren streng historisch und verweisen […] auf queere Geschichte selbst», hebt die Queerulant_in, Heft 6 (Januar 2014), hervor. Genau dies sei «eine große Stärke des Buchs […]: queere Geschichte mit marxistischer Theorie zu vereinen und darzustellen».

MALMOE Logo

«Queer und (Anti-) Kapitalismus ist ein Buch, das Perspektiven eröffnet. Die Autoren* […] geben den Anstoß, intersektionale und antikapitalistische Analysen konsequent zusammenzudenken», heißt es in der österreichischen Zeitschrift Malmoe«Der Kampf um die Befreiung von Unterdrückung muss […] multidimensional gedacht und gemacht werden, wenn er wirkungsvoll sein soll.» (Externer Link zur Rezension.)

SINa Logo Voß und Wolter belegen «nachdrücklich […], wie die weiße Frauen- und Queerbewegung People of Color (PoC), deren Bedeutung in der Bewegungsgeschichte und deren Belange (systematisch) […] ausblenden», stellt Katja Krolzik-Matthei im sexualwissenschaftlichen SINA-Newsletter fest und urteilt: «Das Buch bewegt sich auf einem theoretisch höchst anspruchsvollen Niveau und weist eine sehr hohe Dichte an faktenbasierter Information auf. Dennoch: Die Lektüre von Queer und (Anti-) Kapitalismus kann dazu verhelfen, Maßstäbe und Ziele von queer-feministischem Aktivismus zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten und zu formulieren.» (PDF-Volltext, s. S. 8/9 – © 2013 Gesellschaft für Sexualwissenschaft e. V.)

Siegessaeule LogoDas Buch bietet einen «Überblick, vom Marxismus hin zum Poststrukturalismus, zu queeren und postkolonialen Theorien. Ein großes Unterfangen, das die beiden mittels kleiner, leicht lesbarer Formate gut meistern». Siegessäule, Ausgabe Dezember 2013.

frn_logo_text_klein«Ja, wann kommt denn jetzt die Kapitalismuskritik? Hier kommt sie:» Auf Coloradio führt Antje Meichsner engagiert in «dieses wunderbare Buch»  ein und stellt dabei besonders «das konsequente Featuren der Literatur von Personen of Color» heraus. Sie empfiehlt: «Diese spannende Argumentation solltet ihr in voller Länge lesend genießen.» (Externer Link zu Podcast und Textfassung auf dem Audioportal Freier Radios.)

header-uniqueDie Autoren verstehen sich darauf, «Debatten zuzuspitzen und zugleich zu versachlichen», schreibt Kübra Atasoy im Wiener Hochschulmagazin UNIQUE. «Statt sich auf starre Erklärungsmuster zu versteifen, stellen Wolter und Voß Fragen: Sie zeigen auf, was ‹Ökonomiekritik› mit Kapitalismus nicht mehr zu tun hat und wie Kämpfe, die ihren Kern nicht benennen können, zahnlos werden.» (Externer Link zur Rezension.)

akduell_logo«Ist der Kampf für die Rechte und Interessen von Lesben, Schwulen und anderen Queers eine im Grunde unpolitische Lobby-Arbeit oder steht er im Zusammenhang mit anderen ungerechten Verhältnissen, wie Rassismus und Kapitalismus? Die Autoren des neu erschienenen Bandes Queer und (Anti-)Kapitalismus vertreten entschieden letzteren Anspruch und versuchen die vermeintlichen Ein-Punkt-Bewegungen entgegen dem schwul-lesbischen Mainstream zu verbinden. Dabei argumentiert das Buch vor allem bewegungsgeschichtlich und keinesfalls theoretisch abgehoben», heißt es in ak[due]ll Studentische Zeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet  (externer Link zum Artikel).

logo_farbe_queer.de_01«Seit Werner Hinzpeters Schöne schwule Welt (1997) und Eike Stedefeldts Schwule Macht (1998) hat niemand mehr so konkret die Akteure der schwul-lesbischen Szene – wie etwa LSVD und Queer Nations – analysiert und kritisiert. Man darf gespannt sein, ob als Reaktion wieder nur beleidigte Abwehr kommt oder – man soll die Hoffnung nie aufgeben – ein Umdenken erfolgt.» Ulrike Kümel auf queer.de (externer Link zur Rezension).

Analyse-Kritik-Logo«Die LeserInnen tauchen direkt ein in die vielschichtigen Zusammenhänge der Entstehung eines globalen Kapitalismus, historischer Kolonialisierung und aktueller Migrationspolitik sowie sich wandelnder Geschlechter- und sexueller Verhältnisse.» Lisa Krall in Analyse und Kritik (externer Link zur Rezension).

Logo MM_end«[…] eine tiefgehende Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht.» Mädchenmannschaft (externer Link zur Rezension).

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Nachtrag zur wissenschaftlichen Rezeption, zuletzt ergänzt am 3. November 2016: Queer und (Anti-) Kapitalismus wird u. a. in den folgenden aktuellen wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen zitiert (Reihenfolge des Erscheinens): Volker Woltersdorff: Homosexualitätsforschung und Queerstudien, in: Florian Mildenberger, Jennifer Evans, Rüdiger Lautmann & Jakob Pastötter (Hg.): Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Perspektiven, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 205-239; Gudrun Perko & Dorothea Kitschke: Kompetenzmessung in der Hochschullehre? Eine Studie über die Vermittlung und Einschätzung von Gender/Queer- und Diversity-Kompetenzen für soziale Berufe im Hochschulkontext, Weinheim & Basel 2014: Beltz Juventa; Manfred Prisching: Wissens- und Deutungsprobleme beim öffentlichen Vortrag, in: Ronald Hitzler (Hg.): Hermeneutik als Lebenspraxis. Ein Vorschlag von Hans-Georg Soeffner, Weinheim & Basel 2015: Beltz Juventa, S. 214-230; Thomas K. Gugler: New Media, Neosexual Activism and Diversifying Sex Worlds in Post-Liberalization India, in: Nadja-Christina Schneider & Fritzi-Marie Titzmann (Hg.): Studying Youth, Media and Gender in Post-Liberalisation India. Focus on and about the «Delhi Gang Rape», Berlin 2015: Frank & Timme / Reihe Kommunikationswissenschaft, Bd. 6, S. 143-166; Ole Norhausen: Soziale Arbeit als Ort der Postwachstumsgesellschaft. Care, Commons und sozial-nachhaltige Ökonomie, Berlin 2015: Wissenschaftlicher Verlag; Rüdiger Lautmann: Sexuelle Vielfalt oder Ein Ende der Klassifikationen?, in: Sven Lewandowski & Cornelia Koppetsch (Hg.): Sexuelle Vielfalt und die UnOrdnung der Geschlechter. Beiträge zur Soziologie der Sexualität, Bielefeld 2015: Transcript, S. 29-66; Johannes Kohaupt: Rockmusik. Eine hermeneutische Untersuchung. Volume II: Gegenkulturen von Gothic-Rock bis Emocore, Hamburg 2015: Tredition; Patrick Helber: Dancehall und Homophobie: Postkoloniale Perspektiven auf die Geschichte und Kultur Jamaikas, Bielefeld 2015: Transcript; Gudrun Perko: Das «Social Justice und Diversity Concept» zugunsten einer politisierten pädagogischen Praxis, in: Sarah Huch & Martin Lücke (Hg.): Sexuelle Vielfalt im Handlungsfeld Schule: Konzepte aus Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik, Bielefeld 2015: Transcript, S. 69-92; Christine Riegel: Bildung, Intersektionalität, Othering. Pädagogisches Handeln in widersprüchlichen Verhältnissen, Bielefeld 2016: Transcript; Marion Thuswald: Diversity Studies. Theorie und Forschung zu Differenzen und Diversität, in: Elke Gaugele & Jens Kastner (Hg.): Critical Studies. Kultur- und Sozialtheorie im Kunstfeld, Wiesbaden 2016: VS Springer, S. 263-290; Antje Neumann: Geschlechterverhältnisse verändern. Formen queer-feministischer Interventionsstrategien, Hamburg 2016: Marta Press. – Außerdem empfiehlt Diana Demiel Queer und (Anti-) Kapitalismus in dem von Anne Allex hg. Band Stop Trans*-Pathologisierung: Berliner Positionen zur internationalen Kampagne, 3., wesentl. erw. Auflage, Neu-Ulm 2014: AG SPAK Bücher, S. 177f (das Buch erschien im Januar 2015).

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Aktualisiert am 10. Juni 2015

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus  • Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus, Stuttgart 2013 (2., durchgesehene Auflage 2015): Schmetterling Verlag, 160 Seiten, broschiert, 12,80 €, ISBN 3-89657-081-1. Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier (dort sind auch das Inhaltsverzeichnis, die ersten Seiten des Buches und der Anfang des Abschnitts «Stonewall revisited» zu finden). Rezensionen und Hinweise zur wissenschaftlichen Rezeption finden sich hier. Und so lautet der Klappentext:

Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‹Einsatz für Frauen- und Homorechte› als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln. 
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‹Eine-Welt›-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Einen einführenden Vortrag zum Thema «Queer und Kapitalismuskritik», den Heinz-Jürgen Voß im Juni 2013 beim e*camp – gegen Kapitalismus und sein Geschlechterverhältnis hielt, gibt es hier zu hören (extern: Infotext mit Links zu den mp3-Dateien).

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«What the fuckʾs wrong with yʾall?», schreit Sylvia Rivera 1973 bei der New Yorker Großveranstaltung zur Erinnerung an die Rebellion in der Christopher Street vier Jahre zuvor ihre Wut und Enttäuschung heraus. Die Stonewall-Veteranin of Color war auf ihrem Weg zur Bühne von weißen Schwulen geschlagen worden, und weiße Lesben hatten sie auf Flugblättern als ‹Frauendarsteller› zur unerwünschten Person erklärt. Was unter dem von der Schwarzen Befreiungsbewegung geborgten und abgewandelten Slogan Gay Power begonnen hatte, war zur Interessenvertretung eines sich etablierenden weißen Homo- ‹Mittelstands› geworden. Ein kurzer Mitschnitt von Riveras denkwürdigem Auftritt:

Y’all better quiet down! from Reina July on Vimeo (externer Link).

Die «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» in Wissenschaft und Medien

Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2016 (weitere Ergänzung zur wissenschaftlichen Rezeption)

Signale aus der MehrheitsgesellschaftDie Interventionen-Autoren Dr. Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter wurden im Rahmen des von Network Turkey organisierten und von Dr. Kerem Öktem von der Oxford University geleiteten Forschungsprojekts Signale aus der Mehrheitsgesellschaft ausführlich zur sogenannten Beschneidungsdebatte des  Jahres 2012 befragt. Die Studie, die am 19. September 2013 in der Berliner Humboldt-Universität mit einer von Dr. Yasemin Shooman von der Akademie des Jüdischen Museums Berlin moderierten Podiumsdiskussion vorgestellt wurde, ist hier zu lesen (PDF der 2., revidierten Fassung –  Text © Kerem Öktem 2013). Empfohlen sei auch ein Interview mit Dr. Öktem – mittlerweile Professor an der Universität Graz –, das die Jüdische Allgemeine am 31. Oktober 2013 veröffentlichte (externer Link zum Beitrag).

Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, Ordinarius für Religionsgeschichte und Literatur des Judentums am Zentrum für Jüdische Studien der Baseler Universität und Autor des (sehr empfehlenswerten!) ersten Buchs zum Thema – Haut ab! Die Juden in der deutschen Beschneidungsdebatte, erschienen im September 2012 im Göttinger Wallstein-Verlag –, bot im Herbst 2013 an der Universität Freiburg i. Br. das Seminar Brit Mila – Texte und Kontexte zur Beschneidung im Judentum an – das Buch von Çetin, Voß und Wolter war dabei vorgegebene Lektüre.

Zitiert werden die Interventionen auch in der von Dr. Michael Kohlstruck und Dr. Dr. Peter Ullrich / Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin verfassten Broschüre Antisemitismus als Problem und Symbol. Phänomene und Interventionen in Berlin, erschienen Anfang 2015 als Ausgabe 52 des Berliner Forum Gewaltprävention, hg. von der Berliner Landeskommission gegen Gewalt. Das Heft kann hier heruntergeladen werden (externer PDF-Link).

Weiterhin wird das Buch auf Mag. Armin Muftić‘ verdienstvoller Recherche-Seite Islamophobia Studies geführt (externer Link – das Buch findet sich unter «Monographies», der Beitrag von Çetin und Wolter noch einmal gesondert unter «Articles in edited volumes») und ebenso im aktuellen Einführungsband Antimuslimischer Rassismus am rechten Rand von Prof. Dr. Iman Attia, Dipl.-Sozialwiss. Alexander Häusler und Dr. Yasemin Shooman zitiert (Münster 2014: Unrast Verlag).

An politisch zentraler Stelle erscheinen die Interventionen in Prof. Dr. Fatima El-Tayebs (University of California – San Diego) Artikel Germany and Europe – Negotiating identity in a multicultural present im international wichtigen Referenzwerk The Routledge Handbook of German Politics and Culture, hg. von Sarah Colvin, Abingdon/England & New York 2015: Routledge, S. 285-300.

Mittlerweile wird das Buch auch in der katholischen religionswissenschaftlichen Diskussion wahrgenommen. Die Interventionen werden sowohl von Dr. António Luís Barata de Brito Carvalho Neves in seinem Buch A Circuncisão Religiosa como Tipo de Problema Jurídico-Penal (Coimbra 2014: Edições Almedina) zitiert als auch von Prof. Dr. Stefan Gatzhammer in seinem längeren Beitrag O debate de direito eclesiástico: A circuncisão por motivos religiosos e anova lei do Código Civil da Alemanha im Lissaboner Forum canonicum: revista do Instituto Superior de Direito Canónico, VIII (2013), 2, S. 129-139 (nachgedruckt als Einzelveröffentlichung in den Postprints der Universität Potsdam / Philosophische Reihe, Potsdam 2014), und in seinem Artikel Commento alla sentenza del Landgericht Köln del 7 maggio 2012 in tema di circoncisione e commento alla nuova normativa § 1631d del codice civile tedesco (BGB) in der römischen Fachzeitschrift Il Diritto Ecclesiastico, 124 (2013), S. 355–364.

«Die von der Bundesregierung beschlossene gesetzliche Klarstellung, dass eine für jüdische und muslimische Menschen zentrale Tradition nicht strafrechtlich zu verfolgen sei, ist ausdrücklich zu begrüßen. Die öffentliche und mediale Debatte hat jedoch ebenso deutliche antisemitische und antimuslimische Ressentiments abgebildet. Eine Analyse der Debatte zeigt, dass selbst säkular oder atheistisch verkleidete Positionen gegen die rituelle Beschneidung von antimuslimischen und antisemitischen Einstellungen geprägt sind», heißt es unter Berufung auf das Buch von Çetin, Voß und Wolter im Parallelbericht an den UN-Antirassismusausschuss zum 19.-22. Bericht der Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 9 des Internationalen Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von rassistischer Diskriminierung. Das Dokument wurde im März 2015 unter dem Titel Rassistische Diskriminierung in Deutschland. Erscheinungsformen und menschenrechtliche Verpflichtungen zum Schutz vor rassistischer Diskriminierung von der Diakonie Deutschland e. V. als Broschüre veröffentlicht und kann hier auch als PDF heruntergeladen werden (externer Link zur Hirschfeld-Eddy-Stiftung; s. S. 18).

Mehrfach bezieht sich auch Prof. Dr. Gökçe Yurdakul von der Berliner Humboldt-Universität in ihrem wichtigen Beitrag Jüd/innen und Türk/innen in Deutschland: Inklusion von Immigrant/innen, politische Repräsentation und Minderheitenrechte, erschienen in dem von der Heinrich-Böll-Stiftung hg. Sammelband Inklusion: Wege in die Teilhabegesellschaft, Frankfurt a. M. & New York 2015: Campus Verlag, S. 363-377, auf das von Dr. Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter verfasste Kapitel der Interventionen sowie auf die Oxford-Studie (Link s. o.). Der Beitrag wurde erneut veröffentlicht in dem von Uwe Hunger und Nils Johann Schröder hg. Band Staat und Islam. Interdisziplinäre Perspektiven, Wiesbaden 2016: Springer VS, S. 245-282. Prof. Dr. Yurdakul zitiert das Kapitel von Çetin und Wolter ebenfalls ausführlich in ihrem Aufsatz Jews, Muslims and the Ritual Male Circumcision Debate: Religious Diversion and Social Inclusion in Germany, erschienen 2016 in der internationalen Fachzeitschrift Cogitatio, vol. 4, no. 2 – Social Inclusion -, S. 77-86 (externer Link zum Artikel).

Der von Lisa Krall geschriebene Artikel «Beschneidung» des Gender Glossar, das sich als «ein transdisziplinäres Online-Nachschlagewerk, das wissenschaftliche Beiträge zu Begriffen, Themen, Personen und Institutionen aus dem Bereich der Gender Studies beinhaltet», versteht (externer Link zum Artikel) zitiert sowohl die Interventionen von Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter als auch die Oxford-Studie von Prof. Dr. Kerem Öktem (Link s. o.).

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Aus wichtigen Rezensionen zu den Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte» (neuester Beitrag zuerst):

homepageImage_de_DEIn ihrer ausführlichen Besprechung in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien, Ausgabe vom Herbst 2013, schreibt Lisa Krall u. a.: «Çetin und Wolter kritisieren im Sinne der Dialektik der Aufklärung, dass Integration in der deutschen Beschneidungsdebatte als Möglichkeit dazu verstanden wird, sich den christlichen Traditionen anzupassen und die eigenen ‹Defizite› ablegen zu können. […] Voß kann […] zeigen, dass die Darstellungen der Zirkumzision als schwerwiegend, folgenreich oder traumatisierend nicht gerechtfertigt sind, und vermutet, dass das gesundheitliche Wohlempfinden der Beschnittenen viel mehr von den kulturellen Erwartungen und der Akzeptanz der Gesellschaft abhänge, als von den Eingriffen. […] Die Autor_innen legen insgesamt eine umfassende und tiefgehende Analyse der geführten Diskussion vor […] und ermöglichen so einen kritischen Überblick über alarmierende Positionen und Argumentationen. Bleibt zu hoffen, dass die Publikation des Buches weiterhin auf großes Interesse stößt und sich im Sinne der Autor_innen eine kritische und reflektierte Diskussion über die Fachkreise hinaus etabliert.» Zur vollständigen Rezension geht es hier (externer Link).

DieFreiheitsliebe_smallDas vielgelesene Blog Die Freiheitsliebe meint: «Das Buch ist eine wichtige Intervention in eine Debatte, die auch in fortschrittlichen Kreisen zu viel Verwirrung führte und bewusst oder auch unbewusst auch bei einigen fortschrittlichen ZeitgenössInnen rassistisches Gedankengut offenbarte. Die Intervention ist auch mehr als ein Jahr nach Beginn der Debatte noch sehr lesenswert, da sie viel darüber verrät wie Diskussionen in der Gesellschaft geführt werden und wie Medizin als Argument missbraucht wird.» 

logo_femina_politica«Hinsichtlich der Frage, wie die rassistischen Prämissen und Implikationen der bisherigen Beschneidungsdebatte mit Vorstellungen normativer Heterosexualität und rigider Zweigeschlechtlichkeit verknüpft sind, haben Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter mit ihrem Band ‹Interventionen gegen die deutsche Beschneidungsdebatte› (2012) bereits verschiedene interessante Vorschläge präsentiert. […] Neben einer Analyse der in der Debatte wirksamen rassistischen Subjekt- und Gesellschaftsideale und der Macht- und Herrschaftsinteressen beteiligter Subjekte liefert der Band auch pointierte geschlechterpolitische Verweise», hält Antke Engel in ihren Überlegungen zur ‹deutschen Beschneidungsdebatte› fest, die unter dem Titel «Okzidentalistische Überlegenheitsphantasien und heteronormatives Schweigen» in Heft 1/2013 von Femina Politica Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft erschienen. Das Heft kann hier bestellt werden (externer Link).

zag63ZAG – Antirassistische Zeitschrift bietet in Nummer 63 eine doppelseitige Schwerpunkt-Rezension von Andreas Nowak, die nicht im Netz zugänglich ist. Sie widmet sich zum Schluss den «Beschneidungsgegner_innen» und fragt: «Was erhoffen sie sich durch die Abwertung anderer für sich selbst und welche Angebote machen sie an die Dominierenden und die Dominierten. Letztlich bleibt die Frage – und das ist die Gefahr – wie ihre Argumente in den dominanten Diskurs eingespeist werden und sich mit diesem amalgamieren, so dass diese Debatte womöglich nicht nur ein Sommertheater war, sondern eine tiefer greifende Veränderung der Diskurse und der Machtverteilung zuungunsten emanzipativer Kräfte bedeutet.» Das Heft kann hier bestellt werden (externer Link).

header-uniqueUNIQUE – Das Magazin der Uni Wien brachte in Heft 4/2013 einen Beitrag von Hagen Blix. Ein Auszug: «Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‹Zivilisierungsmission› durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‹Wissenschaftlichkeit› der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.» (Externer Link zur Rezension hier.)

Initiative MinderheitenIn Nr. 86 der österreichischen Stimme – Zeitschrift der Initiative Minderheiten bespricht Petra M. Springer das Buch und fasst zusammen: «Die Autoren weisen darauf hin, dass die Beschneidungsdebatte als Teil des Integrationsdiskurses zu sehen ist. Es werde nicht gleichberechtigt diskutiert und man könne nicht körperliche Selbstbestimmung und Religion einfach gegenüberstellen. Die Diskussion finde in einem gesellschaftlichen Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von Herrschaft geprägt ist. Vor allem die westliche, weiße, primär männliche, heteronormative und christlich/protestantische Gesellschaft würde sich aufgrund der Beschneidung von Muslimen und Juden bedroht fühlen. Unter dem Deckmantel der Menschen- und Kinderrechte verberge sich letztendlich antimuslimischer Rassismus und latenter Antisemitismus.»

Rosen auf den Weg gestreut«Mit Adorno, Horkheimer und Foucault arbeiten die Autoren die christliche Prägung des Konzepts der Religionsfreiheit, wie sie gegen die Beschneidung in Anschlag gebracht wird, heraus und kritisieren den normativen Anspruch der Wissenschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. Im Alltag schlägt sich dieser in einem nicht nur fach-idiotischen Expertentum nieder», schreiben die Berliner Rosen auf den Weg gestreut  und finden: «Der Band bietet wertvolle Argumente für Interventionen gegen den Antisemitismus und Rassismus, die in der Beschneidungsdebatte virulent geworden sind. Interventionen, die sich – auch wenn diese Debatte vorläufig vorbei ist – lohnen.» (PDF-Volltext des insgesamt sehr empfehlenswerten Heftes.)

safe_image.phpIm Magazin MARX 21 war der Band im Februar 2013 «Buch des Monats». Die ausführliche Rezension von Christine Buchholz MdB (DIE LINKE) endet wie folgt: «Das kleine, handliche und verständlich geschriebene Buch liefert nicht nur wichtige sachliche Argumente. Es ist vor allem deshalb so wertvoll, weil es gezielt in die Debatte innerhalb der gesellschaftlichen Linken eingreift. Denn es gehört zu den Paradoxien der Beschneidungsdebatte, dass Politiker von CDU und FDP Ansichten im Sinne einer toleranten, multikulturellen Gesellschaft vertreten haben, während die Positionen, die praktisch die Religionsfreiheit infrage gestellt haben, aus den Reihen von SPD, Grünen und LINKEN kamen.»

Analyse-Kritik-Logo«Die drei AutorInnen liefern eine kritische Analyse und Hintergrundinformationen zu der Debatte, die von antimuslimischen und antisemitischen Tendenzen sowie Unwissen über Vorhautbeschneidungen geprägt war.  […]  Bleibt zu hoffen, dass sich eine kritische Auseinandersetzung gemäß dem Wunsch der AutorInnen über die Fachkreise hinaus etabliert», meint Lisa Krall in analyse & kritik Zeitung für linke Debatte und Praxis, Ausgabe vom 15. Februar 2013. (Externer Link zur Rezension hier.)

taz Logo klein«Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter fragen, warum ausgerechnet jene, ‹die über einen mehrheitsdeutschen Hintergrund verfügen, unentwegt über den Verlust der Vorhaut klagen (können), die sie selbst in der Regel besitzen› […] Die Blindheit gegenüber einer Realität der Ausgrenzung, die eisern regelt, wer über was sprechen darf, entlarvt die Sprecher selbst als deren Nutznießer. Schließlich bewegen wir uns in einem Kontext, in dem die christlich säkularisierte Mehrheit die ‹jüdisch-christliche Tradition›, die sie nun aufkündigt, erst konstruiert hatte – um eine lange Tradition des Antisemitismus vergessen zu machen – in dem sich die antiislamische Kulturkampf-These etabliert hat», schreibt Sonja Vogel in der taz vom 26. Januar 2013. (Externer Link zur Rezension hier.)

Verqueert_Logo«Egal wie man in der Debatte steht, bietet der Band wichtige – und zudem wissenschaftlich fundierte! – Anregungen zum Weiterdenken. Er bietet zugleich die unabdingbare Grundlage, auf der man überhaupt nachdenken kann, wie emanzipatorische Religionskritik aussehen kann.» Ralf Buchterkirchen auf seinem Blog verqueert.de (externer Link zur Rezension).

Kritisch lesen LogoDie Beiträge in diesem Band sind «in vielerlei Hinsicht (aus-)wegweisend in einem Umfeld, das zunehmend die Rede über etwas mit dem Etwas selbst verwechselt», urteilt Koray Yılmaz-Günay auf kritisch-lesen.de, Ausgabe vom Januar 2013: «Es ist eine der größten Stärken der Analyse, den diskursiven Rahmen herauszuarbeiten, in dem die Opposition von Selbstbestimmung des Kindes versus dem Recht von Eltern zwar funktional ist, aber gewaltig in die Irre führt. Denn es geht darin um wesentlich mehr als um das Für und Wider einer Beschneidung von Jungen. […] Es ist ein Verdienst dieser ‹Interventionen›, vehement darauf hinzuweisen, dass sich ein Phänomen wie die Vorhautbeschneidung von Jungen nicht isoliert betrachten lässt, sondern dass es immer darum gehen muss, Gesellschaft in ihrer Komplexität und mit ihren ineinander verschränkten Machtasymmetrien zu denken. Und auch und immer wieder darauf, dass die Rede von einem ‹Wir› nicht ‹uns› alle meinen muss. Zu viel Gesagtes und vor allem Ungesagtes ist darin miteinander verwoben, zu viele Ungleichheiten beim Zugang zum Sprechen, aber auch sehr viel dekretiertes Schweigen. Mit dem Ritus soll wesentlich mehr verschwinden als ein vermeintlich überkommener Brauch.» (Externer Link zur Rezension hier.)

Muslimische Stimmen LogoDas Buch wurde am 2. Dezember 2012 in den schönen Räumen von Allmende e. V. – Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur in Berlin-Kreuzberg vorgestellt. Yasemin Shooman befragte die Autoren und moderierte die anschließende Publikumsdiskussion. Eine zuverlässige Rekonstruktion der Positionen von Çetin, Voß und Wolter findet sich auf der Website von Muslimische Stimmen – Unabhängiges Projekt für Pluralismus und Austausch (externer Link zum Beitrag). 

MIGazin LogoBereits im Dezember 2012 gab das Fachportal MiGAZIN, ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award, den «Buchtipp zum Wochenende»: die «Interventionen». Dort findet sich auch ein Auszug aus dem Buch (externer Link zum Beitrag).

Jahrbuch für Islamophobieforschung 2013 erschienen

Jahrbuch Islamophobieforschung 2013• Farid Hafez, Hg.: Jahrbuch für Islamophobieforschung 2013, Wien 2013: Verlag New Academic Press, 194 Seiten, kartoniert, 22,90 €, ISBN 978-3-7003-1859-0.

Der Band enthält u. a. den Beitrag  Fortsetzung einer «Zivilisierungsmission»: Zur deutschen Beschneidungsdebatte von Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter (mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers auch hier veröffentlicht – als PDF gibt es den Text hier). Die weiteren Beiträge sind von Wolfgang Palaver, Martin Meyrath, David Ch. Stoop, Oliver Wäckerlig/Rafael Walthert, Stefanie C. Boulila, Armin Muftić, Alexander Steffek, Rainer Feldbacher, Medina Velic und dem Herausgeber Farid Hafez selbst. Zur Verlagsseite für das Buch geht es hier (externer Link).

Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter: Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte»

Zuletzt aktualisiert am 4. November 2016 (Nachtrag zur wissenschaftlichen Rezeption erweitert)

Ein Band, in dem «die Beschreibung gesellschaftlicher Verhältnisse stets um die Handlungsebene zur emanzipatorischen Entwicklung von Politik ergänzt» wird. Heinz-Jürgen Voß auf kritisch-lesen.de (externer Link)

«Bei der Auslagerung von Homophobie wie von Antisemitismus zu Menschen, die als migrantisch und/oder muslimisch identifiziert werden, spielen schwule Meinungsbildner seit den 1990er Jahren eine wichtige Rolle. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird nicht müde, auf die Gefahren des antimuslimischen Rassismus und auf gemeinsame Interessen hinzuweisen, wie etwa in den Debatten um das Kopftuch oder die Beschneidung von Jungen. Demgegenüber bedient sich die ‹Community› einer Rhetorik gemeinsamen Leids mit ‹den› Jüd_innen, um eine strukturell rassistische und antisemitische Dominanzgesellschaft in ihren Grundfesten zu bestätigen. Indem sich der deutsche Homonationalismus positiv auf das ‹geläuterte Deutschland› bezieht, bewirkt er – gewollt oder ungewollt – vor allem eine Deutschwaschung der schwulen Szenen.» Koray Yılmaz-Günay/Salih Alexander Wolter (Wer MACHT Demo_kratie?, S. 73)

Im Juni 2013 veröffentlichte die Edition Assemblage in Münster den Sammelband Wer MACHT Demo__kratie? Kritische Beiträge zu Migration und Machtverhältnissen, hg. von Duygu Gürsel,  Zülfukar Çetin & Allmende e. V. (256 Seiten, broschiert,  16.80 €, ISBN 978-3-942885-34-8).  Er enthält Beiträge von Martina Benz, Houria Bouteldja, Zülfukar Çetin, Safter Çınar, Juan Pablo Díaz & Pablo Hermann & OKK (Organ Kritischer Kunst), Gaston Ebua, Urmila Goel, Ramon Grosfoguel, Duygu Gürsel, Cağrı Kahveci, Christiane Mende, Stephen Sulimma, Vassilis Tsianos, Ulu Turgay, Women in Exile sowie Koray Yılmaz-Günay & Salih Alexander Wolter.

Der Essay Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte» von Yılmaz-Günay/Wolter ist auch online zu lesen (PDF mit dem vollständigen Text). Eine gekürzte Fassung erschien vorab in ZAG Antirassistische Zeitschrift, Heft 63 (externer Link zum Beitrag). Am 17. August 2013 fand beim Berliner Festival gegen Rassismus ein gut besuchter Workshop zum Buch mit Herausgeber Zülfukar Çetin und den Autoren Safter Çınar, Turgay Ulu und Salih Alexander Wolter statt. Die erste Würdigung des Sammelbands, dem es in besonderer Weise gelingt,  «Aktivismus und theoretische Reflexion miteinander zu verbinden», gab es auf dem Mädchenblog (externer Link zur Rezension). Für kritisch-lesen.de besprach Heinz-Jürgen Voß das Buch und ging dabei ausführlich auf die Beiträge von Vassilis Tsianos und Yılmaz-Günay/Wolter ein, die jeweils die Beteiligung von weißen «Mittelschichts-Schwulen an rassistisch und klassistisch ausgrenzender Politik» analysieren (s. Link am Anfang dieses Artikels).

Nachtrag zur Rezeption von Pink Washing Germany? Der deutsche Homonationalismus und die «jüdische Karte»: Der Text wird u. a. in folgenden wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen zitiert: Zülfukar Çetin & Savaş Taş: Kontinuitäten einer Kooperation: Antimuslimischer Rassismus in Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Staat, in: Farid Hafez (Hg.): Jahrbuch für Islamophobieforschung 2014, Wien 2014: New Academic Press, S. 19-41; Heinz-Jürgen Voß: Homosexualität in den Naturwissenschaften, in: Florian Mildenberger u. a. (Hg.): Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Perspektiven, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 345-373; Heinz-Jürgen Voß: Zwischen Wissenschaft und Bewegung. Hirschfeld zu geschlechtlichen Zwischenstufen – und das Abbrechen mit der Nazi-Zeit, in: Rüdiger Lautmann (Hg.): Capricen. Momente schwuler Geschichte, Hamburg 2014: Männerschwarm Verlag, S. 87-108; Friederike Schmidt & Anne-Christin Schondelmayer: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – (k)ein pädagogisches Thema?, in: dies. & Ute B. Schröder (Hg.): Selbstbestimmung und Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Lebenswirklichkeiten, Forschungsergebnisse und Bildungsbausteine, Wiesbaden 2015 (das Buch lag bereits im Herbst 2014 vor): Springer VS, S. 223-240); Zülfukar Çetin: Der Schwulenkiez. Homonationalismus und Dominanzgesellschaft, in: Iman Attia u. a. (Hg.): Dominanzkultur reloaded. Neue Texte zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ihren Wechselwirkungen, Bielefeld 2015: Transcript Verlag, S. 35-46); Jin Haritaworn: Queer Lovers and Hateful Others: Regenerating Violent Times and Places, London 2015: Pluto Press (Vertrieb in den USA durch die University of Chicago Press); Zülfukar Çetin & Heinz-Jürgen Voß: Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität. Kritische Perspektiven, Gießen 2016: Psychosozial-Verlag.

Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›»

Zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2015

Vorab ein Zitat aus The Routledge Handbook of German Politics and Culture: «2012 was also the year when, after moral panics around oppressed Muslim women and homophobic and violent Muslim youths, the latest iteration of threatening Muslim Otherness emerged in the so-called Beschneidungsdebatte on whether circumcision of Muslim (and Jewish) boys violates human rights and should thus be outlawed. The debate overshadowed both the continuing revelation about the Nationalsozialistischer Untergrund, a white supremacist group that committed at least 10 racist murders, eight of which targeted Muslim men, and the 20-year-commemoration of the 1992 Mölln arson attack, which cost the lives of three Turkish Germans and injured nine (Çetin, Voß and Wolter 2012).» Fatima El-Tayeb: Germany and Europe – Negotiating identity in a multicultural present, in: The Routledge Handbook of German Politics and Culture, ed. by Sarah Colvin, Abingdon/England & New York 2015, p. 298.

Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß  & Salih Alexander Wolter: Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte», Münster 2012: Edition Assemblage, 96 Seiten, broschiert, 9.80 €. ISBN 978-3-942885-42-3|WG 973. Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier.

Die Edition Assemblage hat am 30. November 2012 einen Band mit Entgegnungen zur sogenannten Beschneidungsdebatte veröffentlicht. Die Autoren danken der Fachzeitschrift Sexuologie (Charité Berlin), in der Heinz-Jürgen Voß’  klare Darstellung der medizinischen Studien zur Zirkumzision zuerst erschienen ist, und dem von Farid Hafez herausgegebenen Jahrbuch für Islamophobieforschung, Wien 2013, dem der Text von Zülfukar Çetin und Salih Alexender Wolter entnommen wurde (externe Links). Den Aufsatz von Çetin und Wolter – Fortsetzung einer «Zivilisierungsmission»: Zur deutschen Beschneidungsdebatte – gibt es auch online hier (PDF), den Beitrag von Voß – Zirkumzision – die deutsche Debatte und die medizinische Basis – auch online hier (externe PDF). Ein Überblick über wichtige Rezensionen des Buchs findet sich hier.

Anti-Homofobı Kitabı 3 (International Meeting against Homophobia)

Aktualisiert am 9. Mai 2014

AntihomofobikitabiErschienen in Ankara im November 2011 bei KAOS GL, hg. von Ali Erol, 271 S., enthält u. a. den folgenden Beitrag von Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’daki Müslüman Örgütlerin Homofobi Karşıtı Açıklamaları (externer Link/Volltext-PDF, s. S. 101-107 – bakınız s. 101-107).

Infoseiten zum Buch gibt es in türkischer und englischer Sprache (externe Links).

S. a. Koray Yılmaz-Günay & Salih [Alexander] Wolter: Almanya’da «Müslüman» Kimliği ve Homofobi, gedruckt in KAOS GL (Ankara), Ausgabe November/Dezember 2010 (externer Link).