Frankreich: Der homofaschistische Albtraum wird wahr

Ich weine um Frankreich oder vielleicht auch schon um ganz Europa. Nachrichten eines Tages, nämlich heute: Julien Odoul, der freundlich aussehende Coverboy des großen Pariser Schwulenmagazins Têtu,  wurde von der französischen Faschistenführerin Marine Le Pen für den (inzwischen leider immer wahrscheinlicher werdenden!) Fall ihres Wahlsiegs als künftiger Minister vorgestellt. Zugleich trat Sébastian Chenu, Sprecher von GayLib (der wichtigsten bürgerlichen Homo-Organisation des Landes) in Le Pens Partei, den Front National, ein. Und als ob das alles noch nicht furchtbar genug wäre, erklärt Didier Lestrade – der bekannteste linke Queer- und Aids-Aktivist Frankreichs und  ein hochangesehener Schriftsteller und Journalist – in seinem soeben erschienenen neuesten Werk, dass der Front National von vielen Schwulen, die sich durch junge Muslime aus den Pariser Vorstädten bedroht fühlten, als einzige Hoffnung angesehen werde.–
Ich möchte angesichts dieser entsetzlichen Situation einen Schlüsseltext von Guy Hocquenghem (geboren am 3. Dezember 1946 in Paris, gestorben am 28. August 1988 ebenda) in Erinnerung bringen – nämlich seinen «Nachruf» auf Pier Paolo Pasolini (geboren am 22. März 1922 in Bologna, ermordet in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1975 in Ostia bei Rom), unter dem Titel Tout le monde ne peut pas mourir dans son lit zuerst erschienen in der Pariser Tageszeitung Libération, Ausgabe vom 29. März 1976, und wiederabgedruckt in Hocquenghems Essayband La Dérive homosexuelle (Paris 1977: Jean-Pierre Delarge). Der Text wurde 1978 für Sylvère Lotringers legendäres New Yorker Magazin Sémiotext(e) ins Englische übersetzt. Ich poste hier diese Übersetzung, so wie sie im Sémiotex(e)-Reader Hatred of Capitalism, hg. von Chris Krauss u. Sylvère Lotringer, Cambridge/Massachusetts u. London/England 2001: MIT Press, S. 289-292, wiederabgedruckt wurde. Dies ist eine Übernahme von einem US-amerikanischen Blog (s. hier – externer Link). Sollte jemand einen urheberrechtlichen Anspruch auf diese Übersetzung glaubhaft machen können, werde ich diesen Post selbstverständlich wieder entfernen. Aber ich hoffe, dass er bis dahin vielfach gelesen wird – denn niemand hat so früh so klarsichtig beschrieben, was von einer «Bewegung für eine weiße Homosexualität in jedem Sinne des Wortes» zu erwarten ist, wie Guy Hocquenghem in diesem Text. Salih Alexander Wolter Continue reading “Frankreich: Der homofaschistische Albtraum wird wahr” »

Neuausgabe von «Karriere eines konstruierten Gegensatzes» erschienen

Eben habe ich im Eisenherz-Buchladen, Motzstraße 23 in Berlin-Schöneberg (externer Link), die ersten Exemplare der Neuausgabe von Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001 bei der Edition Assemblage gesehen. Der ‹Klassiker› ist um ein aktuelles Nachwort des Herausgebers Koray Yılmaz-Günay erweitert, in den Angaben zu den Autor_innen auf den neuesten Stand gebracht und auf besserem Papier gedruckt worden. Das Buch macht nun im Regal deutlich ‹mehr her› und wird so hoffentlich noch zusätzliche Leser_innen ansprechen. Doch schon im ersten Anlauf – «im September 2011 in einer gewagt hohen Auflage im Selbstverlag erschienen» (Yılmaz-Günay) und ohne ISBN verbreitet – fand es den Weg in die Bibliotheken von zahlreichen Aktivist_innen und wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland und wird bis heute vielfach zitiert. Ich bin nach wie vor stolz darauf, durch Texte und redaktionelle Mitarbeit zu diesem Band beigetragen zu haben. Schön, dass er nun auch über den Buchhandel zu beziehen ist! Salih Alexander Wolter  

Dieser Reader «führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen». Mädchenblog (externer Link zur Rezension)

«Kritisiert wird die Tendenz von Teilen der Schwulenbewegung, einerseits unverhohlen rassistisch zu sein, gleichzeitig aber durch die ‹Zurschaustellung› von ‹dunkelhäutig-exotischen› Liebhabern Weltoffenheit zu demonstrieren. Andere Texte setzen sich mit der Islamfeindlichkeit als ‹Elitendiskurs› auseinander – also mit dem Phänomen, dass [durch] das Abheben auf die angebliche Homophobie der ‹Anderen› Rassismus auch in aufgeklärt intellektuellen Szenen quasi salonfähig wird.» Antje Schrupp (externer Link zur Rezension)

Der Band bietet «eine verlässliche, wissenschaftlich fundierte und politisch orientierte Analyse, in der facettenreich und vielstimmig die Entwicklungen der letzten zehn Jahre ausgewertet, regional zugespitzt und international eingebunden werden». Heinz-Jürgen Voß in Kritisch lesen (externer Link zur Rezension)

Das Blog Die Freiheitsliebe urteilt: «Das Buch Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule› ist das wohl wichtigste Werk in einer Debatte, die meist einseitig geführt wird, ohne die Position der Betroffenen». (externer Link zur Rezension)

Karriere eines konstruierten Gegensatzes Cover neuKoray Yılmaz-Günay (Hg.): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre «Muslime versus Schwule». Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001. Neuausgabe: Münster, Dezember 2014: Edition Assemblage, 216 Seiten, broschiert, 18,00 €, ISBN 978-3-942885-53-9 (Erstausgabe: Berlin, September 2011: Selbstverlag). Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier. Ein Klick auf das Buchcover oben öffnet das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung des Herausgebers (externe Links).

Der Sammelband enthält Beiträge von Markus Bernhardt, Zülfukar Çetin, Esra Erdem, Jin Haritaworn, Andreas Hieronymus, Alexander King, Georg Klauda, Jennifer Petzen, Dirk Ruder, Saideh Saadat-Lendle, Hilal Sezgin, Yasemin Shooman, Tamsila Tauqir, Salih Alexander Wolter und Koray Yılmaz-Günay; dazu: ein Interview, das Deniz Utlu mit Jasbir K. Puar führte, Stellungnahmen von SUSPECT, Decolonize Queer, Lesbiennes of Color und eine Fotoserie von Aykan Safoğlu.

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Neue Broschüre «Rassismus und Justiz» veröffentlicht

Aktualisiert am 27. Oktober 2014

MRBB_Rassismus und Justiz_CoverAm Montag, 27. Oktober 2014, stellte der Migrationsrat Berlin-Brandenburg – der Dachverband von über 80 Migrant_innen-Selbstorganisationen, der in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiert – im übervollen Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg die neue Broschüre Rassismus und Justiz vor (PDF – externer Link), zu der Zülfukar Çetin (s. Alice-Salomon-Hochschule und Stiftung Wissenschaft und Politik) und ich den Text «Rassismus und Justiz am Beispiel des ‹Beschneidungsurteils›» beigetragen haben (s. dazu auch unser gemeinsam mit Heinz-Jürgen Voß verfasstes Buch Interventionen gegen die deutsche «Beschneidungsdebatte», das breit rezipiert wurde und wird [interne Links]). Zum Auftakt der Veranstaltung gab es eine von Anna E. Younes moderierte Podiumsdiskussion mit Sanchita Basu, Iris Rajanayagam, Nadija Samou und Mbolo Yufanyi Movuh – anschließend spielten Çığır und Ford. Weitere Beiträger_innen der Broschüre sind (in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen) u. a. Eva Maria Andrades, Iman Attia, Mahdis Azarmandi, Valentin Babuska, Biplab Basu, Elena Brandalise, Tahir Della, Sebastian Friedrich, Christina Martin, Maria Portugal, Eberhard Schulz und Angelina Weinbender. Salih Alexander Wolter

Reader «Bildung mit links!» als freier Download

Aktualisiert am 1. Oktober 2014

Hawel_Kalmring_Bildungs_mit_links Marcus Hawel & Stefan Kalmring, Hg.: Bildung mit links! Gesellschaftskritik und emanzipatorische Lernprozesse im flexibilisierten Kapitalismus. Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Hamburg 2014: VSA Verlag, 206 Seiten, broschiert, 16,80 €, ISBN 978-3-89965-597-1.

«Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft.» (Antonio Gramsci) Der Reader ist dem Politikwissenschaftler Dieter Schlönvoigt gewidmet, der die Rosa-Luxemburg-Stiftung entscheidend prägte. Geboten werden 14 Originalbeiträge, darunter der Text Intersektionalität in der Bildungsarbeit von Claudia de Coster, Salih [Alexander] Wolter und Koray Yılmaz-Günay.(S. 118-135). Heinz-Jürgen Voß – der den Band bei socialnet ausführlich rezensierte (externer Link) – schreibt über diesen Beitrag: Continue reading “Reader «Bildung mit links!» als freier Download” »

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: «Nicht ohne Marx – und über ihn hinaus»

MALMOE LogoDie österreichische Zeitschrift Malmoe veröffentlichte in ihrer Ausgabe 66, erschienen Anfang März 2014, eine Reihe von kurzen Statements zum Thema «Welche Bedeutung hat Klasse heute?» (externer Link). Die sehr unterschiedlich ausgefallenen Antworten der angefragten Autor_innen sind nun online nachzulesen, darunter auch diese von Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter:

Nicht ohne Marx – und über ihn hinaus

Die «Klasse» – einst der Kernbegriff revolutionärer Theorie und Politik – wird in linken Ansätzen, die aktuell im deutschen Sprachraum diskutiert werden, oft nur noch mitgeschleppt. In der kulturwissenschaftlichen Wende der 1970er/1980er Jahre wurde Klasse schon beinahe für tot erklärt. Dass sie sich dennoch ins intersektionale Paradigma hinüberretten konnte, verdankt sie – kleine Ironie der Geschichte – der Borniertheit hiesiger Universitäten. Die lernten das neue Konzept nämlich lieber aus den Büchern nordamerikanischer Professorinnen, als es sich von den marginalisierten Frauen – oft Migrantinnen aus der Arbeiterklasse – erklären zu lassen, die es in ihren Kämpfen hierzulande zeitgleich entwickelt hatten. Nun haben es die deutschen und österreichischen Akademien also auch mit der Triade von Gender, Race, and Class zu tun, wissen aber mit der dritten dieser «Hauptkategorien sozialer Ungleichheit» nicht viel anzufangen, weil sie – anders als die Vordenkerinnen aus den USA – vor marxistischen Analysen zurückschrecken.

Offenbar aus dem gleichen Grund droht eine Linke, die sich auf die «Überwindung von Diskriminierung» beschränken will, deren Grundlagen aus den Augen zu verlieren. Continue reading “Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: «Nicht ohne Marx – und über ihn hinaus»” »

«Zwischen Bewegung und Wissenschaft». Glückwunsch, Professor Heinz-Jürgen Voß!

Aktualisiert am 24. Mai 2014

Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin

Heinz-Jürgen Voß (links) Ende Mai 2014 im Eisenherz Buchladen, Berlin-Schöneberg, mit (auf dem Sofa v. l. n. r.) Rüdiger Lautmann, Florian Mildenberger, Manfred Herzer, Marita Keilson-Lauritz und Wolfgang von Wangenheim. ©Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin

Heinz-Jürgen Voß gehört seit gut zwölf Jahren zu meinen engsten Freund_innen. Gerade mal 34 Jahre alt, kann der diplomierte Biologe und promovierte Sozialwissenschaftler bereits eine ganze Reihe viel diskutierter Fachbücher vorweisen: von Making Sex Revisited (2010) über Geschlecht – Wider die Natürlichkeit (2011) bis zu Intersexualität – Intersex: Eine Intervention (2012) und Biologie und Homosexualität (2013). Dazu zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Sammelbänden – erst vor wenigen Tagen erschien der von seinem Doktorvater Rüdiger Lautmann herausgegebene Reader Capricen. Momente schwuler Geschichte mit Heinzis Beitrag über Magnus Hirschfeld (externer Link). Der Titel dieses Aufsatzes – «Zwischen Bewegung und Wissenschaft» – könnte auch über seiner eigenen Arbeit stehen, wovon zum Beispiel unser aktuelles gemeinsames Buch Queer und (Anti-) Kapitalismus zeugt. Jetzt gibt es etwas zu feiern: Dr. Heinz-Jürgen Voß wurde von der Hochschule Merseburg zum Mai 2014 auf die Professur «Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung» berufen. Ganz herzlichen Glückwunsch!

Salih Alexander Wolter

«Eine gelungene Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität». Aus Rezensionen zu «Queer und (Anti-) Kapitalismus»

Zuletzt aktualisiert am 8. November 2014

Am 28. August 2013 veröffentlichte der Schmetterling Verlag Queer und (Anti-) Kapitalismus von Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter. Hier eine Auswahl aus den bisher erschienenen Rezensionen (neuester Beitrag zuerst):

Queer und (Anti-) Kapitalismus Buch des Monats«[E]in auch für Einsteiger_innen gut lesbarer Überblick», schreibt Hans Reuter in Critica – das linke Magazin für Studierende über das «Buch des Monats» Oktober 2014 (externer Link zur Rezension). Der Beitrag weist besonders auf «ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Überblickstexten» hin: «die konsequente Einbeziehung eines postkolonialen, antirassistischen Standpunktes. Dabei wird insbesondere auf die Theorieproduktion Betroffener Bezug genommen und offengelegt, dass auch in emanzipatorischen Kämpfen immer wieder Ausschlüsse marginalisierter Gruppen (wie People of Colour und transgender) stattgefunden haben. Gerade die schwule Szene in Deutschland täte gut daran, selbstkritisch die von Voß und Wolter angesprochenen Entsolidarisierungen und Ausschlüsse zu reflektieren.»

Das Argument_307Eine ausführliche Besprechung verfasste Frigga Haug für die von ihr mit herausgegebene Zeitschrift Das Argument, Heft 307 (externer Link zum Inhaltsverzeichnis). Sie unterstreicht, dass Voß und Wolter «auch die BRD ‹als postkoloniales Gebilde› in der ‹neokolonialen Ordnung kritisch ins Visier› [nehmen], an der alle (auch alternative weiße prekarisierte queers) teilhaben ‹als Komplizen›». Weiter heißt es in dem Artikel u. a.: «Die Analyse von Nord und Süd als globale Perspektive gewinnt zugleich eine klarere Sicht auf die Lage der Frauen in der Welt, die (wieder mit Spivak) noch ‹keine Sprache haben›, und auf Migration und Ausbeutung.»

Lambda_Heft 2_2014«Dass queer-feministische Positionen und politische Praxis sowie antikapitalistisches und antirassistisches Engagement sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern untrennbar miteinander verbunden sind, führen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter detailreich, theoretisch fundiert und politisch streitbar aus», schreibt Gudrun Hauer in den Wiener Lambda-Nachrichten, Ausgabe Mai/Juni 2014 (Link zum externen PDF-Volltext, s. S. 48). Die «spannende Studie» liefere «zahlreiche Einsichten in blinde theoretische und politisch-praktische Flecken von uns weißen politischen AktivistInnen in ökonomisch privilegierten Staaten». Continue reading “«Eine gelungene Mischung aus kompakt erzählter Geschichte der Queer Bewegung und Einführung in die Intersektionalität». Aus Rezensionen zu «Queer und (Anti-) Kapitalismus»” »

Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus

Zuletzt aktualisiert am 17. November 2014

Hinweis: Leider wurde auf verschiedenen Websites ein – gleich um mehrere Monate – verkehrter Termin für die Veranstaltung mit Heinz-Jürgen Voß und mir in Hannover verbreitet. Richtig ist, dass wir dort am Donnerstag, 15. Januar 2015, ab 19 Uhr 30 im Annabee Buchladen, Stephanusstraße 12-14, gemeinsam aus Queer und (Anti-) Kapitalismus lesen und anschließend gern dazu diskutieren werden. Die korrekten Infos gibt es auch bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen (externe Links).

Eine Auswahl aus den bisher erschienenen Rezensionen des Buches findet sich hier (interner Link).

  Voss Wolter Queer Antikapitalismus• Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus, Stuttgart 2013: Schmetterling Verlag, 160 Seiten, broschiert, 12,80 €, ISBN 978-3-7003-1859-0. Zur Verlagsseite für diesen Titel geht es hier (dort sind auch das Inhaltsverzeichnis, die ersten Seiten des Buches und der Anfang des Abschnitts «Stonewall revisited» zu finden). Und so lautet der Klappentext:

Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‹Einsatz für Frauen- und Homorechte› als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln. Continue reading “Heinz-Jürgen Voß & Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-) Kapitalismus” »

Die «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» in Wissenschaft und Medien

Zuletzt aktualisiert am 17. November 2014

Signale aus der MehrheitsgesellschaftDie «Interventionen»-Autoren Dr. Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter wurden im Rahmen des von Network Turkey organisierten und von Dr. Kerem Öktem von der Oxford University geleiteten Forschungsprojekts «Signale aus der Mehrheitsgesellschaft» ausführlich zur sogenannten Beschneidungsdebatte des  Jahres 2012 befragt. Die Studie, die am 19. September 2013 in der Berliner Humboldt-Universität mit einer von Yasemin Shooman von der Akademie des Jüdischen Museums Berlin moderierten Podiumsdiskussion vorgestellt wurde, ist hier zu lesen (PDF der 2., revidierten Fassung –  Text: © Kerem Öktem 2013). Empfohlen sei auch ein Interview mit Dr. Öktem, das die Jüdische Allgemeine am 31. Oktober 2013 veröffentlichte (externer Link zum Beitrag).

Aus wichtigen Rezensionen zu den «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» (neuester Beitrag zuerst): Continue reading “Die «Interventionen gegen die deutsche ‹Beschneidungsdebatte›» in Wissenschaft und Medien” »

Jahrbuch für Islamophobieforschung 2013 erschienen

Jahrbuch Islamophobieforschung 2013 Farid Hafez, Hg.: Jahrbuch für Islamophobieforschung 2013, Wien 2013: Verlag New Academic Press, 194 Seiten, kartoniert, 22,90 €, ISBN 978-3-7003-1859-0.

Der Band enthält u. a.  Fortsetzung einer «Zivilisierungsmission»: Zur deutschen Beschneidungsdebatte von Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter (mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers auch hier veröffentlicht – als PDF gibt es den Text hier). Die weiteren Beiträge sind von Wolfgang Palaver, Martin Meyrath, David Ch. Stoop, Oliver Wäckerlig/Rafael Walthert, Stefanie C. Boulila, Armin Muftić, Alexander Steffek, Rainer Feldbacher, Medina Velic und dem Herausgeber Farid Hafez selbst. Zur Verlagsseite für das Buch geht es hier (externer Link).